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Autor
© Bloomsbury

Joseph Olshan 

USA

Gast des ilb 2004

Joseph Olshan wurde in den USA geboren. In den neunziger Jahren unterrichtete er kreatives Schreiben an der New York University. Bis 2002 war er Herausgeber des Verlags Delphinium Books. 1985 gewann Olshan mit seinem Debütroman „Clara’s Heart“ (1985; dt. „Claras Herz“, 1986) den Jonathan Cape Literaturwettbewerb junger Autoren der Londoner „Times“. Drei Jahre später wurde das Buch mit Whoopi Goldberg in der Hauptrolle verfilmt. Thema des Romans ist die ungewöhnliche Beziehung, die sich zwischen David, einem pubertierenden amerikanischen Jungen, und seiner jamaikanischen Erzieherin Clara entwickelt. Clara nimmt eine wichtige Rolle als ‚Ersatzmutter’ für David ein, dessen Eltern mehr mit ihrem eigenen Leben beschäftigt sind, als dass sie sich für die Bedürfnisse ihres Sohnes interessieren. David vertraut ihr seine Sorgen an und lernt sogar jamaikanisches Patois, aber er geht in seiner Sehnsucht nach Nähe und Akzeptanz zu weit. In der innigen Beziehung kommt es zum Bruch, weil David Claras Grenzen verletzt, um ihr Geheimnis zu ergründen. Rund fünfzehn Jahre später entstand mit „In Clara’s Hands“ (2001) eine Fortsetzung der Geschichte. Auch in seinen anderen Romanen gilt das Interesse des Autors der emotionalen und psychologischen Dynamik in komplexen Beziehungskonstellationen. „Nightswimmer“ (1994; dt. „Nachtschwimmer“, 1999) erzählt anhand der Liebesgeschichte zwischen Will Kaplan und Sean Paris im New York der neunziger Jahre von Begierde und Verlust, von Nähe und Distanz, von Sex und „der Angst vor dem Ertrinken in der Liebe“. Die Kritik lobte den Roman für die psychologische Genauigkeit und die realistische Erzählweise. Hierin liegt auch die Stärke von „Vanitas“ (1988). In diesem Roman beauftragt der aidskranke New Yorker Kunsthändler Elliott Garland den Autor Sam Solomon mit dem Schreiben seiner Memoiren und bittet ihn, seinem Ex-Freund Bobby LaCour, der in London lebt, eine Zeichnung zurückzugeben. Es entspinnt sich ein kompliziertes Verhältnis zwischen den drei Männern, geprägt von Obsessionen, Begierde und Eifersucht. Neben bisher sieben Romanen schrieb Joseph Olshan Artikel für verschiedene amerikanische und britische Zeitungen, darunter die „New York Times“, „Washington Post“ und die „London Times“. Außerdem veröffentlichte er regelmäßig Buchkritiken im „Wall Street Journal“. Zusammen mit dem Arzt Mahlon Johnson, einem Neuropathologen, der sich bei einer Obduktion mit HIV infizierte, verfasste er unter dem Titel „Working On A Miracle“ (1997; dt. „Arbeit an einem Wunder“, 1998), einen Bericht über Johnsons Versuche, die Krankheit zu überwinden. Joseph Olshan arbeitet derzeit an einem neuen Roman und lebt in Woodstock/Vermont sowie in New York. 

© internationales literaturfestival berlin

 

BIBLIOGRAFIE:

 

A Warmer Season

Bloomsbury

London, 1987

 

The Waterline

Bloomsbury

London, 1989

 

Claras Herz

dtv

München, 1992

Übersetzung: Matthias Müller

 

Sound of Heaven

Bloomsbury

London, 1992

 

Arbeit an einem Wunder

[mit Mahlon Johnson]

Berlin Verlag

Berlin, 1997

Übersetzung: Barbara Schaden

 

Vanitas

Bloomsbury

London, 1998

 

In Clara’s Hands

Bloomsbury

London, 2001

 

Der Nachtschwimmer

dtv

München, 2003

Übersetzung: Gerold Hens

 

Übersetzer: Gerold Hens, Matthias Müller

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