Leopold Maurer  [ Österreich ]

Biographie

Portrait Maurer
(c) Hartwig Klapper

Gast des ilb 2018.

Bibliographie

Miller & Pynchon
Luftschacht
Wien, 2009
Mann am Mars
Luftschacht
Wien, 2011
Kanal
Luftschacht
Wien, 2014
Der Sturm
Luftschacht
Wien, 2016

Leopold Maurer, geboren 1969 in Wien, studierte zunächst Soziologie an der Universität Wien, dann Malerei und Grafik an der Akademie der bildenden Künste Wien. Seit 1998 ist er freischaffender Künstler in den Bereichen Animation, Cartoon, Comic und Illustration.
Nach Publikationen in Anthologien debütierte er 2009 mit seiner Graphic Novel »Miller & Pynchon«. Sie handelt von zwei Landvermessern, die eine Demarkationslinie von Nord nach Süd ziehen sollen. Der introvertierte Pynchon, der über den Tod seiner Frau nicht hinwegkommt, und der hedonistische Miller, der sich am liebsten in sexuellen Ausschweifungen verliert, sind vor allem abstrakten Zahlen verpflichtet, in denen sie einen existenziellen Halt finden. Als sie ihre eigentliche Aufgabe schließlich unterbrechen, um sich der Vermessung des Venusdurchgangs zu widmen, vermittels dessen die Entfernung der Erde zur Sonne berechnet werden soll, geraten sie nicht nur an ihre eigenen Grenzen, sondern werden auch konfrontiert mit Kanalkrokodilen und allerlei surrealem Nonsens. In »Mann am Mars« (2011) erzählt Maurer in einem fortlaufenden Comicstrip von der Marsmission eines Astronauten, der mit Unterstützung einer Schildkröte namens Darwin das Marsgestein analysieren und gleichzeitig für den Sponsor eine Tankstelle betreiben soll. Urkomisch und gleichzeitig zutiefst deprimierend, mit absurdem und teilweise bösem Witz, lässt Maurer seine Protagonisten auf ihrer außerirdischen Reise Abenteuer erleben und auf skurrile Gestalten treffen. In seiner politisch-antiutopistischen Graphic Novel »Kanal« (2014) legt Maurer die Absurditäten eines politischen Systems bloß, in dem eine alkohol- und zigarettensüchtige Kanzlerin durch einen Kanal das Meer ins Binnenland holen will, um sich mit diesem aberwitzigen Vorhaben ihre Macht zu sichern. Zu diesem Zweck muss sie ihr entmündigtes Volk und die Medien von ihrem Projekt überzeugen. Maurer arbeitet hier mit kargen, aber ausgefeilten Schwarz-Weiß-Zeichnungen, um die Entfremdung einer modernen Gesellschaft zu spiegeln. »In ›Kanal‹ bringt Maurer es fertig, große Zusammenhänge mit überschaubarem Personal in kleine Episoden zu packen und das Ergebnis als Komödie zu verkaufen« (»Der Tagesspiegel«). Auf der Grundlage der von Vera Sturm und Claus Peymann überarbeiteten Übersetzung von August Wilhelm Schlegel schuf Maurer im Shakespeare-Jubiläumsjahr 2016 eine Adaption des Shakespeare-Stücks »Der Sturm«. Seine Graphic Novel mit ihrer Übertragung der Geschichte in die moderne Multimediawelt macht den Stoff zugänglich vor allem für die junge Generation.
Neben seinen Graphic Novels gestaltete Maurer auch die Animationsfilme »boring« (2008), »Speculating/Moneymals« (2015), »Happiness« (2015) u. a. Er lebt und arbeitet in Wien und Niederösterreich.

 

www.leopoldmaurer.com

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