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© Kunstmann

Wolf Erlbruch 

Deutschland 

Gast des ilb 2008

Einen »Zauberer« nannte ihn die Jury des Hans-Christian-Andersen-Awards, mit dem er 2006 für sein Œuvre als Illustrator geehrt wurde. Wolf Erlbruch, 1948 in Wuppertal geboren, ist einer der großen zeitgenössischen Bilderbuchkünstler. Er studierte Grafikdesign an der Folkwang Hochschule in Essen, arbeitete in der Werbebranche und publizierte in Magazinen wie »Esquire«, »GQ« und »Stern«. Als man ihn 1985 mit der Illustration des Kinderbuchs »Der Adler, der nicht fliegen wollte« von James Aggrey betraute, begann eine Weltkarriere. Sein Bilderbuch »Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat« (1989; Text: Werner Holzwarth) erlangte innerhalb kürzester Zeit Kultstatus.

Wolf Erlbruchs künstlerische Handschrift ist seit den neunziger Jahren stilbildend. Seine Kompositionen bestechen durch große Kunstfertigkeit im Umgang mit mannigfachen Werkstoffen wie collagierten Papieren, Pastellkreide, Blättern mit Rechenkästchen, topografischen Karten und Stempeln. Erlbruchs Arbeiten beschäftigen sich mit existentiellen Themen wie dem Sinn des Lebens, in »Die große Frage« (2004), und beinhalten auch einfache Geschichten wie die von »Frau Meier, die Amsel« (1995). Vor allem als Zeichner von Charakterfiguren ist er überragend. »Ein Bilderbuch wie ein Keulenschlag« (Jens Thiele) ist »Die Menschenfresserin« (1996) nach einer Erzählung von Valérie Dayre. In der Tradition von Max Ernst und Giorgio de Chirico gestaltet der Künstler das tragische Märchen einer Furie, die blind vor Gier das eigene Kind verschlingt. Den fatalen Augenblick selber kommentiert er mit einer Leerstelle. Auf die Frage, warum es in seinen Büchern auch leeren Raum gibt, entgegnet er: »Freie Flächen sind immer Flächen, auf die man seine eigenen Fantasien projizieren kann […]. Wenn man gezwungen wird, sich mit einfachen Dingen aufzuhalten, muss man sich im Kopf bewegen.« Nach opulenten Werken erweist sich Erlbruch in seinen jüngsten Bilderbüchern als Meister der Reduktion. In der von Bart Moeyaert erzählten Schöpfungsgeschichte »Am Anfang« (2003) setzt er neben feine Zeichnung und Collage große, lasierende Flächen in Wasserfarbe. 2007 erschien »Ente, Tod und Tulpe«, das in minimalistischen Bildern vom Sterben erzählt. Dieses Bilderbuch ist »ein Virtuosenstück im Umgang mit dem größten aller Menschheitsthemen«, schrieb die »Frankfurter Allgemeine Zeitung«, »ausgehandelt zwischen einer leicht naiven Ente und einem äußerst charmanten Knochenmann«.

Als Künstler und Lehrender hat Wolf Erlbruch in den vergangenen Jahrzehnten eine herausragende Rolle eingenommen. 1990 wurde er zum Professor für Illustration an die Fachhochschule Düsseldorf berufen, seit 1997 unterrichtet er im Fachbereich Architektur-Design-Kunst an der Bergischen Universität Wuppertal. Erlbruchs Werke wurden auf der ganzen Welt verlegt und vielfach prämiert, u.a. dreimal mit dem Bologna Ragazzi Award, sowie mit dem Troisdorfer Bilderbuchpreis (2000), dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises (2003) und dem Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig (2003). Erlbruch ist verheiratet, hat einen Sohn und lebt in Wuppertal.

© internationales literaturfestival berlin

BIBLIOGRAFIE:

Die Menschenfresserin
[Text: Valérie Dayre]
Peter Hammer
Wuppertal, 1996

Das Hexen-Einmal-Eins
[Text: Johann Wolfgang von Goethe]
Hanser
München, 1998

Frau Meier, die Amsel
Peter Hammer
Wuppertal, 2000

Leonard
Peter Hammer
Wuppertal, 2001

Die wundersame Reise des kleinen Kröterichs
[Text: Yaakov Shabtai]
dtv
München, 2001
[Ü: Mirjam Pressler]

Am Anfang
[Text: Bart Moeyaert]
Peter Hammer
Wuppertal, 2003

Ente, Tod und Tulpe
Kunstmann
München, 2006

Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat
[Text: Werner Holzwarth]
Peter Hammer
Wuppertal, 2008

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Nie, wirklich nie, habe ich eine bessere, einfühlsamere Aufnahme bei einer ähnlich großen Veranstaltung erfahren, wie sie das internationale Literaturfestival in Berlin ist.
Miriam Möllers’ Organisation als schlicht perfekt zu bezeichnen, wäre viel zu wenig. Jedes noch so kleine Detail wurde absolut ernst genommen, und ich hatte wirklich das Gefühl, auf Freunde zu treffen, die nur im Sinn hatten, mich mit ganzer Kraft zu unterstützen und mir gleichzeitig, auch außerhalb des eigentlichen Grundes für mein Dabeisein, eine wirklich schöne Zeit in Berlin zu bescheren.
Ich habe einige Veranstaltungen im Jugendbuch-Bereich besucht und fand auch dort erstaunlich, wie gut die jugendlichen Gäste vorbereitet waren und wie begeistert sie die Autoren wahrgenommen haben. So etwas gelingt nur, wenn seitens der Programmleitung Kontakte zu Schulen wirklich gepflegt werden. So müsste es weitergehen, dann wäre mir um das Lesen bei Jugendlichen nicht bange.
 
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