Logo oben
34 px home | sitemap | suche | english |
37 px
Mindesthöhe
Autor
© S.B. Skopelitis

Jorgi Jatromanolakis  

Griechenland

Gast beim ilb 2003

Jorgi Jatromanolakis wurde 1940 in Saros auf Kreta geboren. Er studierte Klassische Philologie in Athen, anschließend begann er ein Postgraduiertenstudium am King’s College in London, das er mit dem Doktortitel abschloss. Er arbeitete als Gymnasiallehrer. Seit 1975 unterrichtet er an der Universität Athen, wo er, nach einer Gastprofessur an der Harvard University 1979 bis 1980, heute als Professor für Klassische Philologie tätig ist.

Bereits in den siebziger Jahren erschienen von ihm zwei Prosatexte. 1982 wurde sein Roman „Istoría“ (dt. „Der Schlaf der Rinder“, 1996) veröffentlicht, für den der Autor den Griechischen Staatspreis und den Nikos-Kasantzakis-Preis erhielt. Seither erschienen die Romane „Anofelés diíjima“ (1993; dt. „Bericht von einem vorbestimmten Mord“, 1998) und „Erotikón“ (1995; dt. „Erotikon“, 2001). Seine Romane „Stin kiláda ton Athinón“ (2000; Ü: Im Tal von Athen) und „Elinas kleos“ (2002) wurden noch nicht ins Deutsche übersetzt. Daneben schreibt Jatromanolakis Gedichte sowie wissenschaftliche Texte zur Klassischen Philologie und zur neugriechischen Literatur.

Im „Bericht von einem vorbestimmten Mord“ werden während eines Seminars auf Kreta zwei Physiker von einem Doktoranden niedergeschossen, der daraufhin in die Berge flieht und Selbstmord begeht. Erst Monate später wird die Leiche von einem Hirten entdeckt. Formal ist der Text als wissenschaftlicher Bericht eines anonym bleibenden Erzählers gestaltet, der anhand von Zeitungen, Obduktionsberichten, Fotos und Ortsbegehungen die Morde zu rekonstruieren versucht. Im Geheimnisvollen und Unerklärlichen der Taten tritt jedoch immer wieder die mythische Kraft antiker Sagen hervor, die in den heiligen Bergen Kretas noch gegenwärtig zu sein scheinen.

Jatromanolakis Bücher verbindet ein großes Formbewusstsein, Vielschichtigkeit und eine moderne, gelegentlich schwer zugängliche Sprache, die aus der Beimischung von Stilelementen aus den Traditionen der griechischen Literatur Leben gewinnt. „Wenn schon der erste Satz eines Krimis die Identität des Täters preisgibt, muss der Autor anderes im Sinn haben als spannende Unterhaltung“, schrieb Ulrich M. Schmid. Statt des Handlungsablaufs bilden vielmehr der Blickwinkel des Erzählers und die Suche nach moralischen Kategorien der Bewertung den eigentlichen Kern. Dass viele von Jatromanolakis‘ Texten in Griechenland spielen, dient mehr als nur dem Kolorit. Die Figuren, die der Autor entwirft, sind untrennbar mit dem Ort verbunden, an dem sie leben; dessen Geschichte, Tradition und Mythen sind Teil ihrer Persönlichkeit geworden.

© internationales literaturfestival berlin

BIBLIOGRAFIE:

 

Limonario

Kalvos

Athen, 1974

 

I arravoniastikia

Kedros

Athen, 1979

 

O sacherenios erastis

Stigmi

Athen, 1979

 

Der Schlaf der Rinder

Bruckner & Thunker

Köln, 1996

Übersetzung: Norbert Hauser

 

Bericht von einem vorbestimmten Mord

DuMont

Köln, 1998

Übersetzung: Norbert Hauser

 

Erotikon

DuMont

Köln, 2001

Übersetzung: Norbert Hauser

 

Elinas kleos

Agra

Athen, 2002

 

Übersetzer: Norbert Hauser

A B C D E F G H
I J K L M N O P
Q R S T U V W X
Y Z

Hauptstadtkulturfonds | Berliner Festspiele | UNESCO | KulturSPIEGEL | skoda | Hôtel Concorde Berlin | Foradori | Arte