Johan Palmberg  [ Schweden ]

Biographie

Gast des ilb 2018.

Bibliographie

Astrid Lindgren
Ronja Räubertochter
Friedrich Oetinger
Hamburg, 1982
[Ü: Anna-Liese Kornitzky]

Johan Palmberg wurde 1990 geboren. Er ist ein Urenkel von Astrid Lindgren (1907–2002) und betreut die Rechte an ihrem Werk, vornehmlich hinsichtlich Adaptionen, Dramatisierungen und Übersetzungen. An der Universität von Uppsala schloss er ein Bachelorstudium in Politikwissenschaft ab, wobei er sich insbesondere mit Theorien zur gerechten Verteilung von Ressourcen befasste.
Seit 2009 arbeitet er im Familienunternehmen, der Astrid Lindgren Company, die bis vor Kurzem noch als Saltkråkan AB firmierte. Palmberg ist außerdem Jurymitglied des seit 2003 verliehenen Astrid-Lindgren-Gedächtnis-Preises, der weltweit höchstdotierten Kinder- und Jugendliteraturauszeichnung. Wie er in einem Interview berichtet, weckten nicht nur Lindgrens eigene Bücher sein Interesse, sondern auch jene, denen sie als einstige Verlagslektorin zur Veröffentlichung verholfen hatte, und auch ihre enorme Privatbibliothek war für ihn eine nicht versiegende Quelle der Faszination. Die bescheidene und politisch engagierte Grande Dame der schwedischen Kinderliteratur genoss nicht nur in ihrem Heimatland außerordentliche Anerkennung, sondern gehört mit ihrem in über hundert Sprachen übersetzten Œuvre zu den meistübertragenen Autor*innen schlechthin. Angesichts der klangvollen, anspielungsreichen Namen und Wortschöpfungen erforderte dies immer auch sprachlichen Erfindergeist. Mit »Ronja Rövardotter« (1981; dt. »Ronja Räubertochter«, 1982) schuf Lindgren – nach Pippi Langstrumpf, Kalle Blomquist oder Michel aus Lönneberga – eine der einprägsamsten und eigensinnigsten Titelheldinnen, die der jungen Leserschaft mit ihrer Natürlichkeit und ihrer Courage ebenso imponiert wie mit ihrem eigenständigen und friedlich gesinnten Wesen. Neben der offenherzigen Charakterzeichnung besticht Lindgrens Spätwerk durch erzählerische Verve und eine versierte Unterwanderung von Genre-Topoi – kongenial ergänzt durch die Bilder der Illustratorin Ilon Wikland. Auch mögen eine gewisse Zeitlosigkeit der verhandelten Konflikte sowie die Offenheit für mögliche Ausdeutungen und zeitgenössische Bezüge Grund für die anhaltende Popularität des Buches sein. Davon zeugen nicht zuletzt internationale Bühnenbearbeitungen: die von Tage Danielsson inszenierte Verfilmung (1984) und eine Anime-Serie des Studio Ghibli. Die deutsche Übersetzung hat inzwischen die 44. Auflage erreicht.
Der bekennende Musikenthusiast Johan Palmberg veröffentlichte außerdem als Johan Nyman u. a. die selbst produzierte Piano-EP »Pretend« (2013).

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