Gast beim ilb 2002
Antonio Gamoneda wurde 1931 in Oviedo, Spanien,
geboren. Im Alter von drei Jahren – der Vater war bereits zwei Jahre
tot – zog er mit seiner Mutter nach Léon, wo er bis heute lebt. Mit
zehn Jahren begann er seine Ausbildung auf einer religiösen Schule, von
der er zwei Jahre später verwiesen wurde. Trotz der erschwerten
Bedingungen schaffte er das Abitur und arbeitete zunächst als
Angestellter einer Bank. Schließlich setzte sich aber doch die von
seinem Vater, einem in Literaturkreisen bekannten modernistischen
Dichter, ererbte Liebe zur Literatur durch. Mit der Gedichtsammlung
„Sublevación inmóvil“ („Bewegungsloser Aufstand“) begann Gamoneda 1960
zu publizieren. Obwohl er damit – zumindest zeitlich gesehen – zu der
„generación poética“ der fünfziger Jahre gehört, erweiterte sein
eigenwilliger Stil den für die Zeit typischen sozialen Realismus. 1977
und 1979 erschienen die Gedichtbände „Descripción de la mentira“
(„Beschreibung der Lüge“) und „León de la mirada“ („León im Blick“).
Der 1982 erschienene Band „Blues Castellano“ („Kastilischer Blues“) ist
mittlerweile in mehrere Sprachen übersetzt worden. Seinen bisher
größten Erfolg erzielte der Dichter 1987 mit dem in der prestigereichen
Reihe „Cátedra“ erschienenen Band „Edad“ („Lebensalter“), für den er
ein Jahr später mit dem höchsten spanischen Lyrikpreis, dem „Premio
Nacional de Poesía“, ausgezeichnet wurde. „Edad“ ist in der Tat ein
Spätwerk, in dem Gamoneda seine bisherigen Schriften noch einmal
gesichtet und zum Teil stark überarbeitet hat. Präsentiert werden hier
Gedichte aus den Jahren 1947 bis 1986, die zum Teil neu
zusammengestellt und durch bisher unveröffentlichtes Material ergänzt
wurden. Einige von den Gedichten „musste ich wie ein Bildhauer aus
einem Felsblock aus anderen Gedichten, deren Inneres mir bis dahin
verborgen geblieben war, herauslösen.“ 1992 erschien „Libro del frío“
(„Buch der Kälte“), das 1993 für den „Europa-Preis“ nominiert wurde.
Zwei Jahre später lieferte der Autor mit „Libro de los venenos“ („Buch
der Gifte“) eine überzeugende poetische Neuschaffung der „Materia
Médica“ von Discórides. Gamoneda hat sich auch als Übersetzer anderer
Autoren einen Namen gemacht. So hat er unter anderen Nazim Hikmet und
Mallarmé ins Kastilische übertragen. Seit 1980 ist Gamoneda einer der
Leiter der 1877 gegründeten Stiftung „Sierra-Pambley“, die sich für die
Bildung der Arbeiter und Bauern einsetzt. Zuletzt veröffentlichte er
den Gedichtband „Cecilia“ (2004), außerdem den Roman „Descripción del
frio“ („Beschreibung der Kälte“, 2002). 2006 wurde Gamoneda mit dem
Premio Reina Sofía de Poesía Iberoamericana der Universität Salamanca
und dem Premio Miguel de Cervantes geehrt.
© internationales literaturfestival berlin
BIBLIOGRAFIE:
Sublevación imóvil
Ediciones Rialp
Madrid, 1960
Descriptión de la mentira
Colecctión Provincia
León, 1977
León de la mirada
Espadaña Editorial
León, 1979
Blues Castellano
Plaza & Janés
Madrid, 1982
Edad
Cátedra
Madrid, 1987
Libro del frío
Siruela
Madrid, 1992
Libro de los venenos
Siruela
Madrid, 1994
Relación y fábula
Editorial Limite
Santander, 1997
Descripción del frio
Celarayan Editorial
León, 2002
Arden las pérdidas
Tusquets Editores
Barcelona, 2003
Cecilia
Fundación César Manrique
Teguise, 2004
Esta Luz
Galaxia Gutenberg
Barcelona, 2004
Übersetzer: Manfred Bös, Tobias Burghardt
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