Logo oben
34 px home | sitemap | suche | english |
37 px
Mindesthöhe
Autor
© privat

Tomaz Salamun 

Slowenien

Gast beim ilb 2003

1941 im jugoslawischen Zagreb geboren, wuchs Tomaz Salamun im slowenischen Koper als Sohn eines Kinderarztes und einer Bibliothekarin auf: eine offenbar behütete Kindheit mit drei Geschwistern an der Schnittstelle dreier Kulturen - Mitteleuropa, Mittelmeer und Balkan. Während seines Studiums der Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität von Ljubljana war er an der Literaturzeitschrift „Perspektive“ beteiligt, in der seine ersten Gedichte erschienen. 1964 kam sein erster Gedichtband heraus, eine Attacke gegen die kommunistische Bürokratie. Ab 1965 war Salamun Assistent für Kunstgeschichte an der Universität, 1968-69 Kurator an der Moderna Galerija in Ljubljana. Als Konzept- und Environment-Künstler wurde er mit seiner Gruppe OHO zu einer Ausstellung im MOMA nach New York eingeladen, was ihm eine weitere Kultur eröffnete.1971-73 nahm er am International Writing Program in Iowa teil, wo er auch beim Übersetzen von W. C. Williams und Wallace Stevens die Frische und Andersartigkeit der amerikanischen Lyrik kennen lernte. 1986 brachte ihn ein Fulbright-Stipendium an die Columbia University in New York, 1996-99 war er Kulturattaché am Slowenischen Konsulat in New York. 2001 hatte er eine Gastprofessur für Kreatives Schreiben an der University von Massachusetts in Amherst, 2003 ein DAAD-Stipendium in Berlin. Salamun ist mit der Künstlerin Metka Krasovec verheiratet, mit der er in Ljubljana lebt.

Salamun nennt sich selber ein „Ungeheuer“, wohl weil er im Schreiben das Ungeheuerliche der menschlichen Seele erkundet und dabei die Grenzen und Regeln seiner Sprache, dem Slowenischen, aufsprengt. Seine Gedichte verbinden das Experimentelle und Visionäre der europäischen Lyrik mit der Provokation und Nüchternheit der nordamerikanischen Dichter. Er hat die Welt bereist, aber im Leben wie im Schreiben bleibt er seinem Land verbunden -  einem Land, das im Laufe der Jahrhunderte immer wieder fremderobert wurde. Seit seine Gedichte vor allem ins Englische, aber auch in ein Dutzend andere Sprachen übersetzt worden sind, gehört Salamun zur amerikanischen Literaturszene, Charles Simic, Phillis Levin u. a. haben seine Gedichte übersetzt. Seine Poetik der Rebellion ist eine Negation ohne Programm, ein Akt der Selbst-Befreiung und offenen Suche. Schnell, spielerisch, absurd, gegenwartsprall – so kommen seine Gedichte daher, zuweilen auch zärtlich und sensitiv. Es mag nicht zuletzt diese stilistische Vielfalt sein, der Salamun seine Popularität in Slowenien verdankt. Witzig, elegant und provokant entsteht ein Sprung in die Mitte der eigenen Imagination, dorthin, wo sich persönliche Freiheit entfaltet und wo das Erhabene zu ahnen ist.

Salamuns jüngste Gedichtsammlung in deutscher Übersetzung „Lesen. Lieben. Gedichte aus vier Jahrzehnten“ erschien 2006.

© internationales literaturfestival berlin

BIBLIOGRAFIE:

 

Ein Stengel Petersilie im Smoking

Fischer

Frankfurt/Main, 1972

Übersetzung: Peter Urban

 

Maske

Mladinska Knjiga

Ljubljana, 1980

 

Mera casa

Cankarjeva zalozba

Ljubljana, 1987

 

Poker

Cankarjeva zalozba

Ljubljana, 1989

 

Wal

Droschl

Graz, 1990

Übersetzung: Fabjan Hafner

 

Morje

Nova revija

Ljubljana, 1999

 

Amerika

Mondena

Grosuplje, 2000

 

Vier Fragen der Melancholie

Korrespondenzen

Wien, 2003

Übersetzung: Peter Urban

 

Aber das sind Ausnahmen

Korrespondenzen

Wien, 2004

Übersetzung: Peter Urban

 

Ballade für Metka Krasovec

Korrespondenzen

Wien, 2005

Übersetzung: Fabjan Hafner

 

Lesen. Lieben. Gedichte aus vier Jahrzehnten

Suhrkamp

Frankfurt/Main, 2006

Übersetzung: Fabjan Hafner

 

Übersetzer: Michael Biggins, Fabjan Hafner, Peter Urban

A B C D E F G H
I J K L M N O P
Q R S T U V W X
Y Z

Hauptstadtkulturfonds | Berliner Festspiele | UNESCO | KulturSPIEGEL | skoda | Hôtel Concorde Berlin | Foradori | Arte