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Dimosthenis Kourtovik 

Griechenland 


Gast des ilb 2003

Dimosthenis Kourtovik wurde 1948 in Athen geboren. Er studierte Biologie in seiner Heimatstadt und in Deutschland, wo er auch als Regisseur, Stückschreiber und Schauspieler an der Griechischen Theaterbühne Stuttgart tätig war. 1986 promovierte er an der Universität Wroclaw, Polen, mit einer Dissertation über die Entstehung der menschlichen Sexualität. In den neunziger Jahren unterrichtete er an der Universität Kreta Sexualkunde und Verhaltenslehre. Kourtovik hat sich als Feuilletonist, insbesondere als Literaturkritiker, einen Namen gemacht. Er schreibt für die wichtigsten Zeitungen seines Landes, u. a. für die Athener Zeitung „Ta Nea“ sowie für einige Zeitungen im Ausland. Überdies hat er über 60 Romane aus acht Sprachen ins Griechische übertragen. Mit seiner Übersetzung von Peter Høegs Bestseller „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ trug er zur Anerkennung des Krimi-Genres in Griechenland bei. Seit 1979 hat er Erzählungen, Romane, Essays, Aphorismen sowie das 1995 erschienene Lexikon „Hellēnes metapolemikoi syngrapheis“ (dt. Griechische Schriftsteller der Gegenwart; 2000) veröffentlicht. Es ist das erste in deutscher Sprache vorliegende Handbuch der modernen griechischen Literatur ab 1945, das ausführlich auf Leben und Werk griechischer Autoren eingeht. Kourtoviks Werk ist geprägt von einer Entmythisierung der kulturellen Tradition und der heutigen Wirklichkeit Griechenlands. Sein Debüt „Tris chiliades chiliometra“ (1980; Ü: Dreitausend Kilometer), ein Band, dessen Erzählungen von den griechischen Auswanderern in Deutschland fernab aller Klischees des Gastarbeiters berichtet, und auch die folgenden Romane „O teleutaios seismos“ (1985; Ü: Das letzte Erdbeben) sowie “To elliniko fthinoporo tis Eva-Anita Bengston” (1987; dt. „Der griechische Herbst der Eva-Anita Bengston“, 1989), eine Krimiparodie, zeugen davon. Kourtoviks jüngster, im Deutschen vorliegender, Roman „I nostalgia ton drakon“ (2000; dt. „Die Nostalgie der Drachen“ 2001; später: dt. „Die Mumie des Ibykus“, 2002) erzählt von Professor Drakas, Leiter des Athener Museums für Frühgeschichte, der aufgrund seiner Nähe zu den Kommunisten von der griechischen Junta gefoltert wurde. Nun muss er mit der Tochter seines einstigen Folterers durch Europa reisen, um eine Mumie, die aus seinem Museum gestohlen wurde, wiederzufinden. Die Suche nach der Mumie „Ibykus“ wird zu einer Odyssee durch die europäische Geschichte, aber auch zu einem Streifzug durch literarische Genres, vom Briefroman über die Gothic Novel bis hin zum Thriller. Heute lebt Dimosthenis Kourtovik in Athen.

© internationales literaturfestival berlin

Bibliografie:  

Tris chiliades chiliometra
Kalvos
Athen 1980

O teleutaios seismos
Eolos
Athen, 1985

Der griechische Herbst der Eva-Anita Bengston
Diogenes
Wannweil, 1989
Übersetzung: Gaby Wurster

I skoni tu galaxia
Estìa
Athen, 1991

Antilexiko ellinikis christomathias
Tramakia
Thessaloniki, 1994

Griechische Schriftsteller der Gegenwart
Romiosini
Köln, 2000
Übersetzung: Doris Wille

Die Mumie des Ibykus
Reclam
Leipzig, 2002
Übersetzung: Gaby Wurster

 

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