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† O. V. Vijayan

 Indien

Gast beim ilb 2003

O. V. Vijayan wurde 1930 in Palakkad, im südindischen Bundesstaat Kerala, geboren. Als Sohn eines leitenden Polizeioffiziers der Malabar Spezialkräfte wuchs er in Kasernen auf. Wegen seiner schwachen Gesundheit begann seine schulische Ausbildung erst mit zwölf Jahren. 1954 schloss Vijayan ein Anglistikstudium ab und unterrichtete anschließend an verschiedenen Colleges in Kerala, bis er 1958 nach Delhi zog. Dort begann er, seinen Lebensunterhalt als Journalist und Zeichner politischer Cartoons zu verdienen, die er seit 1967 freischaffend in zahlreichen Zeitungen wie "The Hindu" und "The Statesman" veröffentlichte.
1969 erschien O. V. Vijayans Erzähldebüt "Khasakkinte Ithihasam" (engl. "The Legends of Khasak", 1994), geschrieben in Keralas Landessprache Malayalam. Die einfühlsame Schilderung des Dorfschullehrers Ravi im imaginären Khasak wich in signifikanter Weise vom realistischen Erzählstil seiner Landsleute ab. Kritiker riefen daher den Beginn einer neuen Ära aus. Fortan wurde die Geschichte moderner Literatur in Kerala in eine prä- und eine post-Khasak-Ära eingeteilt. Seitdem hat Vijayan weitere Romane, Kurzgeschichten, Novellen und politische Essays geschrieben. Dazu zählen der von ihm selbst ins Englische übertragene Roman "Dharmapuranam" (1985; engl. "The Saga of Dharmapuri", 1988) und das vielfach ausgezeichnete Werk "Gurusagaram" (1987; engl. "The Infinity of Grace", 1996), an dessen Übersetzung er mitwirkte.
Mit "The Saga of Dharmapuri" stellte sich Vijayan erfolgreich der englischsprachigen Öffentlichkeit und Presse vor. Im Zentrum des Romans steht das Leiden des Volkes von Dharmapuri unter seinem tyrannischen Präsidenten, das durch Siddharta - nicht den historischen Buddha, sondern einer Messiasfigur - beendet wird. Der symbolische Kampf der beiden Antagonisten ist mit derber Sprache und schwarzem Humor beschrieben. Einige indische Kritiker warfen dem Roman seine "Obszönität" und eine "imperialistische Tendenz" vor, während andere in diesem Stil die beste Möglichkeit zum Protest gegen die politische Situation des Landes sahen.
Aus seinen Romanen ist auch der Karikaturist Vijayan herauszuhören, der in seinen Memoiren "A Cartoonist Remembers" (2002) schrieb: "Eine unbeschreibliche Traurigkeit durchdringt die Realität, die ich darstellen soll, und dennoch verlangt es der herrschende Aberglaube meines Berufsstandes, dass ich die Leute zum Lachen bringe." O. V. Vijayan starb nach langer, schwerer Krankheit im Jahr 2005.

© internationales literaturfestival berlin

BIBLIOGRAFIE:

 

Uccakoti: cerukathakal

Current Books

Trichur, 1967

 

Khasakkinre itihasam

Sahitya Pravarthaka Co-operative Society

Kottayam, 1975

 

Vijayante kathakal

Sahitya Pravarthaka Co-operative Society

Kottayam, 1978

 

Ghosayatrayil taniye: lekhanannal

Karant Buks

Kottayam, 1987

 

Oru sindurappottinte orma

Di. Si. Buks

Kottayam, 1987

 

Katalttiratta

Di. Si. Buks

Kottayam, 1988

 

Kurippukal

Karant Buks

Kottayam, 1988

 

The Saga of Dharmapuri

Penguin

Neu-Delhi, 1988

Übersetzung: O.V. Vijayan

 

After the Hanging and Other Stories

Penguin

Neu-Delhi, 1989

Übersetzung: O.V. Vijayan

 

Gurusagaram

Di. Si. Buks

Kottayam, 1993

 

Pravacakanre vail

Current Books

Kottayam, 1993

Dharmmapuranam

Di. Si. Buks

Kottayam, 1994

 

The Legends of Khasak

Penguin

Neu-Delhi, 1994

Übersetzung: O.V. Vijayan

 

Kure kathabijannal

Di. Si. Buks

Kottayam, 1995

 

The Infinity of Grace

Penguin

Neu-Delhi, 1996

Übersetzung: Ramesh Menon, O.V. Vijayan

 

Selected Fiction

Penguin

Neu-Delhi, 1999

Übersetzung: O.V. Vijayan

 

Ittiri nerampokk, ittiri darsanam

Di. Si. Buks

Kottayam, 1999

 

Vijayan. A Cartoonist Remembers

Rupa & Co.

Neu-Deli, 2002

 

Übersetzer: Ursula Gräfe, Peter Torberg

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