Cătălin Mihuleac  [ Rumänien ]

Biographie

Portrait Mihuleac
(c) Hartwig Klappert

Gast des ilb 2018.

Bibliographie

Titlu neprecizat
Polirom
Iași, 1999
Bar de stepă
Timpul
Iași, 2001
Ratarea unui setter
Polirom
Iași, 2004
Garsonieră memorială confort trei
Timpul
Iași, 2006
Zece povestiri multilateral dezvoltate
Cartea Românească
Bukarest, 2010
Aventurile unui gentleman bolşevic
Cartea Românească
Bukarest, 2012
Ultima țigară a lui Fondane
Istorii de Holocaust
Polirom
Iași, 2016
Oxenberg & Bernstein
Zsolnay
Wien, 2018
[Ü: Ernest Wichner]

Cătălin Mihuleac, geboren 1960 in der nordostrumänischen Stadt Iaşi, studierte Geografie, Geologie, Biologie sowie an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Alexandru Ioan Cuza. Anschließend arbeitete er zunächst sechs Jahre lang als Geologe. Ab 1991 war er Redakteur bei verschiedenen Printmedien und beim Rundfunk.

Mihuleac veröffentlichte satirische Texte in zahlreichen rumänischen Zeitschriften, darunter »România literară«, »Ziarul de Duminică«, »Orizont«, »Dacia literară« und »Cronica«. 1995 erschien seine Erzählung »Universitatea Matilda« in der Zeitschrift »Timpul«. Sein erster ins Deutsche übersetzte Roman »America de peste pogrom« (2014; dt. »Oxenberg & Bernstein«, 2018) handelt von zwei jüdischen Familien und nimmt Bezug auf reale historische Ereignisse: Am 29. Juni 1941 vollzog sich in Mihuleacs Geburtsstadt ein grausames Pogrom, bei dem in wenigen Stunden über 13 000 Menschen starben – durch die Hand von rumänischen Polizisten, Soldaten sowie der Zivilbevölkerung, was in Rumänien bis heute ein Tabuthema ist. Einerseits ist da der Gynäkologe Oxenberg, ein Meister des Kaiserschnitts, mit seiner Familie, die in Iaşi am Ende der dreißiger Jahre zunehmend mit Antisemitismus konfrontiert wird. Andererseits ist da die junge Suzy, Buchhalterin eines Einkaufszentrums, die im heutigen Rumänien zwei amerikanischen Touristen die Stadt Iaşi zeigen soll und schließlich in diese Familie einheiratet. Nach und nach kann Suzy Näheres über die Geschichte ihrer neuen Verwandten, der Bernsteins, herausfinden. Deren Vorfahren stammen ebenfalls aus Iaşi, konnten jedoch vor der Welle des Antisemitismus rechtzeitig fliehen und emigrieren. Am Ende des Romans verweben sich beide Erzählstränge zu einer unerwarteten Pointe: Da die Bernsteins mit Altkleiderhandel in Amerika reich geworden sind und nun auch in Iaşi eine Filiale ihres Unternehmens eröffnen, tragen die dort ansässigen Rumänen nun Altkleider eines jüdischen Handelshauses – nachdem sie siebzig Jahre zuvor Juden in den Tod getrieben und ihrer Kleider beraubt hatten. Mihuleac wählt für die Geschichte einen deftigen, burlesken Erzählstil, der nach zunächst positiver Aufnahme des Buchs auf zunehmende Kritik bei Buchhändler*innen und Rezensent*innen stieß: »Man hat mir den Ton des Buches vorgehalten. Man könne so nicht über den Holocaust sprechen. Aber nur mit solcher Frechheit kann ein Buch durchkommen, das von einem No Name wie mir geschrieben wurde.« »Oxenberg & Bernstein« war in der deutschen Übersetzung von Ernest Wichner 2018 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Mihuleac arbeitet heute als Redakteur bei der Zeitschrift »Timpul« und lebt in Iaşi und in der Normandie.

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