Stefanie Höfler  [ Deutschland ]

Biographie

Portrait Höfler
(c) Ali Ghandtschi

Gast des ilb 2018.

Bibliographie

Mein Sommer mit Mucks
[Ill. Franziska Walther]
Beltz und Gelberg
Weinheim, 2015
Tanz der Tiefseequalle
[Ill. Franziska Walther]
Beltz und Gelberg
Weinheim, 2017
Der große schwarze Vogel
Beltz und Gelberg
Weinheim, 2018

Stefanie Höfler, geboren 1978 in Leonberg bei Stuttgart, studierte Germanistik, Anglistik und Skandinavistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sowie der University of Dundee in Schottland und war anschließend als Lehrerin und Theaterpädagogin tätig.
2015 debütierte sie mit dem Jugendroman »Mein Sommer mit Mucks«, für den sie mit dem Nachwuchspreis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet wurde und der 2016 in der Kategorie Kinderbuch für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert war. Es ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft für Leser ab elf Jahren. Im Schwimmbad lernt die eigenbrötlerische Zonja eines Sommers Mucks kennen, der eigentlich Fabian heißt und gerade zugezogen ist. Da er scheinbar nicht schwimmen kann, rettet ihn Zonja sogar, er jedoch schneidet alle ihre Nachfragen ab. Auch sonst tappt Zonja in vielerlei Hinsicht im Dunklen mit ihrer ersten Liebe, und erst am Ende des Sommers findet sie heraus, warum Mucks so gern im Regen tanzt, warum er mit blauen Flecken übersät ist und Pfefferspray bei seinen Badesachen hat – Mucks befindet sich mit seiner Mutter und Großmutter permanent auf der Flucht vor dem Vater. Doch nun, als er wieder von ihm aufgespürt wurde, tritt er ihm mutig mit einer Glasscherbe in der Hand entgegen. Sprachlich anspruchsvoll und mit einer genauen und faszinierenden Figurenzeichnung behandelt Höfler hier das Thema häusliche Gewalt und entwirft dafür ganz eigene, einprägsame Bilder. Ihr Roman »Der Tanz der Tiefseequalle« (2017), wiederum für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert, präsentiert ebenfalls zwei starke Charaktere und ihre Probleme mit dem Erwachsenwerden. Sera, das schönste Mädchen der Schule, verliebt sich in den dicken Niko, und mit dem Spott ihres Umfelds konfrontiert, muss sie zu einer eigenen Haltung finden bei der Frage nach Liebe und Verrat, nach Schein und Sein. Die Jury des LUCHS, der Höfler für den Monat März 2017 und für das Jahr 2017 verliehen wurde, lobte das Buch als »Roman über so ziemlich alles, was einen beim Erwachsenwerden umtreiben kann: anrührend, nachdenklich und witzig. Eine neue starke Stimme und eine Bereicherung für die deutsche Kinder- und Jugendbuchlandschaft.« In ihrem jüngsten Buch »Der große schwarze Vogel« (2018) für Kinder ab zwölf Jahren widmet sich Höfler dem Thema Tod und erzählt davon, wie ein Junge, dessen Mutter eines Tages unerwartet stirbt, mit seinem kleinen Bruder und seinem Vater die Zeit danach übersteht. Ständig mit Erinnerungen an seine Mutter konfrontiert, muss er sich zugleich an ein völlig neues Leben gewöhnen. Dabei geschehen auf einmal verwirrende und wunderbare Dinge, die ihm in der Unfassbarkeit dieser Todeserfahrung Nähe, Trost und Zuversicht spenden.
Die Autorin unterrichtet Ethik, Deutsch, Englisch und Theater an einem Gymnasium und lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Ort bei Freudenstadt im Schwarzwald.

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