10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Okky Madasari  [ Indonesien ]

Biographie

Madasari, portrait
Copyright Lian Khay

Gast des ilb 2017.

Bibliographie

Entrok

Gramedia Pustaka Utama

Jakarta, 2010

86

Gramedia Pustaka Utama

Jakarta, 2011

Maryam

Gramedia Pustaka Utama

Jakarta, 2012

Gebunden. Stimmen der Trommel

Sujet

Bremen, 2015

[Ü: Gudrun Ingratubun]

Kerumunan Terakhir

Gramedia Pustaka Utama

Jakarta, 2016

okkymadasari.net

Die indonesische Schriftstellerin und Journalistin Okky Puspa Madasari wurde 1984 in Magetan geboren. Sie studierte an der Universitas Gadjah Mada, wo sie 2005 den Bachelor in Politikwissenschaften erwarb. Von 2012 bis 2014 belegte sie einen Masterstudiengang in Soziologie, den sie mit einer Arbeit über die »Genealogie des indonesischen Romans~– Kapitalismus, Islam und kritische Literatur« abschloss.

Ihre literarischen Texte handeln von Indonesien und den dortigen politischen und sozialen Verhältnissen: »Ich möchte zeigen, dass das Land nach dem Fall des Totalitarismus~– obschon eine Demokratie~– mit vielen Herausforderungen zu kämpfen hat: Ungerechtigkeit, Korruption, Diskriminierung, Gewalt, Armut.« Ihr erster Roman »Entrok« (2010) ist ein Epos über das Leben unter den Bedingungen von Totalitarismus und Militarismus während der Ära »Orde Baru« (Neue Ordnung) unter Präsident Suharto. 2011 erschien ihr zweiter Roman »86«, der die vor allem in der Beamtenschaft des Landes herrschende Korruption thematisiert. Ihr dritter Roman »Maryam« (2012), für den sie mit 28~Jahren als jüngste Autorin in der Geschichte des wichtigsten Literaturpreises Indonesiens den Khatulistiwa Literary Award verliehen bekam, beschreibt die Vertreibung der islamischen Glaubensgemeinschaft Ahmadiyya aus ihren Heimatdörfern. »Pasung Jiwa« (2013; dt. »Gebunden. Stimmen der Trommel«, 2015) ist die Geschichte zweier Freunde, die in einem bewusst direkten und emotionalen Stil erzählt wird: In den neunziger Jahren verlassen zwei Studenten ihre Hochschulen und werden Straßenmusiker. Bei einem ihrer Auftritte, die auf das Verschwinden einer Fabrikarbeiterin aufmerksam machen, werden sie verhaftet. Im Gefängnis erleben sie Folter und Demütigungen, der Jüngere von ihnen, der Transgender Sasa, wird immer wieder vergewaltigt. Traumatisiert verlassen sie das Gefängnis, der Jüngere wird bald in die Psychiatrie eingewiesen, der Ältere muss sich als Fabrikarbeiter verdingen. Ausgelöst durch eine schwere Wirtschaftskrise und Studentenproteste, geht 1998 Suhartos Ära zu Ende. Der Altere der beiden Freunde gerät nach diesen Wirren in eine islamistische Gruppe, die als »Gotteskrieger« mit Gewalt für Ordnung nach ihren Vorstellungen sorgt. Bei einer ihrer Razzien auf einem Konzert der inzwischen berühmt gewordenen Sängerin Sasa begegnen sich die Freunde wieder, der Ältere wird zurückversetzt in ihre Vergangenheit und erwacht langsam aus seiner Verblendung. Madasari zeigt sich in diesem Roman als kritische Beobachterin des Erstarkens extremistischer Positionen in ihrem Land. Auf Drängen ihres indonesischen Verlags war sie gezwungen, ihren Roman in einer revidierten Fassung zu veröffentlichen. In ihrem fünften Roman »Kerumunan Terakhir« (2016) beleuchtet sie den Einfluss der Digitalisierung und sozialer Netzwerke auf das Leben der Menschen.

Madasari ist Mitbegründerin des ASEAN Literary Festivals in Jakarta, wo sie heute lebt.

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