Gast beim ilb 2005
Steve Wasserman war von 1996 bis 2005 für das
Feuilleton verantwortlicher Herausgeber der »Los Angeles Times« und ist
Managing Director des New Yorker Büros einer Literaturagentur. Bei
seiner Tätigkeit für die »Los Angeles Times« gelang es ihm, das Niveau
der wöchentlichen Literaturbeilage deutlich zu heben und ihr Ansehen zu
erhöhen. Jacques Barzun, einer der anerkanntesten amerikanischen
Intellektuellen, urteilte, es sei landesweit die »beste wöchentliche
Literaturbeilage in jeder Beziehung – von der Buchauswahl und den
Kritikern bis hin zur Schreibqualität, Länge und inhaltlichen
Substanz«. Gegen den aktuellen Trend kürzerer, schneller geschriebener
und einfältigerer Rezensionen setzte Wasserman auf längere, komplexere
Texte. »Einer der großen Skandale des amerikanischen Journalismus«, so
Wasserman, »ist die traurige Tatsache, dass zu wenige Zeitungen die
Veröffentlichung von Buchrezensionen als Nachrichten betrachten, die
sie ihren Lesern anzubieten verpflichtet sind. Und dann – um diesem
Schaden noch eine Beleidigung hinzuzufügen – sind solche Rezensionen zu
oft in einer läppischen Sprache geschrieben.« Wasserman war
entscheidend am Aufbau des jährlich stattfindenden Los Angeles Times
Festival of Books beteiligt, das vor kurzem sein zehnjähriges Jubiläum
feierte. Dieses literarische Großereignis stellt mehr als 340 Autoren
auf Lesungen, in Gesprächen und Diskussionen vor und zieht dabei
regelmäßig 140 000 Besucher aus ganz Südkalifornien an. Wasserman ist
Mitbegründer und Direktor des Los Angeles Institute for the Humanities
an der University of Southern California, wo er auch als Dozent für
Nonfiction Writing wirkte. Er war 2002 Vorsitzender der nominierenden
Jury des Pulitzerpreises für allgemeine Sachbücher und gehörte 2004 der
nominierenden Jury des Pulitzerpreises für Belletristik an. Wasserman
wirkte zudem als redaktioneller Leiter verschiedener Verlage, darunter
»Times Books«, als das Unternehmen noch zu »Random House« gehörte, und
»Hill & Wang«, ein Unternehmen von »Farrar, Straus & Giroux«.
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