Gast beim ilb 2001
Anja Tuckermann wurde 1961 geboren und wuchs in Berlin auf. Von 1980 bis 1987 war sie in der feministischen Mädchenarbeit tätig, gründete den Treffpunkt Mädchenladen Spandau und die Kinderzeitschrift »Tigermädchen«.
Zwischen 1988 und 1991 arbeitete sie als Redakteurin beim RIAS-Kinderfunk, bis 1997 freiberuflich für DeutschlandRadio Berlin.
Von 1998 bis 1999 war Anja Tuckermann Stadtschreiberin des Berliner Bezirks Hellersdorf. »Mir wird vor allem die Freundschaft mit den jungen Leuten bleiben«, sagt die Autorin. Ihre Interviews mit den Jugendlichen des Berliner Randbezirks sind in ihrem Buch »Horror oder Heimat? – Jugendliche in Berlin-Hellersdorf« nachzulesen. Gesprochen wird dort über Träume, Hoffnungen, aber auch über Drogenkonsum und Fremdenfeindlichkeit. Letzteres ein Thema, das als Auseinandersetzung mit dem ›Anders‹-Sein oder mit dem ›Anders‹-Gesehenwerden auch in ihrem Roman »Muscha«, der 1994 das rote Tuch erhielt und in dem Theaterstück »Asra – Die von Gegenüber« verarbeitet wird.
Für ihre Radiosendung »Muscha – eine Kindheit in Nationalsozialismus« in der Reihe Panther & Co erhielt sie 1992 den von der ARD verliehenen Kurt-Magnus-Preis. Ihr Stück »Komm wir knutschen« wurde 1999 für den Niederländisch-Deutschen Jugenddramatikerpreis nominiert. Für »David Tage Mona Nächte« erhielt sie den Hans-im-Glück-Preis 2000. Anja Tuckermann lebt in Berlin.
© internationales literaturfestival berlin
BIBLIOGRAFIE:
Mooskopf
Luchterhand
Darmstadt, 1988
Muscha
Klopp
München, 1994
Ein Buch für Yunus
Klopp
München, 1997
David Tage Mona Nächte
Carlsen
Hamburg, 1999
Nicht sprechen, nicht schweigen, nicht gehen, nicht bleiben
Ravensburger
Ravensburg, 2000
Die Haut retten
Pendo
Zürich, München, 2000
Suche Oma
Ravensburger
Ravensburg, 2001
Mutgeschichten
Ravensburger
Ravensburg, 2004
Weggemobbt
Arena
Würzburg, 2005 |