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Autor
© Dimitris Tsoublekas

Amanda Michalopoulou

Griechenland

Gast beim ilb 2004

Amanda Michalopoulou wurde 1966 in Athen, Griechenland, geboren. Sie studierte Französische Philologie in Athen und Journalismus in Paris. Seit 1990 arbeitet sie als Kritikerin und Kolumnistin für die Tageszeitung „I Kathimerini”. Bei einem Literaturwettbewerb der Zeitschrift „Revmata“ erhielt sie 1993 den ersten Preis für die beste Kurzgeschichte. Bald darauf erschien ihr erstes Buch „Éxo i zoi ine políchromi” (1994; Ü: Draußen ist das Leben bunt), ein Sammelband, bestehend aus fünf Erzählungen. Mit scharfem Blick fürs Detail schildert sie alltägliche Situationen, deren Ausgang oft surrealistisch pointiert ist. Das phantastische und befremdliche Element findet sich auch in ihren weiteren Veröffentlichungen, die vorwiegend während ihrer Aufenthalte als Stipendiatin in Deutschland, Frankreich, den USA und in der Schweiz entstanden. Fern von den vertrauten Konventionen der Heimat sieht sie das Leben im Ausland, das Moment der Sprachlosigkeit in einer fremden Sprache, die Konfrontation mit der eigenen Identität im Spiegel einer fremden Umgebung als Motor für ihre Kreativität. „Die Fremde gibt mir die Freiheit, wie eine Schauspielerin andere Identitäten zu erfinden – und doch kann ich meiner griechischen Identität nicht entkommen. Diese Mischung ist ein idealer Nährboden für die Phantasie.“

Ihre komplexen Romane „Jándes“ (1996; dt. „Oktopusgarten”, 1999), „Osses forés antéxis“ (1998; dt. „So ist das Leben“, 2001), und „Paliókeros“ (2001, Ü: Sauwetter) bezeichnet sie als „Trilogie des Selbstbezogenseins“. Oft sind ihre Hauptfiguren Schriftsteller, Übersetzer oder Verleger, die der Welt des Wortes und der Literatur angehören und die sich im Verlauf der Erzählung auf Reisen begeben, auf die Suche nach dem wahren Leben, ihrer Geschichte und Identität. Der Debütroman „Oktopusgarten“, der mit dem renommierten Kritikerpreis der Literaturzeitschrift „Diavazo“ ausgezeichnet wurde, erzählt eine Familiengeschichte. In „So ist das Leben“ sucht die griechische Ich-Erzählerin in verschiedenen europäischen Städten nach ihrem tschechischen Geliebten, der sie zärtlich „mein Käferchen“ nennt und wie Franz Kafka aussieht. Amanda Michalopoulou erzählt diese postmoderne Odyssee unter Verwendung von achtzig Kafka-Zitaten und unzähligen Anspielungen auf sein Leben. Sie ist außerdem Autorin einer Kinderbuchserie (2000; „Jatí jeníthika“, Ü: Warum ich geboren wurde; „Dyo spítia“, Ü: Zwei Häuser; „T’agapiména mu sawatokyriaka“, Ü: Meine Lieblingswochenenden). Auf Deutsch liegt der Erzählband „Ich mach euch den Garaus“ (2002) vor, während jüngere Veröffentlichungen wie der Roman „Giati skotosa tin kaliteri mou fili“ (2003; Ü: Warum ich meine beste Freundin umbrachte) oder „Tha ēthela“ (2005) dem deutschsprachigen Leser noch nicht zugänglich sind.

© internationales literaturfestival berlin

BIBLIOGRAFIE:

 

Oktopusgarten

Rotbuch

Hamburg, 1999

Übersetzung: Birgit Hildebrand

 

Dyo spítia

Patakis

Athen, 2000

 

Jatí jeníthika

Patakis

Athen, 2000

 

T’agapiména mu sawatokyriaka

Patakis

Athen, 2000

 

So ist das Leben

Rotbuch

Hamburg, 2001

Übersetzung: Birgit Hildebrand

 

Ich mach euch den Garaus

Edition Solitude

Stuttgart, 2002

Übersetzung: Birgit Hildebrand

 

Giati skotosa tin kaliteri mou fili

Kastaniotis

Athen, 2003

Hoi peripeteies tēs aeroplanulas
Patakēs
Athen, 2004

Hē metakomisē
Papadopulos
Athen, 2004

Tha ēthela
Kastaniōtēs
Athen, 2005

 

Übersetzerin: Birgit Hildebrand

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