Nicholas Shakespeare  [ Großbritannien ]

Biographie

Gast des ilb 2007, 2018.

Bibliographie

The men who would be King
Sidgwick & Jackson
London, 1984

Londoners
Sidgwick & Jackson
London, 1986

The Vision of Elena Silves
Collins Harvill
London, 1989

Guzman
Kellner
Hamburg, 1991

Die Säulen des Herakles
Kellern
Hamburg, 1994
[Ü: Klaus Binder, Jeremy Gaines]

Der Obrist und die Tänzerin
Rowohlt
Reinbek, 1998
[Ü: Werner Richter]

Bruce Chatwin
Rowohlt
Reinbek, 2000
[Ü: Anita Krätzer, Bernd Rullkötter]

In Tasmanien
Mare
Hamburg, 2005
[Ü: Hans M. Herzog]

In dieser einen Nacht
Rowohlt
Reinbek, 2006
[Ü: Hans M. Herzog]

Sturm
Mare
Hamburg, 2007
[Ü: Susanne Höbel]

Übersetzer: Klaus Binder, Anita Krätzer, Jeremy Gaines, Susanne Höbel, Hans M. Herzog, Werner Richter, Bernd Rullkötter

 

Nicholas Shakespeare wurde 1957 im englischen Worcester geboren und wuchs, als Sohn eines Diplomaten, in Asien und Lateinamerika auf. Er studierte Literatur an der Universität von Cambridge und war als Journalist für die BBC und für die »Times« tätig. Zwischen 1988 und 1991 war er Feuilletonchef beim »Daily Telegraph« und dem »Sunday Telegraph«. In dieser Zeit erschien sein erster, pr eisgekrönter Roman, »The Vision of Elena Silves« (1989; Ü: Die Vision der Elena Silves). Er erzählt eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der ideologisch gespaltenen Gesellschaft Perus. Die Figur des Liebhabers und studentischen Revolutionärs ist nach Abimael Guzmán gestaltet, dem Anführer der maoistischen Terrorgruppe »Leuchtender Pfad«. Bereits Mitte der achtziger Jahre hatte sich Shakespeare in der Reportage »In Pursuit of Guzmán« für das Magazin »Granta« der faszinierenden, öffentlichkeitsscheuen Figur genähert. Die Umstände seiner Verhaftung sind in dem Roman »The Dancer Upstairs« (1995; dt. »Der Obrist und die Tänzerin«, 1998) verarbeitet, der von John Malkovich nach Shakespeares Drehbuch verfilmt wurde. Rahmenhandlung ist wiederum eine Liebesgeschichte mit unglücklichem Ausgang: Ein Oberst spürt nach vielen Jahren den gesuchten Terroristen in der Wohnung über der Ballettschule jener Tänzerin auf, in die er verliebt ist, und muss erfahren, dass sie selbst Anhängerin der Bewegung ist.
Auch in seinen späteren Werken blieb Shakespeare bei seiner journalistisch geschulten Darstellungsweise, die sich durch Detailreichtum, Sachkenntnis, souveräne S pr achgestaltung und Einfühlungsvermögen auszeichnet. Bekanntheit erlangte er insbesondere mit der Biografie über den Schriftsteller Bruce Chatwin. Ohne ihn zu verklären, widmete ihm Shakespeare ein pr ofundes Porträt, für das er acht Jahre lang recherchierte. 2004 legte er mit »In Tasmania« (dt. »In Tasmanien«, 2005) eine Beschreibung der südaustralischen Insel vor, die landeskundliche Entdeckungsreisen wie bei Chatwin als literarisches Erlebnis inszenieren. Persönliche Erlebnisse und die eigene Familiengeschichte bieten Anknüpfungspunkte für ein Geflecht von Fakten, Anekdoten, Berichten und Geschichten, die eine umfassende Annäherung an die Insel ermöglichen.
Auch Shakespeares neuester Roman spielt in Tasmanien. »Secrets of the Sea« (2007; dt. »Sturm«, 2007) erzählt von jungen Eheleuten, deren fragiles Glück auf die Probe gestellt wird, als ihnen ein Gewitter einen Fremden ins Haus trägt. Shakespeare selbst hat inzwischen einen Wohnsitz im tasmanischen Swansea. Er lebt außerdem in Wiltshire, England. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen gehören der Somerset Maugham Award, der Betty Trask Award, der American Library Association Award und der Tasmania Book Prize. Seit 1999 ist Shakespeare Fellow der Royal Society of Literature.

 

© internationales literaturfestival berlin

 

Berlin View

Nicholas Shakespeares "Kommabild"