Logo oben
34 px home | sitemap | suche | english |
37 px
Mindesthöhe
Autor
© René Durand; Bergisch Gladbach

Carme Riera 

Spanien 

Gast beim ilb 2002

Carme Riera, Erzählerin, Drehbuchautorin und Literaturwissenschaftlerin, wurde 1948 in Palma de Mallorca geboren, wo sie bereits im Alter von 12 Jahren ihre ersten schriftstellerischen Versuche machte. Durch Anregung ihrer Lehrerin Aina Moll begann Carme Riera in ihrer Muttersprache Katalanisch zu schreiben. Bis 1968 studierte sie spanische Literatur an der „Universidad Autónoma“ in Barcelona und begann damit ihre Arbeit als Literaturwissenschaftlerin. Sechs Jahre später, 1974, erschien ihr erster Erzählband, „Te deix, amor, la mar com a penyora“, für den sie 1975 mit dem „Puig i Llens-Preis“ ausgezeichnet wurde. Es folgten eine weitere Kurzgeschichtensammlung, „Jo pos per testimoni les gavines“ (1977), und ein erster Roman, „Una primavera per a Domenico Guarini“, für den sie 1980 den „Prudenci Bertrana-Preis“ erhielt. Mit „Epitelis tendríssims“ („So zarte Haut“, 1994) erschienen ein Jahr später erste erotische Texte. Ihren bis dahin größten Erfolg erzielte Carme Riera 1994 mit „Dins el darrer blau“ („Ins fernste Blau“, 2000). Ausgezeichnet mit mehreren Preisen – darunter dem höchsten spanischen Literaturpreis „Premio Nacional de Narrativa“ – wurde der Roman in zahlreiche Sprachen übersetzt; darunter ins Kastilische, Deutsche, Englische, Niederländische und Russische. Mit „Dins el darrer blau“ führt die Autorin ihre Leser in die mallorquinische Hauptstadt des späten 17. Jahrhunderts. Eine Gruppe von heimlich praktizierenden Juden läuft Gefahr, denunziert und von der Inquisition verurteilt zu werden. Man beschließt deshalb die Insel zu verlassen und nach Livorno auszuwandern. Durch ein Unwetter wird der Plan jedoch im letzten Moment vereitelt, und die Flüchtenden fallen in die Hände ihrer Verfolger. Mit einem bemerkenswerten Gespür für die barocke Sprache der Zeit und durch ausführliche Archivstudien gestützte historische Details deckt Carme Riera in diesem Roman die Hintergründe der „autodafés“ auf. Im Jahr 2000 erschien ihr bisher letzter und ebenfalls preisgekrönter („Crítica Serra D'Or“) Roman „Cap al cel obert“ („In den offenen Himmel“, 2002), der diesmal im Havanna von 1850 angesiedelt ist. Erzählt wird die Geschichte der Mallorquinerin María, die zufällig in die glitzernde Welt der kubanischen Oberschicht gerät. Stellvertretend für ihre Schwester, die die lange Überfahrt nicht überlebt hat, heiratet sie in eine reiche Plantagenbesitzerfamilie ein. Zwischen Tabakmillionären und Zuckerbaronen lernt die Heldin zunächst nur die Annehmlichkeiten des Reichtums kennen. Schnell erweist sich die Sicherheit aber nur als Schein, und der jungen Mallorquinerin wird ihre jüdische Abstammung schließlich zum Verhängnis. 2004 erschien Rieras Roman „La meitad de l´ánima“ (U: Die Mitte der Seele) über eine gesellschaftliche Intrige im Spanien der Nachkriegszeit.Die Autorin lebt und arbeitet in Barcelona, wo sie als Professorin für Spanische Literatur des 20. Jahrhunderts an der „Universidad Autónoma“ lehrt. Zu ihren literaturwissenschaftlichen Arbeiten gehören Studien zum poetischen Werk von José Agustín Goytisolo und Carlos Barral.

© internationales literaturfestival berlin

BIBLIOGRAFIE:

 

Selbstsüchtige Liebe

Fischer

Frankfurt/Main, 1993

Übersetzung: Rosemarie Bollinger

 

So zarte Haut

Milena

Wien, 1994

Übersetzung: Theres Moser

 

Im Spiel der Spiegel

Fischer

Frankfurt/Main, 1994

Übersetzung: Elisabeth Brilke

 

Florentinischer Frühling

Fischer

Frankfurt/Main, 1995

Übersetzung: Elisabeth Brilke

 

Liebe ist kein Gesellschaftsspiel

Fischer

Frankfurt/Main, 1996

Übersetzung: Elisabeth Brilke

 

Ins fernste Blau

Lübbe

Bergisch Gladbach, 2000

Übersetzung: Petra Zickmann, Manel Pérez Espejo

 

In den offenen Himmel

Lübbe

Bergisch Gladbach, 2002

Übersetzung: Petra Zickmann, Manel Pérez Espejo

La meitad de l´anima
Proa
Barcelona, 2004

Übersetzer: Rosemarie Bollinger, Elisabeth Brilke, Theres Moser, Manel Pérez Espejo, Petra Zickmann

A B C D E F G H
I J K L M N O P
Q R S T U V W X
Y Z

Hauptstadtkulturfonds | Berliner Festspiele | UNESCO | KulturSPIEGEL | skoda | Hôtel Concorde Berlin | Foradori | Arte