Christos Chryssopoulos  [ Griechenland ]

Biographie

Portrait Chryssopoulos
(c) Ali Ghandtschi

Gast des ilb 2018.

Bibliographie

Shunyata
Kastaniotis
Athen, 1999
Periklistos Kosmos
Kastaniotis
Athen, 2002
I Londresiki Mera tis Laura Jackson
Kastaniotis
Athen, 2008
Fakos sto Stoma
Polis
Athen, 2012
Parthenon
Haymon
Innsbruck, 2018
[Ü: Theo Votsos]

Christos Chryssopoulos, geboren 1968 in Athen, studierte Wirtschaftswissenschaften in Griechenland und Psychologie in Großbritannien. Seit 2008 unterrichtet er Kreatives Schreiben am Griechischen Nationalen Bücherzentrum und den Universitäten in Athen und Thessaloniki. Außerdem war er Gastdozent und Fellow beim International Writing Program der University of Iowa.

Chryssopoulos hat bislang fünfzehn Bücher unterschiedlichster Genres veröffentlicht (Belletristik, Essay, Chronik, Fotografie). Bekannt wurde er vor allem mit seiner Athener Trilogie mit den Romanen »Periklistos Kosmos« (2003; Ü: Verschlossene Welt), »O Vomvistis tou Parthenona« (2010; dt. »Parthenon«, 2018) sowie der Chronik »Fakos sto Stoma« (2012, Ü: Taschenlampe zwischen den Zähnen). In »Parthenon« beschäftigt er sich mit kollektiven Vorstellungen und Politik, indem er einen terroristischen Akt in den Mittelpunkt der Handlung stellt, die auf dem Manifest »Die Akropolis muss gesprengt werden!« beruht, 1944 veröffentlicht von der griechischen Surrealistengruppe »Vereinigung ästhetischer Saboteure von Altertümern«. Sechzig Jahre später setzt ein junger Mann den Aufruf in die Tat um, weil er sich und die Griechen von der hemmenden Bürde ihres übermächtigen antiken Erbes befreien will. Der Parthenon liegt nun in Staub und Asche, die Stadt ist verwaist. Chryssopoulos reflektiert in seinem Roman über Geschichte, Kunst und das Spannungsfeld zwischen der griechischen nationalen Identität und der Idee von Europa als selbstständiger Einheit. »Griechenland hat Europa zweitausend Jahre lang mit seiner Philosophie, seiner Literatur und seinem Theater inspiriert. Andererseits ist Griechenland aber auch ein Produkt Europas. Ihm wurde durch die Renaissance, den Idealismus und die Romantik Leben eingehaucht. Europa hat Griechenland also auch mit erfunden.«

2008 erhielt Chryssopoulos den Preis für erzählende Prosa von der Akademie von Athen für seinen Roman »I Londresiki Mera tis Laura Jackson« (2008; Ü: Der Londoner Tag der Laura Jackson). Er handelt von der gebrochenen Biografie der Lyrikerin, Schriftstellerin und Essayistin Laura Riding Jackson (1901–1991). Die Französische Republik verlieh ihm 2015 den Titel des Ritters der Wissenschaften und Künste. Außerdem erhielt der den Prix Laure Bataillon (2013), den Prix Ravachol (2013) und den Balkanika Prize (2015). Chryssopoulos’ Werke erschienen in Übersetzungen bisher u. a. in Deutschland, Frankreich, Italien und den USA. Er ist Mitglied des Griechischen Schriftstellerverbands und des European Cultural Parliament (ECP). In Athen gründete er das Internationale Literaturfestival DASEIN und hält regelmäßig Vorträge über Literatur, Theorie und Politik. Außerdem interessiert er sich für die narrative Verwandtschaft von Literatur und Fotografie. Der Autor lebt in Athen.

www.facebook.com/christos.chrissopoulos

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