Marion Poschmann  [ Deutschland ]

Biographie

Portrait Poschmann
(c) Hartwig Klappert

Gast des ilb 2018.

Bibliographie

Baden bei Gewitter
Frankfurter Verlagsanstalt
Frankfurt a. M., 2002
Verschlossene Kammern
zu Klampen
Lüneburg, 2002
Grund zu Schafen
Frankfurter Verlagsanstalt
Frankfurt a. M., 2004
Schwarzweißroman
Frankfurter Verlagsanstalt
Frankfurt a. M., 2005
Hundenovelle
Frankfurter Verlagsanstalt
Frankfurt a. M., 2008
Geistersehen
Suhrkamp
Berlin, 2010
Die Sonnenposition
Suhrkamp
Berlin, 2013
Mondbetrachtung in mondloser Nacht
Über Dichtung
Suhrkamp
Berlin, 2016
Geliehene Landschaften
Lehrgedichte und Elegien
Suhrkamp
Berlin, 2016
Die Kieferninseln
Suhrkamp
Berlin, 2017

Die deutsche Schriftstellerin und Lyrikerin Marion Poschmann wurde 1969 in Essen geboren. Sie studierte von 1989 bis 1992 Germanistik, Philosophie und Slawistik in Bonn und von 1992 bis 1995 in Berlin, wo sie heute lebt.

Bereits mit ihren frühen literarischen Publikationen wie dem Gedichtband »Grund zu Schafen« (2004) oder dem »Schwarzweißroman« (2005) erregte sie die Aufmerksamkeit von Lesepublikum und Literaturkritik. Sie zeigt sich als genaue Beobachterin von Räumen und Landschaften, lotet das Verhältnis zwischen Natur und Dichtung aus und versteht auch den Entstehungsprozess von Lyrik als organische Entwicklung. Darüber hinaus ist Dichtung für Poschmann eine Schule des Sehens. »Was sieht man, wenn man in der mondlosen Nacht den Mond betrachtet? […] Ist dieser Mond ein Mond, den man als Teil der Natur betrachten kann? Ist das ein reiner Sprach-Mond, ein Bewusstseins-Mond? Also in der mondlosen Nacht, ist da der Mond vorhanden oder ist er nicht vorhanden? […] Daran kann man sehen, wie Sprache funktioniert, und auch, wie Bewusstsein funktioniert.« In »Die Sonnenposition« (2013) zeigt Poschmann die »Dämonen der Aufklärung und die Schattenzonen der menschlichen Psyche« (»NZZ«) anhand einer deutschen Familiengeschichte auf. »Die Kieferninseln« (2017), entstanden nach einem dreimonatigen Aufenthalt in Kyoto, handelt von einem Privatdozenten, der vor privater Unbill nach Japan flieht und, den Reisebeschreibungen des klassischen Dichters Bashō folgend, den Mond über den Kieferninseln sehen will – einem der schönsten Orte in Japan. Er trifft auf einen prüfungsangstgeplagten Studenten, der auf Selbstmord sinnt. In lakonischem, humorvollem Ton wird der gemeinsame, suchende Weg dieser beiden Verzweifelten beschrieben, durch alles Uneindeutige und Fragile hindurch, das in der japanischen Landschaft einen Ausdruck findet. Poschmanns Japan-Erlebnis floss ebenfalls ein in die Texte ihres jüngsten Gedichtbands »Geliehene Landschaften« (2016). Hier spürt sie, ausgehend vom titelgebenden Begriff aus der ostasiatischen Gartenkunst, verschiedenen Landschaften und Szenerien nach: vom Lunapark in Coney Island bis hin zur finnischen Taiga.

Für ihr literarisches Schaffen wurde Marion Poschmann mit zahlreichen Preisen geehrt, u. a. Literaturpreis Ruhrgebiet (2005), Peter-Huchel-Preis (2011), Wilhelm-Raabe-Literaturpreis (2013), Düsseldorfer Literaturpreis (2017) sowie Deutscher Preis für Nature Writing (2017). In Verbindung mit dem Berliner Literaturpreis hat sie im Sommersemester 2018 die Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der FU inne. Die Autorin ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Mainzer Akademie für Wissenschaften und Literatur, der Freien Akademie der Künste in Hamburg sowie des PEN-Zentrums Deutschland.

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