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Autor
©Mayela Padilla

Juan Felipe Herrera

USA












Writing Space

Juan Felipe Herrera wurde 1948 im kalifornischen Fowler geboren. »Ich wurde in dem kleinen Ort Fowler geboren / der ›Welthaupstadt der Rosinen‹. / Meine Mutter und mein Vater waren Landarbeiter / und ich wuchs auf, als sie über die Berge / und durch die Täler Kaliforniens zogen«, beginnt Herreras autobiografisches Kinderbuch »Calling the Doves« (1995; Ü: Die Tauben rufen), das mit dem Ezra Jack Keats Book Award ausgezeichnet wurde. Nach ihren Wanderjahren ließen sich die Herreras in San Diego nieder. Der Autor studierte Soziale Anthropologie an der University of California in Los Angeles und Stanford und Kreatives Schreiben an der Universität von Iowa. Noch während seiner Studienzeit initiierte er 1971 die Schauspielgruppe »Teatro Tolteca«, die Bewegungstheater mit Jazz und Spoken Word Poetry verband. Nach weiteren Performance-Ensembles gründete er zuletzt das »Teatro Ambulante de Salud/The Traveling Health Theatre«, das vor allem für Einwandererfamilien spielt. Herrera selbst trat in zahlreichen Performances in den Vereinigten Staaten und Zentralamerika auf, häufig im Zusammenspiel mit seiner Lebenspartnerin Margarita Luna Robles, der auch einige seiner Bücher gewidmet sind.

Die Figur Marga ist in »Love After the Riots« (1996; Ü: Liebe nach den Unruhen) eine Art Führerin des Erzählers im von Gewalt erschütterten Los Angeles. Wie Dante, der von Beatrice beschützt die Kreise der Hölle durchschreitet, bewegt sich der Erzähler durch die kalifornische Metropole nach den Unruhen, die 1992 von den ungeahndeten Misshandlungen weißer Polizisten an einem Schwarzen ausgelöst wurden. Die surrealistischen Gedichte beschreiben den Zusammenbruch einer Zivilisation. Die Gedichtsammlung »Giraffe on Fire« (2001; Ü: Brennende Giraffe) ist nach Auskunft des Autors »eine poetische Collage von Stimmen, Genres und Zeit-Räumen. Eine Darbietung der Macht über Sprache und Rhythmus. Eine postmoderne Performance nackter Figuren, die in den Nebeln eines militarisierten Universums hängen. Ein kubistisches Manifest des neuen Jahrtausends gegen altersschwache politische Maschinen. Ein mystisches Lied auf der Suche nach Geburt und Liebe.«

In seinen zweisprachigen Kinderbüchern beschreibt Herrera zumeist Außenseiter, die mit Kreativität und Mut ihre besten Fähigkeiten entfalten. »The Upside Down Boy« (2000; Ü: Auf den Kopf gestellt) wurde auch als Musical adaptiert und aufgeführt. Die neuesten Bücher für Jugendliche, »Cinnamon Girl« (Ü: Zimt-Mädchen) und »Downtown Boy« (Ü: Der Junge aus der Innenstadt), erschienen im Herbst 2005.

Herrera ist eine bekannte Größe der Chicano-Literatur, die Elemente des mexikanischen und nordamerikanischen Kulturkreises vereint. Der mit einer Fülle von Stipendien und Preisen geehrte Künstler hat bislang über zwanzig Bücher verfasst. Zudem ist er auch Autor von Essays und Rezensionen. Er war Mitgründer der ersten Chicano-Kunstausstellung Kaliforniens und gab in den USA landesweit Schreibkurse, Vorlesungen und Seminare. Herrera ist Professor für Kreatives Schreiben an der University of California in Riverside.

© internationales literaturfestival berlin

BIBLIOGRAFIE:

 

Calling the Doves

Children´s Book Press

San Francisco, 1995

 

Love After the Riots

Curbstone Press

Willimantic, 1996

 

The Upside Down Boy

Children´s Book Press

San Francisco, 2000

 

Thunderweavers

The University of Arizona Press

Tuscon, 2001

 

Giraffe on Fire

The University of Arizona Press

Tuscon, 2001

 

Notebook of a Chile Verde Smuggler

The University of Arizona Press

Tuscon, 2002

 

Cinnamon Girl: Letters Found Inside a Cereal Box
HarperCollins, Joana Cotler Books

New York, 2005

 

Downtown Boy

Scholastic Signature

New York, 2005

 

Übersetzer: Willi Zurbrüggen, Barbara Jung

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