Nouri al-Jarrah  [ Syrien ]

Biographie

Gast des ilb 2017.

Bibliographie

The Boy
Beirut, 1982
Aligning with the Voice
London, 1988
Ode to a Voice
Köln, 1990
Death’s Childhood
Casablanca, 1992
A Black Glass
London, 1993
Poem and Poem in the Mirror
Beirut, 1995
The Ascent of April
Beirut, 1996
Hamlet’s Gardens
Beirut, 2003
The Road to Damascus and The Persian Garden
Beirut, 2004
The Day of Cain
Haifa/Beirut, 2013
Noah’s Despair
Beirut, 2014
Abel’s Elegies
Beirut, 2015
Four Elegies
Istanbul, 2016
A Boat to Lesbos
Dar al-Mutawassit
Mailand, 2016
Une Barque pour Lesbos
Les Edition Moires
Paris, 2016
[Ü: Aymen Hacen]
Le désespoir de Noé
Les Edition Moires
Paris, 2017
[Ü: Aymen Hacen]

Nouri al-Jarrah wurde 1956 in Damaskus geboren. 1981 siedelte er zunächst nach Beirut über, dann nach Zypern und 1986 schließlich nach London. Er zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Dichtern des arabischen Sprachraums. Bekanntheit erlangte er mit seinem ersten Gedichtband »The Boy« (1982; Ü: Der Junge), es folgten über 14 weitere Veröffentlichungen seiner Lyrik in Verlagen in Beirut, Kairo, Algerien, Haifa, Nikosia und Istanbul, von denen viele mit Preisen in verschiedenen Teilen der arabischen Welt ausgezeichnet und auch in asiatische und europäische Sprachen übersetzt wurden. In Nouri al-Jarrahs Gedichten zeigt sich seine Vision von Poesie und Leben, der er im Laufe der Jahre eine einzigartige Stimme verlieh. Seine Lyrik greift auf verschiedene kulturelle Ursprünge zurück, ist in besonderer Weise fokussiert auf Mythologie, Volksmärchen und Legenden und reflektiert metaphysische Überlegungen und zutiefst existenzielle Fragen. Besondere Beachtung fand eines seiner jüngsten Poeme, »A Boat to Lesbos« (Ü: Ein Boot nach Lesbos), ein Requiem für das große syrische Exil. Mit Bezug auf die Lehren des Dichters Ibn Arabi sowie mit Blick auf das mythologische Erbe des mediterranen Raums stellt al-Jarrah die Erfahrungen der Flüchtlinge auf den nach Lesbos fahrenden Todesschiffen in den Mittelpunkt. Teile des Poems wurden in englischer Übersetzung u. a. in der Zeitschrift »Banipal« veröffentlicht. Auch in den zwischen 2013 und 2017 geschriebenen Gedichten des Bandes »Le désespoir de Noé« (2017) steht die Tragödie des syrischen Volkes im Mittelpunkt, die al-Jarrah durch Figuren der Bibel und des Korans fassbar macht.
Al-Jarrah ist Gründer einer Reihe von literarischen Zeitschriften, darunter »Al-Naqid« (1988–1992), »Al-Katiba« (1993–1995), »Al-Rihla« (ab 1995) und »Al-Jadeed« (ab 2015), die zwar wegen der fehlenden Publikationsfreiheit in den arabischen Ländern in London erschienen, aber dennoch einen großen Einfluss auf die arabische Literatur hatten. Seine Manifeste und Leitartikel, die er in diesen und anderen arabischen Zeitungen und Zeitschriften publizierte, lösten eine lebhafte Debatte unter prominenten arabischen Dichtern über neue Wege in Lyrik und Prosa aus. 2015 fand die Uraufführung des auf Texten al-Jarrahs basierenden Werks »Stele.Blut« (Musik: Hannes Kerschbaumer) beim Tiroler Festival Sprachsalz statt.
Al-Jarrah ist Leiter des Center for Arabic Geographical Literature-Exploration Prospects. Die Institution ist in Abu Dhabi und London ansässig und publiziert historisch relevante arabische Reiseliteratur, zum Beispiel das Tagebuch des arabischen Gelehrten Hassan Taufik al Idl, der Ende des 19. Jahrhunderts nach Deutschland reiste. Nouri al-Jarrah lebt in London und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

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