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Autor
©Driton Pacarada

Beqë Cufaj

Kosovo/Deutschland












Writing Space

Gast beim ilb 2005

Beqë Cufaj wurde 1970 in Deçan im Kosovo geboren. Er studierte in Prishtina albanische Sprach- und Literaturwissenschaften und veröffentlichte schon als Student erste Beiträge in Zeitschriften. 1994 erschien »Balada Budallaqe« (Ü: Närrische Balladen), seine erste Sammlung von Gedichten. Nachdem er sein Studium abgeschlossen hatte, kam Cufaj 1995 nach Deutschland. Sein zweiter Gedichtband, »205«, dessen Titel auf die Zimmernummer seiner Sozialunterkunft in der schwäbischen Provinz hinweist, erschien 1996. Eine Auswahl seiner Gedichte aus diesen ersten beiden Bänden wurde in deutscher Übersetzung in der Zeitschrift »Akzente« publiziert. Cufaj ist seit 1995 als Journalist für in- und ausländische Medien tätig, u.a. für das Feuilleton der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«. Nach dem Ende des Kosovo-Kriegs kehrte er für sechs Monate in den Kosovo zurück und beteiligte sich am Wiederaufbau der wichtigsten kosovarischen Tageszeitung »Koha Ditore«, für die er seit 1997 als Deutschlandkorrespondent arbeitet. Seit 2000 lebt er wieder in der Nähe von Stuttgart.

Der Band »Kosova – Rückkehr in ein verwüstetes Land« (2000) versammelt Texte, die Cufaj während und nach dem Kosovo-Krieg für europäische und deutsche Zeitungen geschrieben hatte. Die tragischen Ereignisse in seiner Heimat, aber auch der Alltag der Bewohner bilden den Hintergrund dieser Essays und Prosastücke, die Dokumentarisches mit einer erzählerischen Dimension verbinden. Mit leiser Ironie und in anekdotischer Kürze werden die Eigenheiten der oftmals traditionalistischen Einheimischen skizziert. In unprätentiöser Weise wird Cufajs Anliegen sichtbar: Er verdeutlicht, dass eine friedliche Zukunft der Region nicht allein von den politisch Verantwortlichen abhängt, sondern vor allem von der Einsicht des Einzelnen in die Notwendigkeit eines grundlegenden Neuanfangs. 2001 wurde dem Autor von der Jury des Bruno-Kreisky-Preises für das politische Buch ein Anerkennungspreis zuerkannt.

2003 veröffentlichte Cufaj seinen ersten Roman »Shkëlqimi i huaj«, der 2005 auch in deutscher Übersetzung unter dem Titel »Der Glanz der Fremde« erschien. In ihm erzählt Cufaj von der Kindheit seiner Protagonisten Ricky und Arben in der Provinz Kosovo, die von der Sehnsucht nach den Verheißungen des Westens geprägt ist. Auf der Suche nach einer besseren Zukunft gelangen beide als junge Erwachsene illegal nach Deutschland. Schnell stellt sich angesichts der realen Bedingungen Ernüchterung ein, und das Abenteuer endet für einen der Akteure hinter Gittern. Der Roman wurde mit dem Hivzi-Sylejmani-Preis für das beste Prosawerk des Jahres ausgezeichnet.

© internationales literaturfestival berlin

BIBLIOGRAFIE:

 

Balada Budallaque

Rilindja

Prishtina, 1994

 

205

Gukagjini

Peja, 1996

 

Kosova – Rückkehr in ein verwüstetes Land

Zsolnay

Wien, 2000

Übersetzung: Joachim Röhm

 

Der Glanz der Fremde

Zsolnay

Wien, 2005

Übersetzung: Joachim Röhm

 

Übersetzer: Joachim Röhm

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