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Malika Ferdjoukh

Algerien/ Frankreich

Gast des ilb 2004

Malika Ferdjoukh wurde 1957 an der algerischen Mittelmeerküste geboren und lebt seit ihrer frühen Kindheit in Paris. Nach dem Abitur studierte sie Film- und Literaturwissenschaft, arbeitete zunächst in einem Kinderkrankenhaus und als Lehrerin. Über sich selbst sagt sie: „Ich liebe alles, was Geschichten erzählt. Das Kino ebenso wie die Literatur.“ Seit 1989 schreibt sie Kinder- und Jugendromane, Fernsehdrehbücher und veröffentlicht Romane für Erwachsene unter Pseudonym.

Elegant, leichtfüßig und wie mit einem Lächeln auf den Lippen geschrieben, entwickelt Ferdjoukh ihre Geschichten, in denen häufig Geheimnisse, kuriose Vorfälle und überraschende Entdeckungen zum Aktionsfeld der jungen Protagonisten werden. Die heitere Grundmelodie ihrer Texte unterfüttert die Autorin mit Suspense-Elementen und  zugleich einer gewissen Ernsthaftigkeit. Der spielerisch-humorvolle Umgang mit schwierigen Themen wie Liebe, Scheidung, Arbeitslosigkeit oder Gewalt verleiht ihren Büchern eine große Vielschichtigkeit.

So trotzt in ihrem Jugendthriller „Fais-moi peur“ (1994; dt. „Mach mir Angst!“, 2001) eine Schar gewitzter Kinder einem rassistischen Mörder. Die Autorin erzählt von Monsieur N., der an einer ‚Krankheit’ namens Fremdenhass leidet. Während sich die jüdischen Geschwister Mintz bei „M – eine Stadt sucht einen Mörder“ lustvoll gruseln und den elternlosen Vorweihnachtsabend zum Popcornmachen nutzen, betritt ein wirklicher Mörder den Schauplatz. Ferdjoukh zeigt das familiär-vertraute Zusammensein unter Geschwistern ebenso vergnüglich und authentisch wie die verschiedenen Gesichter, die das Böse haben kann – das des zu klein geratenen Monsieur N., der nicht immer ein Mörder war, oder das der SS-Schergen, die Großmama Mintz noch heute in ihren Träumen peinigen. 2004 erschien Ferdjoukhs Jugendroman „Sombres citrouilles“ (1999; dt. „Schwarze Kürbisse“) in deutscher Übersetzung. Als die Zwillinge Violette und Annette, sowie Colin, Hermès und Madeleine an Halloween einen Toten im Kürbisbeet des Familienanwesens entdecken, entspinnt sich eine turbulente Mörderjagd. Bis zum spannenden Finale entwickelt die Autorin ein Familientableau von großer atmosphärischer Dichte, hinter dem sich menschliche Abgründe auftun und Kinder die verlogene Welt der Erwachsenen demaskieren. Wie im Film nutzt die Autorin dazu präzise Schnitte und überraschende Perspektivwechsel.

Für „Les joues roses“ (1993; dt. „Wie verliebt man seinen Vater?“, 1996) erhielt Malika Ferdjoukh 1993 den Grand Prix du Roman Jeunesse und ein Jahr später den Prix Beaugency für das lustigste Kinderbuch des Jahres. „Sombres Citrouilles“ wurde mit dem Prix Sorcières 2000 ausgezeichnet. Zu ihren zuletzt erschienenen Werken für Jugendliche gehört die vierteilige „Quatre Soeurs“-Serie (2003f), die unter dem Titel „Die vier Schwestern“ (2005f) bereits in deutscher Übersetzung erschienen ist.

© internationales literaturfestival berlin

BIBLIOGRAFIE:

 

Rome, l´enfer

L´Ecole des loisirs

Paris, 1995

 

La fiancé du fantome

L´Ecole des loisirs

Paris, 1999

 

Sombres citrouilles

L´Ecole des loisirs

Paris, 1999

 

Mach mir Angst

Arena

Würzburg, 2001

Übersetzung: Uta Szyszkowitz

 

Minuit-cinq

L´Ecole des loisirs

Paris, 2002

 

La fille d´en face

Bayard Jeunesse

Montréal, 2002

 

L´assassin de papa

Syros

Paris, 2003

 

Wie verliebt man seinen Vater?

Fischer

Frankfurt/Main, 2004

Übersetzung: Hans Georg-Noack

 

Schwarze Kürbisse

Sauerländer

Düsseldorf, 2004

Übersetzung: Rosemarie Griebel-Kruip

Boum
École des Loisirs
Paris, 2005  

Die vier Schwestern: Hortense
Carlsen
Hamburg, 2005
Übersetzung: Bernadette Ott 

Die vier Schwestern: Enid
Carlsen
Hamburg, 2005
Übersetzung: Bernadette Ott 

Die vier Schwestern: Bettina
Carlsen
Hamburg, 2006
Übersetzung: Bernadette Ott 

Die vier Schwestern: Geneviève
Carlsen
Hamburg, 2006
Übersetzung: Bernadette Ott

 

Übersetzer: Hans-Georg Noack, Rosemarie Griebel-Kruip, Bernadette Ott, Uta Szyszkowitz

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