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Autor
© Jeanne Degraa

Elke Schmitter

Deutschland 

Gast beim ilb 2002
Elke Schmitter wurde 1961 in Krefeld geboren. Sie studierte in München Philosophie, arbeitete anschließend beim S. Fischer-Verlag und wechselte 1989 als Redakteurin ins Feuilleton der „taz“, deren Chefredakteurin sie von 1992 bis 1994 war. Seit 1994 schrieb die Kulturjournalistin und Literaturkritikerin u.a. für „Die Zeit“ und die „Süddeutsche Zeitung“; seit 2001 ist sie Redakteurin beim „Spiegel“. Den Lyrikband „Windschatten im Konjunktiv“, ihre erste literarische Publikation, veröffentlichte sie 1981. Vor vier Jahren erschien, anlässlich Heinrich Heines 200. Geburtstags, der Essayband „Und grüß’ mich nicht unter den Linden“ (1998). Im Frühjahr 2000 erschien Elke Schmitters bei Kritik und Leserschaft begeistert aufgenommener erster Roman „Frau Sartoris“. Als „herausragendes Debüt“ mit dem Niederrheinischen Kulturpreis der Stadt Krefeld ausgezeichnet, wurde der Roman in zahlreiche Sprachen übersetzt. Elke Schmitter lässt ihre Protagonistin Margarethe Sartoris vom Lebensfluss in der deutschen Provinz der fünfziger und sechziger Jahre erzählen – von der romantisierten ersten Liebe, die an Standesunterschieden scheitert, der folgenden, verfehlten Eheschließung. Eine Tochter wird geboren, das Familienleben gleitet leidlich dahin – doch „wirklich“ erscheint Margarethe ihre Existenz erst wieder, als sie sich in einen verheirateten Mann verliebt. Der Roman ist ein literarisches Spiel mit der Figur „Madame Bovary“. 2001 erhielt die Autorin ein Jahresstipendium des Deutschen Literaturfonds. Im Frühjahr diesen Jahres erschien Elke Schmitters zweiter Roman: „Leichte Verfehlungen“ (2002): Aufnahmen aus der Jetztzeit, angesiedelt in der intellektuellen Landschaft Berlins. Im Focus stehen die Journalistin Selma Craiss und drei ihrer Freundinnen. Selma erwacht eines Morgens - und ist verliebt, jedoch nicht in ihren langjährigen Lebensgefährten Wolfgang. Als versierte Theoretikerin macht sie sich gleich daran, den Keimling dieser ungewohnten Empfindung unter einer dicken Schicht möglicher Deutungen zu ersticken - und doch ergibt sie sich diesem lebendigen Gefühl, das wie ein Realitätsblitz in ihre Welt einschlägt. Der legendäre englische Gesellschaftsroman, von Jane Austen bis Evelyn Waugh, mag Pate gestanden haben. „Leichte Verfehlungen“ entführt humorvoll in das verworrene Innenleben jener seltsamen Spezies der „Frau um vierzig“ – eine mit scharfem Blick geschriebene Großstadtromanze und das Portrait einer Elite. Elke Schmitters dritter Roman „Veras Tochter“ (2006) bezieht sich selbstreferenziell auf ihren ersten: Die Protagonistin Katharina meint in dem Buch „Frau Sartoris“ die Biographie ihrer Mutter Vera zu erkennen. Die Ebenen von Fiktion und Realität, Literatur und Leben verschwimmen. Elke Schmitter lebt in Berlin.

© internationales literaturfestival berlin

BIBLIOGRAFIE:

Windschatten im Konjunktiv
Machwerk Verlag
Siegen, 1982

Und grüß mich nicht unter den Linden

Hanser

München, 1981

 

Frau Sartoris

Berlin Verlag

Berlin, 2000

 

Leichte Verfehlungen

Berlin Verlag

Berlin, 2002

 

Kein Spaniel: Liebesgedichte

Berlin Verlag

Berlin, 2005

 

Veras Tochter

Berlin Verlag

Berlin, 2006

 

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