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Mindesthöhe
Autor
© Doris Poklekowski

Pedro Rosa Mendes

 Portugal

 Gast beim ilb 2002

Pedro Rosa Mendes, 1968 in Cernache do Bonjadrin in Portugal geboren, arbeitete nach seinem Studium der Rechtwissenschaften als Journalist, unter anderem f�r die portugiesische Zeitung �P�blico�. Bekannt w�rde er zun�chst durch seine Reportagen �ber die Kriegsschaupl�tze in Zaire, Ruanda, Afghanistan und Jugoslawien, f�r die er zweimal mit dem �Feature-of-the-Year-Preis� ausgezeichnet wurde. Mit �Ba�a dos Tigres� (�Tigerbucht�) legte er 1998 seinen ersten Roman vor, der vom portugiesischen P.E.N.-Club zum Buch des Jahres 2000 gew�hlt wurde.

Das Buch beschreibt eine dreieinhalbmonatige Reise, die Mendes 1997 von Angola nach Mosambik f�hrte. Er bereiste somit einen Teil Afrikas, den die urspr�nglich dort stationierten UN-Truppen nur wenige Monate zuvor wegen der mangelhaften Sicherheitslage verlassen hatten. Auf den Spuren der Forschungsreisenden Hermengildo Capelo und Roberto Ivens durchquerte Mendes �ber  zehntausend Kilometer des Kontinents zwischen den beiden ehemaligen portugiesischen Kolonien. Die B�rgerkriege nach deren Unabh�ngigkeitserkl�rungen hatten besonders in Angola  Landstriche hinterlassen, in denen es mehr Minen als Menschen gab. Nicht nur die Landschaften, sondern auch die politische Verh�ltnisse zeugten von Verw�stungen durch den Krieg. Als er auf seiner Reise f�r einige Zeit in Gefangenschaft geriet, musste er am eigenen Leib die Angst davor erfahren, einfach spurlos zu verschwinden, wie so viele vor ihm.

Mendes hat sich bei dieser Reise zu den Menschen aufgemacht, deren individuelle Schicksale in den uns bekannten Fernsehbildern oft unsichtbar bleiben. Nie verf�llt er dabei in eine kitschig-mitleidsvolle Sicht auf die �Dritte Welt�, sondern wahrt die W�rde der Menschen, denen er begegnet. Erfundene Geschichten werden mit realen Begegnungen vermengt und reflektieren so indirekt die sehr pers�nliche Sicht- und Erfahrungsweise des Autors. Teils Reisebericht in der Tradition Bruce Chatwins, teils Roman und Drehbuch, bewegt sich �Ba�a dos Tigres� zwischen den Genres und kreiert eine sprachliche Kartographie Afrikas.

Die durch den Krieg und Zerst�rung vom Rest Angolas abgeschnittene Tigerbucht kann der Autor auf seiner Reise nicht erreichen. Sie wird zu einem Wunsch- und Phantasiebild, das deutlich die Einschr�nkungen zeigt, die einem solchen literarischen Zugriff auferlegt sind. Seinen Weg vom Kriegsreporter zum Schriftsteller sah Pedro Rosa Mendes zun�chst mit gemischten Gef�hlen. �Ich hatte Angst vor dem Wechsel. Es war eine gro�e Herausforderung, aber das Ergebnis war dann doch sehr befriedigend. Es war sch�n, tiefe Reflexionen �ber all die Dinge anzustellen, �ber die man in einer Zeitungsreportage nicht schreiben kann, wie z.B. deine eigene Sicht des Krieges, wie du die Gewalt und die Angst verkraftest und wie man das Zusammenleben von Leuten in all diesen Grausamkeiten beschreibt. Das alles kann man nicht in einer Zeitung erkl�ren.�

Gemeinsam mit dem Fotojournalisten Wolf Böwig arbeitet Rosa Mendes seit längerem an „Waystation“, einem Projekt über die Zustände in den Krisengebieten West- und Zentralafrikas. Mit „Schwarz Licht“ (2006) erschien der erste Teil dieser Dokumentation. Im selben Jahr wurde auch der Roman “Lenin oil” veröffentlicht. Pedro Rosa Mendes lebt in Lissabon.

� internationales literaturfestival berlin

BIBLIOGRAFIE:

 

Baia dos tigres

Publica��s Dom Quixote

Lisboa, 2000

 

Atl�ntico

Temas & Debates

Lisboa, 2003

Ill: Jo�o Francisco Vilhena

Lenin oil
Dom Quixote
Lissabon, 2006

Schwarz Licht
Brandes & Apsel
Frankfurt/Main, 2006
Ill.: Wolf Böwig
Übersetzung: Barbara Mesquita, Michael Kegler
 

�bersetzerin: In�z Koebel

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