Logo oben
34 px home | sitemap | suche | english |
37 px
Mindesthöhe
Autor
© Doris Poklekowski

Alan Sillitoe

Großbritannien

Gast des ilb 2004

Alan Sillitoe wurde 1928 in Nottingham geboren. Sein Vater, ein Arbeiter, war während der Wirtschaftskrise in den dreißiger Jahren erwerbslos, und Sillitoe begann, sich mit Büchern zu beschäftigen, die er sich von seinem ersparten Taschengeld kaufte oder aus der öffentlichen Bibliothek auslieh. Im Alter von vierzehn Jahren ging er von der Schule ab und arbeitete bis 1946 in verschiedenen Fabriken, später als Funker bei der Royal Air Force. Nach zwei Jahren in Malaya erkrankte er an Tuberkulose und verbrachte ein Jahr in einem Krankenhaus der RAF, währenddessen er sich dem Studium der Weltliteratur von der Antike bis zur Gegenwart widmete. Aus der Armee mit einer Versehrtenrente entlassen, lebte er mit der Schriftstellerin Ruth Fainlight, die später seine Frau wurde, in Südfrankreich und anschließend in Mallorca. Während der sechs Jahre im Ausland schrieb Sillitoe mehrere Romane, die jedoch nicht veröffentlicht wurden, was er später allerdings nicht für ein Unglück hielt. Dann verfasste er „Saturday Night and Sunday Morning“ (dt. „Samstag nacht und Sonntag morgen“, 1961): Das Werk erschien im Jahr 1958 – nachdem mehrere Verlage das Manuskript abgelehnt hatten. Ein Jahr später wurde „The Loneliness of the Long Distance Runner“ (1959; dt. „Die Einsamkeit des Langstreckenläufers“, 1967) veröffentlicht. Beide Bücher erfuhren weltweit große Anerkennung.

Obwohl er sich selbst nie als “Angry Young Man” sah, wurde er dennoch zur literarischen Strömung der damaligen Zeit um die Schriftsteller John Osborne, Shelagh Delaney, John Braine, John Wain, Arnold Wesker, Kingsley Amis und anderen gezählt. Wie sie führte Sillitoe die realistische Darstellung des Arbeitermilieus nach dem Krieg ein. Doch seine Helden sind keine typischen Klassenkämpfer, sondern anarchische Kraftprotze, die unabhängig von ihrem sogenannten sozialen Stand auf ihren eigenen Werten bestehen und jede Anpassung an Partei oder Staat verweigern. Die Probleme des Individuums sind bei Sillitoe mit Sympathie, Einfühlungsvermögen und Detailbewusstsein gezeichnet. Diese kraftvolle Spannung, die seine frühen Werke durchzieht, steht immer noch für den Autor Sillitoe – und doch hat er noch weitere Romane und Kurzgeschichten geschrieben, von denen die Hälfte in Nottingham spielt. So spiegelt die Trilogie „The Death of William Posters (1965, dt. “Der Tod des William Posters“, 1969), „A Tree on Fire“ (1967, dt. „Der brennende Baum“, 1975) und „The Flame of Life“ (1974, dt. „Die Flamme des Lebens“, 1982) das kontroverse Jahrzehnt der 1960er Jahre mit ihren sozialen und politischen Strömungen. In diesen Werken wenden sich die unsicheren, suchenden Protagonisten von ihrem konventionellen Familienleben ab, um schließlich doch zu ihm zurückzukehren, weil sie keine bessere Form menschlichen Zusammenlebens finden können.

Sillitoe ist nicht nur Romancier; sein Werk umfasst auch Gedichtbände, die Autobiographie “Life Without Armour” (1995), Theaterstücke, Essays und Kinderbücher. Sein letzter Roman “A Man of His Time” behandelt Leben und Nöte eines Schmiedes in Nottingham und erschien 2004. Alan Sillitoe lebt und arbeitet in London.

© internationales literaturfestival berlin

BIBLIOGRAFIE:

 

Schlüssel zur Tür

Volk & Welt

Berlin, 1966

Übersetzung: Stephan Hermlin, Heinz Kamnitzer

 

The Death of William Posters

Macmillan

London, 1969

 

Guzman, Go Home and other stories

Allen

London, 1970

 

The General

Pan Books

London, 1970

 

Barbarians and Other Poems

Turret Books

London, 1973

 

Die Einsamkeit des Langstreckenläufers

Diogenes

Zürich, 1975

Übersetzung: Günther Klotz

 

Die Lumpensammlerstochter

Dtv

München, 1975

Übersetzung: Wulf Teichmann

 

Der brennende Baum

Diogenes

Zürich, 1975

Übersetzung: Peter Naujack

 

Samstagnacht und Sonntagmorgen

Diogenes

Zürich, 1976

Übersetzung: Gerda von Uslar

 

Ein Start ins Leben

Diogenes

Zürich, 1978

Übersetzung: Günter Eichel

 

Männer, Frauen und Kinder

Diogenes

Zürich, 1981

Übersetzung: Wulf Teichmann

 

Fussball

Diogenes

Zürich, 1981

Übersetzung: Hedwig Jolenberg, Günther Klotz

 

Die Flamme des Lebens

Diogenes

Zürich, 1982

Übersetzung: Hanna Neves

 

The Saxon Shore Way

Hutchinson

London, 1983

 

Down from the Hill

Granada

London, 1984

 

Der Mann, der Geschichten erzählte

Diogenes

Zürich, 1987

Übersetzung: Hanna Neves

 

Die Frau auf der Brücke

Bastei Verlag Lübbe

Bergisch Gladbach, 1989

Übersetzung: Ingrid von Rosenberg

 

Meistererzählungen

Diogenes

Zürich, 1991

Übersetzung: Wulf Teichmann, Hedwig Joenberg

 

Leonard’s War

HarperCollins

London, 1991

 

Life without Armour

HarperCollins

London, 1995

 

Verschollen

Lübbe

Bergisch Gladbach, 1997

 

Alligator Playground

Flamingo

London, 1998

 

The Broken Chariot

Flamingo

London, 1998

 

The German Numbers Woman

Flamingo

London, 1999

 

Birthday

Flamingo

London, 2002

 

A Flight of Arrows

Robson Books

London, 2003

 

A Man of His Time

Flamingo

London, 2004

 

Übersetzer: Anna von Cramer-Klett, Günter Eichel, Fritz Güttinger, Günther Klotz, Peter Naujack, Hanna Neves, Gerda von Uslar

A B C D E F G H
I J K L M N O P
Q R S T U V W X
Y Z

Hauptstadtkulturfonds | Berliner Festspiele | UNESCO | KulturSPIEGEL | skoda | Hôtel Concorde Berlin | Foradori | Arte