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Carlos Castresana

Spanien

Carlos Castresana wurde 1957 in Madrid geboren. Sein Studium der Rechtswissenschaften schloss er 1979 an der dortigen Universidad Complutense ab. Er arbeitete unter anderem als Anwalt, Richter, Staatsanwalt für Korruptionsbekämpfung und als Professor für Strafrecht an der Madrider Universidad Carlos III. Außerdem war er von 2003 bis 2005 Gastprofessor und Direktor des Programms für Internationale Menschenrechte am Center for Law and Global Justice der Universität von San Francisco. Im Jahr 2005 wurde er als Staatsanwalt an den Obersten Gerichtshof Spaniens berufen. Zurzeit ist er Programmdirektor für Projekte der Kriminalitätsprävention im UN-Büro für Drogen und Kriminalität (UNDOC) in Mexiko. Er schreibt regelmäßig für verschiedene spanische Zeitungen wie »El País«, »El Mundo« oder »El Periódico«, die Fachzeitschrift »Jueces para la Democracia« (Richter für Demokratie) und einige ausländische Medien.
Internationale Aufmerksamkeit erlangte Castresana im Jahr 1996, als er die erste formelle Anklage gegen Augusto Pinochet erhob. »Auch wenn das Freundlichste, was man uns damals sagte, war, dass wir verrückt seien«, erinnert sich Castresana, »zeigte die Zeit, dass wir Recht hatten, denn die Bedingungen waren gegeben: Die Berliner Mauer war gefallen, die Zwillingstürme standen noch und die internationale Gemeinschaft gewöhnte sich gerade daran, ihre Konflikte mehr oder weniger friedlich auszutragen.«
Castresana hat mit zahlreichen Veröffentlichungen zur Diskussion von Themen wie Korruption, Menschenrechte, Folter und Demokratie beigetragen. Aktuellstes Beispiel ist sein Engagement gegen die Verabschiedung des »Military Commissions Act of 2006« durch den Kongress der Vereinigten Staaten. Castresana unterstützte das von sechzig lateinamerikanischen Intellektuellen unterschriebene »Manifiesto contra la tortura« (Manifest gegen die Folter), das auf der Buchmesse in Guadalajara im November 2006 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Unter den Unterzeichnern befanden sich auch die drei Nobelpreisträger Gabriel García Márquez, Adolfo Pérez Esquivel und José Saramago. Gleichzeitig erschien das Buch »Contra la tortura« (Ü: Gegen die Folter), in dem das Manifest enthalten ist. Einer der fünf Beiträge stammt von Carlos Castresana. Im Wechselspiel von Theorie und konkreten Fällen beleuchten die Essays das Thema Folter und die Bedeutung des amerikanischen Gesetzes für die gesamte Welt und insbesondere für Lateinamerika.
Carlos Castresana erhielt in Spanien den Premio Nacional de Derechos Humanos (1997), in Mexiko die Ehrendoktorwürde der Universität von Guadalajara (2003), in den USA das Certificate of Honor der Stadt San Francisco (2004) und in Chile die Ehrendoktorwürde der Universidad Central (2006). Er lebt im mexikanischen Monterrey.

© internationales literaturfestival berlin

BIBLIOGRAFIE:

Contra la tortura
Editorial Fineo
Monterrey, 2006

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