Logo oben
34 px home | sitemap | suche | english |
37 px
Mindesthöhe
Autor
© ilb

Alberto Manguel

Kanada/Frankreich









Writing Space

Kommabild

Gast des ilb 2006

Alberto Manguel wurde 1948 in Buenos Aires geboren. Der Sohn eines argentinischen Diplomaten verbrachte seine frühe Kindheit in Israel und wuchs zunächst englischsprachig auf – es ist die Sprache seines schriftstellerischen Werks –, bevor er Spanisch sprechen lernte. Ein kosmopolitisches Leben in verschiedenen Ländern und Idiomen war ihm damit in die Wiege gelegt. Schon mit vier Jahren lernte er Lesen und verbrachte, als Asthmatiker oft wochenlang ans Bett gefesselt, einen Großteil seiner Kindheit allein mit Büchern. Noch während der Schulzeit in Buenos Aires arbeitete er in einer Buchhandlung, wo er als 16-Jähriger den erblindeten Dichter Jorge Luis Borges kennenlernte, der ihn als Vorleser engagierte – eine Episode, über die er in seinem Essay »With Borges« (2004) berichtet. Manguel studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und machte schließlich das Lesen und Schreiben in den verschiedensten Ausprägungen zu seinem Beruf. Er arbeitete als Verlagslektor, schrieb Kritiken, Theaterstücke, Filmskripte, stellte verschiedene Anthologien zusammen und übersetzte u.a. Marguerite Yourcenar ins Englische. 1991 veröffentlichte er seinen ersten Roman »News from a Foreign Country Came« (dt. »Im siebten Kreis«, 1996), der episodenhaft aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird und in Kanada und Algerien spielt. Die Geschichte eines Attentates auf einen ehemaligen Polizisten wird in der Zeit vor und nach dem Anschlag rekonstruiert und fügt sich zu einem kritischen Gesellschaftsportrait. Mit seinem Buch »A History of Reading« (1996; dt. »Eine Geschichte des Lesens«, 1998) wurde Manguel schlagartig weltweit bekannt. Der preisgekrönte Essay, der u.a. mit dem Prix Medicis ausgezeichnet wurde, erzählt Manguels persönliche Biografie als Leser. Ausgehend von den Lektüren seiner Kindheit, zu denen neben Lewis Carroll und Robert Louis Stevenson auch Bücher von Enid Blyton zählten, zeichnet er überaus spannend die Kulturgeschichte des Lesens in ihrer Entwicklung von der Antike bis heute nach. Dabei geht er nicht chronologisch, sondern primär intuitiv vor, da Lesen für ihn immer mit dem Zufall verknüpft ist. Zwei Jahre später erschien der Essayband »Into the Looking Glass Wood« (1998; dt. »Im Spiegelreich«, 1999), in dem er sich wiederum mit dem Lesen auseinandersetzt, denn »was unverändert bleibt, ist meine Lust zu lesen, das Buch in der Hand zu halten und plötzlich dieses eigenartige Gefühl des Staunens, des Erkennens zu spüren, den Schauder oder die Wärme, die eine gewisse Abfolge von Wörtern manchmal ohne ersichtlichen Grund in uns erzeugt.« Zuletzt veröffentlichte Manguel auf Spanisch den Erzählband »El regreso« (2005; Ü: Die Rückkehr) über einen militanten Politiker, der nach dreißig Jahren im Exil in seine alte Heimat zurückkehrt, gefolgt von der Geschichte eines fiktiven Pioniers der Fotografie im Frankreich des 19. Jahrhunderts, »El amante extremadamente puntilloso« (2006; Ü: Der überaus empfindliche Liebhaber). Der Autor lebt als kanadischer Staatsbürger abwechselnd in Toronto, Paris und in einem kleinen Dorf im Westen Frankreichs, wo seine über 30 000 Bände umfassende Bibliothek steht.

© internationales literaturfestival berlin

BIBLIOGRAFIE:

Im siebten Kreis
Rowohlt
Reinbek bei Hamburg, 1999
[Ü: Chris Hirte]

Lesen, rollen, scrollen
in: Lettre International 44
Berlin, 1999
www.lettre.de/archiv/44_manguel.html

Eine Geschichte des Lesens
Rowohlt
Reinbek bei Hamburg, 2000
[Ü: Chris Hirte]

Im Spiegelreich
Rowohlt
Reinbek bei Hamburg, 2000
[Ü: Chris Hirte]

Bilder lesen
Rowohlt
Reinbek bei Hamburg, 2002
[Ü: Chris Hirte]

Argentinien war einmal
in: Lettre International 56
Berlin, 2002

Stevenson unter Palmen
Fischer
Frankfurt/Main, 2003
[Ü: Chris Hirte]

With Borges
Thomas Allen Publishers
Toronto, 2004

Tagebuch eines Lesers
Fischer
Frankfurt/Main, 2005
[Ü: Chris Hirte]

El regreso
Emecé Editores
Buenos Aires, 2005

El amante extremadamente puntilloso
Bruguera
Madrid, 2006

A B C D E F G H
I J K L M N O P
Q R S T U V W X
Y Z

Hauptstadtkulturfonds | Berliner Festspiele | UNESCO | KulturSPIEGEL | skoda | Hôtel Concorde Berlin | Foradori | Arte