10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Ulli Lust  [ Deutschland ]

Biographie

Portrait Lust
Copyright Lust / C. Manfred Bogner

Gast des ilb 2013, 2017.

Bibliographie

Marco und der Drache

[Text: Käthe Recheis u. Friedl Hofbauer]

Der KinderBuchVerlag

Berlin, 1993

Fee Fledermaus

[Text: Käthe Recheis u. Friedl Hofbauer]

Tyrolia

Innsbruck, 1994

Alltagsspionage

Comicreportagen aus Berlin

Monogatari

Berlin, 2001

Operation Läckerli

Comicreportagen aus Basel

Monogatari

Berlin, 2004

Berlin-Helmholtzplatz 1998 + 2004

Alltagsbeobachtungen

popular books

Berlin

Fashionvictims, Trendverächter

Minireportagen & Bildkolumnen aus Berlin

avant-verlag

Berlin, 2008

Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens

avant-verlag

Berlin, 2009

Flughunde

Graphic Novel nach Marcel Beyer

Suhrkamp

Berlin, 2013

Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein

Suhrkamp

Berlin, 2017

Die österreichische Comiczeichnerin, Illustratorin und Online-Verlegerin Ulli Lust wurde 1967 in Wien geboren. Sie studierte Grafikdesign an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.

Ulli Lust profilierte sich als Vertreterin des »dokumentarischen Comics«. Für ihre illustrierten Reportagen wie »Fashionvictims, Trendverächter« (2008) führt sie zunächst journalistische Recherchen durch. Das Buch »Berlin-Helmholtzplatz 1998 + 2004« (2004) ist eine Langzeitstudie über den Platz in Prenzlauer Berg, dessen Veränderungen Ulli Lust als Anwohnerin seit 1997 beobachten konnte. Außerdem gestaltet sie erotisch-mythologische Comics, u.~a. »Airpussy« (2005), die in sogenannten Springpoems von einem prähistorischen Fruchtbarkeitsritual erzählen. An ihrem autobiografischen Comic-Epos »Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens« (2009) arbeitete Ulli Lust fünf Jahre. Sie selbst suchte in ihrer Jugend Anschluss an die Punkszene von Wien und erzählt hier von zwei minderjährigen Wiener Punk-Mädchen, die ohne einen Cent nach Italien durchbrennen. Das Buch verschaffte Ulli Lust den internationalen Durchbruch und brachte ihr zahlreiche Preise ein (ICOM-Preis 2010 für die beste deutsche Comicpublikation, Max und Moritz-Publikumspreis des Erlanger Comicsalons 2010, Artémisia-Preis 2011 sowie Prix révélation des Festival International de la Bande Dessinée d’Angoulême 2011). Das Buch wurde in viele europäische Sprachen übersetzt und war auch in der US-amerikanischen Ausgabe ein großer Erfolg. »Dieser Comic ist eine Sensation. Nicht, weil er so dick ist, sondern weil Ulli Lust eine Geschichte zu erzählen hat, die ihresgleichen sucht« (Andreas Platthaus, »FAZ«). Mit »Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein« (2017) schließt Ulli Lust an den autobiografischen Vorgänger an und erzählt sinnlich und kraftvoll eine Geschichte aus ihrer Zeit als junger Künstlerin im Wien der neunziger Jahre. Sie führt eine glückliche Beziehung mit zwei Männern gleichzeitig. Beide wissen voneinander: der zwanzig Jahre ältere Schauspieler Georg und der nigerianische Lebemann Kimata. Den heiratet sie, um ihm zu einer Aufenthaltsgenehmigung zu verhelfen, die friedvolle Utopie schlägt um in ein Drama von Besitzansprüchen und Gewalt und endet mit einer Selbstbefreiung.

Ulli Lust zeichnet einen monatlichen Comicstrip für das englischsprachige Magazin »ExBerliner«, ist Professorin für Zeichnung und Comic an der Hochschule Hannover und betreibt seit 2005 den Online-Comic-Verlag electrocomics.de. Sie lebt in Berlin.

[http://ullilust.de]

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