Liv Strömquist  [ Schweden ]

Biographie

Gast des ilb 2018.

Bibliographie

Hundra procent fett
Ordfront/Galago
Stockholm, 2005
Drift
[Mit Jan Bielecki]
Kolik
Stockholm, 2007
Einsteins fru
Ordfront/Galago
Stockholm, 2008
Der Ursprung der Welt
avant-verlag
Berlin, 2017
[Ü: Katharina Erben]
Der Ursprung der Liebe
avant-verlag
Berlin, 2018
[Ü: Katharina Erben]


http://rikedomen.se

Liv Strömquist wurde 1978 in Lund geboren und wuchs im südschwedischen Ravlunda auf. Bereits als Kind zeichnete sie Comics, später gab sie mit »Rikedomen« ein Fanzine mit eigenen Geschichten heraus. Strömquist studierte Politikwissenschaften. 2005 war sie Moderatorin beim Jugendradiosender Sveriges Radio P3 und bei zwei satirischen Programmen.

Als Comiczeichnerin debütierte sie mit »Hundra procent fett« (2005; Ü: Hundert Prozent Fett). Bereits hier richtet sie ihr Augenmerk auf soziale Fragen, Geschlechterbeziehungen, den Feminismus und Politik. In »Drift« (2007) schuf Strömquist in Zusammenarbeit mit Jan Bielecki eine feministische Cartoon-Serie im Stil der fünfziger Jahre, wobei sie die alten Geschlechterrollen neu verteilt und Männer zum Sexualobjekt degradiert. Das Buch handelt von zwei Jugendlichen, die sich in einem Nachtbus über verschiedene hetero- und homosexuelle Liebeserlebnisse austauschen. »Einsteins fru« (2008; Ü: Einsteins Frau) folgt dem Konzept ihres Debüts und zeigt eine Reihe von sozialkritischen und humorvollen Geschichten unterschiedlicher Formate. Titelgebend ist ein Comicstrip über Frauen im Schatten ihrer berühmten Ehemänner, darunter die Physikerin Mileva Marić, Einsteins Frau, sowie Priscilla Presley. Die gesellschaftlichen Vorstellungen von Liebe nimmt Strömquist in »Prins Charles Känsla« (2010; dt. »Der Ursprung der Liebe«, 2018) aufs Korn: In acht Kapiteln thematisiert sie die »Aufspaltung in männliche und weibliche Realitäten – und wie daraus zwei unterschiedliche Arten von Narzissmus resultieren, die einander zum Überleben brauchen und eine zwanghafte Heteronormativität bedingen« (»Der Spiegel«). Das Buch wurde auch ins Französische, Dänische und Finnische übersetzt und diente als Vorlage für mehrere Theaterstücke. »Kunskapens frukt« (2014; dt. »Der Ursprung der Welt«, 2017) ist eine Kulturgeschichte der Vulva und befasst sich mit der gesellschaftlichen Tabuisierung weiblicher Sexualität. In sieben scharfsinnigen Episoden greift Strömquist wiederum die patriarchalen Machtverhältnisse an.

Strömquist zeichnet regelmäßig für das Comicmagazin »Galago« sowie für verschiedene schwedische Zeitschriften und Zeitungen. Für die Band The Knife gestaltete sie das Cover für deren 2013 erschienenes Album »Shaking the Habitual« sowie einen Comicstrip zum Thema Einkommensungleichheit für die Band-Website. Gemeinsam mit der Schriftstellerin Caroline Ringskog Ferrada-Noli ist Strömquist Herausgeberin des mittlerweile unabhängigen Podcasts »En varg söker sin pod«. Im schwedischen Fernsehen wurde 2016/17 außerdem die Serie »Liv och Horace i Europa« ausgestrahlt, in der Strömquist mit dem schwedischen Kritiker und Essayisten Horace Engdahl durch Europa reist und mit Literat*innen diskutiert.

Strömquist lebt in Malmö.

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