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Autor
© Doris Poklekowski

Homero Aridjis

Mexiko

Gast des ilb 2001, 2004

Als jüngster von fünf Brüdern wurde Homero Aridjis, Sohn einer mexikanischen Mutter und eines griechischen Vaters, 1940 im Dorf Contepec in Michoacán in Mexiko geboren. Nachdem er im Alter von elf Jahren einen schweren Unfall nur knapp überlebt hatte, begann er zu schreiben. Mit 19 Jahren gewann er das Stipendium des mexikanischen Writers’ Center, und 1964 wurde er mit seinem Werk „Mirándola dormir“ jüngster Träger des Xavier-Villaurrutia-Preises für das beste Buch des Jahres, das zu einem Klassiker der mexikanischen erotischen Poesie avancierte. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Europa, der durch ein Stipendium der Guggenheim-Foundation ermöglicht wurde, lehrte Aridjis zunächst an amerikanischen Universitäten, trat dann in den mexikanischen diplomatischen Dienst ein und vertrat sein Land – noch nicht vierzigjährig – als Botschafter in der Schweiz und den Niederlanden. 1985 kehrte er nach Mexiko zurück und gründete gemeinsam mit 99 anderen bekannten Künstlern und Intellektuellen die legendäre Gruppe „Grupo de los Cien“, eine Aktivistenvereinigung mit Sitz in Mexiko, welche sich nationaler und internationaler Umweltbelange und ethischer Fragen annimmt. Von 1997 bis 2003 war Aridjis zwei Mal in Folge Präsident des PEN International und setzte sich dafür ein, der eurozentristischen Ausrichtung des PEN entgegenzuwirken. Zusätzlich zu vierzehn Bänden mit Poesie und elf Romanen verfasste Aridjis Kinderbücher, Essays und Theaterstücke, und in den vergangenen zehn Jahren arbeitete er als Kolumnist für die mexikanische Zeitung „Reforma“. Seine Arbeiten wurden in ein Dutzend Sprachen übersetzt und mit Literaturpreisen wie dem italienischen Grinzane-Cavour-Preis für „1492. Vida y tiempos de Juan Cabezón de Castilla“ (1985, dt. „1492. Die Abenteuer des Juan Cabezón von Kastillien“, 1992) ausgezeichnet. 1997 erhielt er den Roger-Caillois-Preis in Frankreich und zuletzt den Poesie-Preis Smederevo Golden Key. „Eyes to See Otherwise: Selected Poems of Homero Aridjis“, eine umfangreiche zweisprachige Anthologie seiner Gedichte, wurde 2001 in England und 2002 in den USA publiziert. Kenneth Rexroth nannte ihn einen „visionären Poeten von lyrischer Glückseligkeit, kristalliner Konzentration und unendlichen Weiten.“ Als Kämpfer für die grauen Wale, die Monarchschmetterlinge, Wasserschildkröten und Regenwälder wurde Aridjis als „grünes Gewissen“ seines Landes bezeichnet, und für seinen engagierten Einsatz für die Umwelt erhielt er zahlreiche internationale Auszeichnungen, darunter den UNEP Global 500 Award, den Orion Society’s John Hay und den International Environmental Leadership Award, der von Michael Gorbatschow und Global Green vergeben wird. Aridjis und seine Frau Betty leben in Mexiko City, viel zu weit entfernt von ihren Töchtern, der Berliner Schriftstellerin Chloe Aridjis und der New Yorker Filmemacherin Eva Aridjis.

© internationales literaturfestival berlin

BIBLIOGRAFIE:

 

 

 

Los espacios azules

Joaquín Mortiz

México, 1969

 

Construir la muerte

Joaquín Mortiz

México, 1982

 

1492 – Die Abenteuer des Juan Cabezón von Kastilien

Benziger

Zürich, 1992

Übersetzung: Harald Riemann

 

El señor de los últimos días, visiones del año mil

Alfaguara

México, 1994

 

Antología Poética, 1960-1994

D.F. Departamento del Distrito Federal

México, 1994

 

Tiempo de ángeles

Fondo de Cultura Económica

México, 1997

 

Eyes to See Otherwise

New Directions

New York, 2001

 

Obra poética 1960 – 2001

Fondo de Cultura Económica

México, 2001

 

La zona del silencio

Alfaguara

México, 2002

 

La Santa Muerte

Consejo Nacional para la Cultura y las Artes

México, 2004

 

Los Poemas Solares
Fondo de Cultura Económica USA
San Diego, 2005

Übersetzer: Juana und Tobias Burkhardt, Harald Riemann

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