10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
Sie sind hier: Startseite / Archiv / Teilnehmer / / 2017 / Samuel Shimon

Samuel Shimon  [ Irak, Großbritannien ]

Biographie

Portrait Shimon
Copyright Shimon / C. Ali Ghandtschi

Gast des ilb 2009, 2010, 2011, 2013, 2016, 2017.

Bibliographie

A Crack in the Wal

Poems by sixty contemporary Arab poets

[Hg. mit Margaret Obank]

Saqi Books

London, 2000

Beirut39

New Writing from the Arab World

[Hg.]

Bloomsbury

London, 2010

An Iraqi in Paris

3. Auflage

Banipal Book

London, 2016

[eng. Ü: Piers Amodia u. Christina Phillips]

Baghdad Noir

Anthology of short stories

Akashic Books

Brooklyn, 2018

Samuel Shimon, geboren 1956 in Al-Habbaniyah, Irak, verließ 1979 seine Heimat, lebte in Damaskus, Amman, Beirut, Nikosia, Aden, Kairo und Tunis, bis er sich 1985 in Paris niederließ und den Verlag Gilgamesh Editions gründete. Er war Herausgeber einer Prosa- und Lyrikreihe arabischer Autoren, in der auch sein eigener Gedichtband »Old Boy« (1987) erschien. 1996 siedelte er nach London über, wo er seitdem lebt.

Shimons autobiografischer Debütroman »An Iraqi in Paris« (2005/2011; Ü: Ein Iraker in Paris), ein Bestseller in der arabischen Welt, war in der englischen Übersetzung für den Lettre Ulysses Award 2006 und den IMPAC Dublin Literary Award 2007 nominiert. Das Buch erschien außerdem in schwedischer und französischer Übersetzung und wurde auszugsweise auf dem ilb 2009 vorgestellt. Shimon erzählt in diesem Buch von einem jungen irakischen Schriftsteller, der davon träumt, ein Hollywood-Regisseur zu werden, jedoch als Flüchtling in den Straßen von Paris landet und sein Nachtlager in einer Metrostation aufschlagen muss. Obwohl er das Vorhaben, einen Film über seinen taubstummen Vater zu drehen, niemals verwirklichen kann, verwandelt sich sein Leben durch eine Reihe von ungewöhnlichen Begegnungen mit Jean-Luc Godard, Samuel Beckett und einem Gespenst vom Friedhof Père Lachaise in ein fesselndes Drama, das selbst die Dimensionen des großen Kinos übersteigt. Die Handlung von Shimons Roman »Sankhiro’s Adventures« (2013; Ü: Sankhiros Abenteuer) spielt Ende des 20.~Jahrhunderts zur Zeit des libanesischen Bürgerkriegs, im Mittelpunkt steht ein junger assyrischer Iraker, der zum Zeugen der palästinensischen Revolution in Beirut wird.

Zusammen mit Margaret Obank gründete Shimon 1998 »Banipal«, eine unabhängige Zeitschrift, die sich der Förderung der zeitgenössischen arabischen Literatur durch Übersetzungen ins Englische verschrieben hat. Mit drei Ausgaben pro Jahr, die sich jeweils eines bestimmten Themas annehmen, wurden seit der Gründung zahlreiche Werke und Interviews mit arabischen Autoren veröffentlicht und damit erstmals einem westlichen Publikum zugänglich gemacht. »Banipal« ist überdies einer der Sponsoren des Saif-Ghobash-Banipal-Preises für Übersetzungen arabischer Literatur. »›Banipal‹ hat es dem englischsprachigen Leser ermöglicht, nicht nur die Werke der arabischen Schriftsteller zu lesen, sondern auch das eigentliche Handwerk der modernen arabischen Literatur zu entdecken«, hob der irakische Schriftsteller Fadhil al-Azzawi hervor. Shimon gründete 2003 außerdem die literarische Website »Kikah« und 2013 das »Kikah-Magazin für internationale Literatur in arabischer Übersetzung«. Er war Vorsitzender der Jury des Arab Booker Prize und gab 2010 die Anthologie »Beirut39. New Writing from the Arab World« mit Texten der 39 arabischen Teilnehmer des Hay Festival in Wales heraus.

abgelegt unter: