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Autor
© Doris Poklekowski

Günter Grass

Deutschland

Gast beim ilb 2003

Günter Grass wurde 1927 in Danzig geboren. Am Zweiten Weltkrieg nahm er als Panzersoldat teil, wurde verwundet und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Freilassung absolvierte er eine Steinmetzlehre und studierte anschließend Grafik und Bildhauerei in Düsseldorf und Berlin, schrieb Gedichte und Theaterstücke. 1955 wurde er bei einem Lyrikwettbewerb des Süddeutschen Rundfunks ausgezeichnet. Dieser Erfolg bescherte ihm eine erste Lesung vor der "Gruppe 47" und 1956 „Die Vorzüge der Windhühner“, seine erste Buchveröffentlichung mit Gedichten, Prosa und Zeichnungen. 1958 erhielt Grass den Preis der "Gruppe 47" für den Roman „Die Blechtrommel“, der 1959 erschien und seinen weltweiten Ruhm als Schriftsteller begründete. Zusammen mit der Novelle „Katz und Maus“ (1961) und dem Roman „Hundejahre“ (1963) bildet er die „Danziger Trilogie“. Obgleich Grass auch Dramen und Gedichte geschrieben hat, fanden seine Prosawerke mit teils autobiographisch geprägten Figuren und Erzählern die größte Beachtung. Die Verbindung von Realismus und skurriler Phantasie, eine große Lust an Sprachspielen, Jargon und grotesken Bildern zeichnen seine Werke aus. In den sechziger Jahren begann Grass, sich politisch zu engagieren, zog für die SPD  in den Wahlkampf und gründete die Sozialdemokratische Wählerinitiative. Seitdem äußert er sich regelmäßig zu politischen Themen, so auch zum Irak-Krieg im Frühjahr 2003. Auch in seinen literarischen Arbeiten lässt er „den Bürger im Schriftsteller zu Wort kommen“ und reflektiert als politischer Moralist die Geschichte Deutschlands – seien es die Geschehnisse des 17. Juni 1953 in seinem Drama „Die Plebejer proben den Aufstand“ (1966), die deutsche Wiedervereinigung in dem Roman „Ein weites Feld“ (1995) oder den Untergang des „Kraft-durch-Freude“-Schiffs „Wilhelm Gustloff“ im Januar 1945 in der Novelle „Im Krebsgang“ (2002). Als im Vorfeld seines Erinnerungsbuches "Beim Häuten der Zwiebel" (2006) bekannt wurde, dass der Autor als 17jähriger für kurze Zeit Mitglied der Waffen-SS gewesen war, stand er in Deutschland im Zentrum einer heftigen öffentlichen Diskussion.
Neben zahlreichen literarischen Auszeichnungen und Ehrentiteln erhielt Grass 1999 den Literatur-Nobelpreis für sein Lebenswerk. Er habe, so die Schwedische Akademie, „in munterschwarzen Fabeln das vergessene Gesicht der Geschichte gezeichnet“. Günter Grass lebt in der Nähe von Lübeck.

© internationales literaturfestival berlin

BIBLIOGRAFIE:

 

Die Blechtrommel

Luchterhand

Darmstadt, 1959

 

Gleisdreieck

Luchterhand

Darmstadt, 1960

 

Katz und Maus

Luchterhand

Darmstadt, 1961

 

Hundejahre

Luchterhand

Neuwied, 1963

 

Die Vorzüge der Windhühner

Luchterhand

Berlin, 1963

 

Ausgefragt: Gedichte und Zeichnungen

Luchterhand

Neuwied, 1967

 

Hochwasser. Ein Stück in zwei Akten

Suhrkamp

Frankfurt/Main, 1968

 

Über das Selbstverständliche

Luchterhand

Neuwied, 1968

 

Briefe über die Grenze

[mit Pavel Kohout]

Wegner

Hamburg, 1968

 

Die Ballerina

Friedenauer

Berlin, 1969

 

Örtlich betäubt

Luchterhand

Neuwied, 1969

 

Theaterspiele

Luchterhand

Neuwied, 1970

 

Gesammelte Gedichte

Luchterhand

Neuwied, 1971

 

Aus dem Tagebuch einer Schnecke

Luchterhand

Neuwied, 1972

 

Mariazuehren

Bruckmann

München, 1973

 

Der Bürger und seine Stimme: Reden, Aufsätze, Kommentare

Luchterhand

Darmstadt, 1974

 

Der Butt

Luchterhand

Darmstadt, 1977

 

Denkzettel: Politische Reden und Aufsätze

Luchterhand

Darmstadt, Neuwied, 1978

 

Das Treffen in Telgte

Luchterhand

Darmstadt, 1979

 

Kopfgeburten oder Die Deutschen sterben aus

Luchterhand

Darmstadt, 1980

 

Aufsätze zur Literatur

Luchterhand

Darmstadt, Neuwied, 1980

 

Die bösen Köche: Ein Drama in fünf Akten

Luchterhand

Darmstadt, 1982

 

Ach Butt, dein Märchen geht böse aus

Luchterhand

Darmstadt, 1983

 

Die Rättin

Luchterhand

Darmstadt, Neuwied, 1986

 

Mit Sophie in die Pilze gegangen

Steidl

Göttingen, 1987

 

Zunge zeigen

Luchterhand

Darmstadt, 1988

 

Die Gedichte: 1955 – 1986

Luchterhand

Darmstadt, 1988

 

Skizzenbuch

Steidl

Göttingen, 1989

 

Meine grüne Wiese

Manesse

Zürich, 1989

 

Schreiben nach Auschwitz

Luchterhand

Frankfurt/Main, 1990

 

Totes Holz: Ein Nachruf

Steidl

Göttingen, 1990

 

Vier Jahrzehnte: Ein Werkstattbericht

Steidl

Göttingen, 1991

 

Gegen die verstreichende Zeit

Luchterhand

Frankfurt/Main, 1991

 

Rede vom Verlust: Über den Niedergang der politischen Kultur im geeinten Deutschland

Steidl

Göttingen, 1992

 

Unkenrufe

Steidl

Göttingen, 1992

 

Schaden begrenzen oder auf die Füße treten

Volk & Welt

Berlin, 1993

 

Novemberland: 13 Sonette

Steidl

Göttingen, 1993

 

Günther Grass – In Kupfer, auf Stein

Steidl

Göttingen, 1994

 

Gestern, vor 50 Jahren: Ein deutsch-japanischer Briefwechsel

[mit Kenzaburo Oe]

Steidl

Göttingen, 1995

 

Ein weites Feld

Steidl-Verlag

Göttingen, 1995

 

Fundsachen für Nichtleser

Steidl

Göttingen, 1997

 

Mein Jahrhundert

Steidl

Göttingen, 1999

 

Für- und Widerworte

Steidl

Göttingen, 1999

 

Vom Abenteuer der Aufklärung: Werkstattgespräche

[mit Harro Zimmermann]

Steidl

Göttingen, 1999

 

Ohne Stimme: Reden zugunsten des Volkes der Roma und Sinti

Steidl

Göttingen, 2000

 

Die Zukunft der Erinnerung

Steidl

Göttingen, 2001

 

Gebrannte Erde

Steidl

Göttingen, 2002

Ill: Dirk Reinartz

 

Im Krebsgang

Steidl

Göttingen, 2002

 

Letzte Tänze

Steidl

Göttingen, 2003

 

Lyrische Beute

Steidl

Göttingen, 2004

 

Fünf Jahrzehnte

Steidl

Göttingen, 2004

 

„Wir leben im Ei“

Suhrkamp

Frankfurt/Main, 2005

 

Freiheit nach Börsenmaß

Steidl

Göttingen, 2005

Beim Häuten der Zwiebel
Steidl
Göttingen, 2006

 

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