Logo oben
34 px home | sitemap | suche | english |
37 px
Mindesthöhe
Autor
© Hartwig Klappert

Lee Siegel 

USA

Gast bei ilb 2003 

Lee Siegel wurde 1945 in Los Angeles geboren. Er studierte Vergleichende Literturwissenschaft an der University of California in Berkeley und Kunst an der Columbia University in New York. Nachdem er in Oxford im Fachgebiet Sanskrit promovierte, erhielt er einen Ruf an die University of Hawaii, wo er seither als Professor für Religionswissenschaften tätig ist.

Siegels wissenschaftliche Arbeiten zur Liebeslyrik, Komödie, Horror und Magie Indiens wurden mehrfach ausgezeichnet. Sein Interesse und seine Faszination an Indien sowie sein Wissen über diese Kultur beeinflussen und prägen seine literarischen Texte. Siegels erster Roman "Love in a Dead Language" (1999) – Notable Book of the Year der "New York Times" – erzählt die Geschichte eines Professors für Indologie, der glaubt, erst nach einer Affäre mit einer Inderin die Kultur des Landes verstehen zu können, und der sich aus dieser Vorstellung heraus so obsessiv wie verhängnisvoll in eine junge Amerikanerin indischer Herkunft verliebt. Das Buch ist sowohl eine Satire auf den amerikanischen Lehrbetrieb als auch eine Parodie westlicher Phantasien über das orientalische Verständnis sexueller Leidenschaft und zudem eine Karikatur der verschiedenen Arten und Weisen, von erotischer Liebe zu schreiben.

Siegels jüngster Roman, "Love and Other Games of Chance" (2003), führt von den Ufern des roten Meeres bis auf den Gipfel des Mount Everest und kartographiert so eine Reise vom tiefsten bis zum höchsten Punkt der Erde. Diese komische Erzählung wird raffiniert verwoben von dem umherziehenden Schausteller Isaac Schlossberg, der in Hawaii auf das Ende des Zweiten Weltkriegs wartet, damit er als erster Mensch den Mount Everest besteigen kann. Er ordnet seine Erinnerungen in die hundert Felder des Kinderbrettspiels "Schlangen und Leitern", in hundert Erzählblöcke eines patchworkartigen Schelmenromans. In einer ersten Erinnerung sieht Isaac, Sohn jüdischer Immigranten im frühen 20. Jahrhundert, sich selbst in der fahrenden Varietéshow seines Vaters als Samoo, den wundersamen Schlangenjungen. Als Wild-West-Darsteller beginnend, arbeiten sich die Schlossbergs im Spiel hinauf durch Zirkus, Vaudeville und frühe Filme. Isaac selbst reist von Kalifornien nach Kalkutta, als Darsteller einer Schauspielertruppe weiter nach England, in die Sowjetunion und nach Paris, bis er schließlich nach Amerika zurückkehrt.

So wie Isaac durch die Welt und über das Spielbrett reist, bewegt er sich auch wehmütig von den Anfängen der Liebe durch ihre schmerzvollsten und fröhlichsten, edelsten und lächerlichsten Formen, bis er endlich beinahe ihre Erfüllung findet. "Es ist", beharrt Isaac, "eine Geschichte über Liebe und Tod und den Versuch, dennoch Spaß zu haben."

© internationales literaturfestival berlin


BIBLIOGRAFIE:

 

Sacred and Profane Dimensions of Love in Indian Traditions

Oxford University Press

Delhi, New York, 1978

 

Fires of Love, Waters of Peace. Passions and Renunciation in Indian Culture

University of Hawaii Press

Honolulu, 1983

 

Laughing Matters. Comic Tradition in India

University of Chicago Press

Chicago, 1987

 

Net of Magic. Wonders and Deceptions in India

University of Chicago Press

Chicago, 1991

 

City of Dreadful Night. A Story about Horror & the Macabre in India

University of Chicago Press

Chicago, 1995

 

Love in a Dead Language

University of Chicago Press

Chicago, 1999

 

Love and Other Games of Chance

Viking

New York, 2003

 

Who Wrote the Book of Love?

University of Chicago Press

Chicago, 2005

Falling Upwards: Essays in Defense of Imagination
Basic Books
New York, 2006

Übersetzerin: Susanne Högel

A B C D E F G H
I J K L M N O P
Q R S T U V W X
Y Z

Hauptstadtkulturfonds | Berliner Festspiele | UNESCO | KulturSPIEGEL | skoda | Hôtel Concorde Berlin | Foradori | Arte