10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Romain Renard  [ Belgien ]

Biographie

Portrait Renard
Copyright Renard / C. Beatrice Muhart

Gast des ilb 2017.

Bibliographie

American Seasons

1963, Clara et les nains

[Text: Yves Vasseur]

Casterman

Tournai, 2005

The End: Jim Morrison

Casterman

Tournai, 2007

Un hiver de glace

[nach Daniel Woodrell]

Casterman

Tournai, 2011

Quebec-Montréal

City-Guide

[Text: Caroline Delabroy]

Casteman

Tournai, 2012

Melvile

Die Geschichte von Samuel Beauclair

Splitter

Bielefeld, 2015

[Ü: Harald Sachse]

Melvile

Die Geschichte von Saul Miller

Splitter

Bielefeld, 2017

Romain Renard, geboren 1975, studierte an der École supérieure des arts Saint-Luc Bruxelles« (ESA). Er schrieb zahlreiche Storyboards für den Film und arbeitete im Team von Franco Dragone (Circe du Soleil) an der Entwicklung von Shows in den USA und Belgien mit.

In der von ihm illustrierten und von Yves Vasseur geschriebenen Graphic Novel »American Seasons« (2005), die den Preis des Festivals Polar de Cognac gewann, soll der Ermittler einer Versicherungsgesellschaft in einem ukrainischen Zirkus, der im amerikanischen Maryland gastiert, einen Todesfall aufklären. Auch FBI und CIA interessieren sich für den Fall~– besonders brisant vor dem Hintergrund des Jahres 1963, dem Höhepunkt des Kalten Krieges. Die Graphic Novel »The End: Jim Morrison« (2007), die Renard anlässlich des vierzigsten Jahrestags der Veröffentlichung der ersten Platte von The Doors schrieb, zeigt in Flashbacks das rebellische Leben des Songwriters und Frontmanns der Rockband. Die Graphic Novel »Un hiver de glace« (2011; Ü: Eiswinter) nach dem Roman »Winter’s Bone« von Daniel Woodrell spielt in den Ozark Mountains in Arkansas. Die 16-jährige Ree Dolly muss sich um ihre Brüder kümmern, seit die Mutter psychisch erkrankt ist. Der Vater, der sein Geld mit Drogengeschäften verdient, ist trotz eines angesetzten Gerichtstermins verschwunden. Damit die Familie ihr Haus nicht verliert, muss Ree ihn in der verschneiten Landschaft innerhalb von sieben Tagen finden, tot oder lebendig. In seiner Adaption hat Renard die trostlose Kälte der ländlichen Gegend besonders akzentuiert, zart sind die Gesichter gerahmt, es überwiegen Weiß, Schwarz und Sepiatöne. In deutscher Übersetzung erschienen von ihm zwei Bücher der Reihe »Melvile«. Mit eindrucksvollen Landschaftsbildern, einem realistischen Stil und einer überraschenden Peripetie erzählt »L’histoire de Samuel Beauclair« (2015; dt. »Die Geschichte von Samuel Beauclair«, 2015) von einem Romanautor, der sich zur Überwindung seiner Schreibblockade in der Stille des titelgebenden Ortes zurückziehen will. Aber seine Kreativität kehrt nicht zurück, und er betäubt sich mit Alkohol, bis er sich auf ein dubioses Jobangebot meldet. Das Buch wurde auf dem Versailles Festival sowie dem internationalen Alger Festival ausgezeichnet und mit dem Diagonale Prize geehrt. Renard komponierte auch einen Soundtrack, erarbeitete eine App, die den künstlerischen Entstehungsprozess dokumentiert, und eine Bühnenadaption. Der zweite Band »L’histoire de Saul Miller« (2017; dt. »Die Geschichte von Saul Miller«, 2017) handelt von einem Professor, der an diesem legendenumwobenen Ort seinen beschaulichen Lebensabend verbringt, bis einige beunruhigende Umstände seine Welt explodieren lassen. Das Buch wurde auf dem Inter-Polar Festival 2016 ausgezeichnet kam ebenfalls auf die Bühne.

Renard war als Songwriter am ersten Album »L’étoile du sud« der französischen Rockband ROM beteiligt. Er lebt in Brüssel, Belgien.

[http://melvile.com]

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