Logo oben
34 px home | sitemap | suche | english |
37 px
Mindesthöhe
Autor
© privat

Aritha van Herk

Kanada

Gast beim ilb 2004

Aritha van Herk wurde 1954 in Wetaskiwin/Alberta, Kanada, geboren. Die Tochter niederländischer Immigranten wuchs auf einer Farm auf. Sie studierte Kanadische Literatur und Kreatives Schreiben in Edmonton. Ihr Debütroman „Judith“ (dt. „Alle meine Schweine“, 1979), erschien 1978 und wurde mit dem Seal First Novel Award ausgezeichnet. Judith ist eine junge Frau, die ihr Leben als Sekretärin und ihre ambivalente Beziehung zu einem älteren Mann in der Stadt hinter sich lässt, um allein auf einer abgelegenen Farm Schweine zu züchten. Aritha van Herk erzählt vom Streben nach Unabhängigkeit und der Suche nach einer komplexen weiblichen Identität, indem sie starke Frauenfiguren aus Mythen sowie aus der Bibel adaptiert: in diesem Fall sind es die alttestamentarische Judith, die den Kriegsherrn Holofernes enthauptete, und die griechische Zauberin Circe, die die Männer des Odysseus in Schweine verwandelte. Die feministische Erzählperspektive interessierte und provozierte die Literaturkritik gleichermaßen. Auch in ihren weiteren Romanen fordert Aritha van Herk Geschlechterstereotype heraus. J. L., die Protagonistin ihres zweiten Romans „The Tent Peg“ (1981; dt. „Mackenzies Koch“, 1983), muss sich als Köchin bei den Männern eines Geologenteams, das im Norden Kanadas ein Forschungsprojekt durchführt, ihren Respekt erkämpfen. Die Erzählung beginnt realistisch, verlagert sich im Verlauf jedoch mehr und mehr ins Mythisch-Phantastische, untermalt von der Landschaft und wechselnden Erzählperspektiven. Parallel dazu lösen sich in der ursprünglichen Natur Kanadas die gesellschaftlich festgelegten Rollenklischees des Männlichen und des Weiblichen metaphorisch auf. Die Autorin lässt aber auch weibliche Rollenbilder in ihrer Ambivalenz aufeinandertreffen: J. L. erfüllt als Köchin die mütterlich-versorgende Rolle, aber ihr Name sowie der Originaltitel des Buches verweisen auf die biblische Heldin Jael, die ihren Widersacher tötete, indem sie ihm einen Pflock in die Schläfe schlug. Ihr dritter Roman, „No Fixed Address“ (1986; dt. “Adresse unbekannt”, 1989), folgt einem weiblichen Schelm auf einsamen Wegen durch die Prärie, in der sie Ärger und Abenteuer sucht. Seit 1983 unterrichtet Aritha van Herk Kreatives Schreiben und Literaturwissenschaft an der Universität Calgary. Sie publizierte eine Reihe von Literaturkritiken sowie literaturwissenschaftliche Aufsätze und Bücher, darunter „Places Far from Ellesmere“ (1990), „In Visible Ink. Crypto-frictions“ (1991) und „A Frozen Tongue“ (1992) und „Mavericks: An Incorrigible History of Alberta“ (2001). In diesen experimentellen und subversiven Essays verbindet sie die Geschichte Kanadas mit fiktiven, biographischen und literaturtheoretischen Elementen. „Restlessness“ (1998), ihr bisher letzter Roman, erforscht die Melancholie des Reisens und die Versuchungen des Heimwehs. Aritha van Herk lebt in Calgary.

© internationales literaturfestival berlin

Aritha van Herk online: www.arithavanherk.de

BIBLIOGRAFIE:

 

Alle meine Schweine

Zsolnay

Wien, 1979

 

Mackenzies Koch

Zsolnay

Wien, 1983

 

Unter Männern

Rowohlt

Reinbek, 1987

 

Adresse unbekannt

Rowohlt

Reinbek, 1989

 

In Visible Ink

NeWest

Edmonton, 1991

 

A Frozen Tongue

Dangaroo

Sydney, 1992

 

Restlessness

Red Deer College Press

Red Deer, 1998

 

Mavericks – An Incorrigible History of Alberta

Penguin

Toronto, London, 2001

 

 

Übersetzer: Eva Grün, Stefanie Kovacic, Werner Richter, Alexander Schmitz

A B C D E F G H
I J K L M N O P
Q R S T U V W X
Y Z

Hauptstadtkulturfonds | Berliner Festspiele | UNESCO | KulturSPIEGEL | skoda | Hôtel Concorde Berlin | Foradori | Arte