10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Lucien Deprijck  [ Deutschland ]

Biographie

Portrait Deprijck
Copyright Deprijck / C. Thekla Ehling

Gast des ilb 2017.

Bibliographie

Solitair

Schardt

Oldenburg, 1999

Besuch bei Stephen Crane

BoD

Norderstedt, 2005

Die Wälder der Verschollenen

Van Aaken

Köln, 2007

Die Inseln, auf denen ich strande

[Ill. Christian Schneider]

Mare

Hamburg, 2012

Ein letzter Tag Unendlichkeit

Unionsverlag

Zürich, 2015

Lucien Deprijck, geboren 1960, ist Kölner mit flämischen Wurzeln. Er studierte Germanistik, Anglistik und Politische Philosophie und arbeitete zunächst als Dozent und Journalist. Heute ist er freiberuflicher Autor, Übersetzer und Herausgeber.

Nach seiner Erzählung »Jahrhundertsommer«, mit der er 1997 in der Zeitschrift »styx« debütierte, erschien 1999 sein Roman »Solitair«. 2005 folgte ein Sammelband mit 15~Erzählungen »Besuch bei Stephen Crane«. In der Titelgeschichte beschreibt Deprijck seine Recherche über den amerikanischen Autor und seinen Besuch in Cranes Haus in Südengland, wo dieser bis kurz vor seinem Tod 1900 lebte. Außerdem enthält der Band die Science-Fiction-Story »Das Zentrum der Welt« sowie die Erzählung »Hinter den Bergen, auf der anderen Seite«, die im Kölner Rundfunk ausgestrahlt wurde. In seinem Roman »Die Wälder der Verschollenen« (2007) erzählt Deprijck anhand der Geschichte eines Mannes, dessen Auszeit in der Abgeschiedenheit der Provinz sich zum detektivischen Abenteuer auf den Spuren eines Unbekannten auswächst, von Scheitern und stetigem Neubeginn. Der literarische Durchbruch gelang Deprijck mit seinem Erzählband »Die Inseln, auf denen ich strande« (2012). Die Texte von unterschiedlicher Länge sind Variationen der immer gleichen Ausgangssituation: Ein Ich-Erzähler strandet auf einer Insel, wo er~– in der kürzesten Erzählung~– nach wenigen Tagen verhungert oder die er auf Suche nach Nahrung erforscht, wobei er mal auf andere Gestrandete trifft, mal ein ebenfalls gestrandetes Mädchen rettet, mal eine Möglichkeit findet, die Insel zu verlassen. »Das ganze wunderschön gestaltete Buch ist auch ein Spiel mit Zahlen und Zeiten, eine geheimnisvoll verschachtelte Komposition aus bildmächtigen Texten, die in den ebenso kunstvollen feinen Illustrationen von Christian Schneider kongenial gespiegelt sind« (Pieke Biermann, Deutschlandfunk). Deprijcks jüngster Roman »Ein letzter Tag Unendlichkeit« (2015) beschreibt einen Sommertag im Leben von Friedrich Gottlieb Klopstock. Seine Freunde, die gelehrte Gesellschaft der Stadt Zürich, hat den gefeierten jungen Dichter an einem Julitag des Jahres 1750 zu einer Bootsfahrt auf dem Zürichsee eingeladen. Auf der Fahrt inszenieren sie einen Partnertausch~– ein Skandal im sittenstrengen Zürich. Nachdem Klopstock die Herrschaften mit dem Vortrag aus seinem »Messias« verzaubert hat, erliegt er selbst seinen Gefühlen und verliebt sich in die gerade 17-jährige Anna Schinz. Die turbulenten Ereignisse des Tages wird Klopstock später mit einer seiner schönsten Oden »Der Zürchersee« für die Literaturgeschichte verewigen.

Lucien Deprijck ist auch als Übersetzer englischer und amerikanischer Literatur tätig, u.~a. übertrug er Mark Twain, Robert Louis Stevenson und Stephen Crane ins Deutsche. Seit 2003 ist er Mitglied der Kölner Autorenwerkstatt. Er lebt in Köln.

[http://lucien-deprijck.de]

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