10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Eliot Weinberger  [ USA ]

Biographie

Portrait Weinberger
Copyright Eliot Weinberger / C. Ali Ghandtschi

Gast des ilb 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2008, 2009, 2010, 2014, 2017.

Bibliographie

Kaskaden

Suhrkamp

Frankfurt a. M., 2003

[Ü: Peter Torberg]

Das Wesentliche

Berenberg

Berlin, 2008

[Ü: Peter Torberg]

Orangen! Erdnüsse!

Berenberg

Berlin, 2011

[Ü: Peter Torberg]

The Wall, the City, and the World

Readux Books

Berlin, 2014

Vogelgeister

Berenberg

Berlin, 2017

[Ü: Beatrice Faßbender]

Eliot Weinberger wurde 1949 in New York City geboren, wo er auch heute lebt. Bereits mit 19~Jahren veröffentlichte er seinen ersten Band mit Übersetzungen von Gedichten des späteren Nobelpreisträgers Octavio Paz. Seit 1970 folgten zahlreiche Übersetzungen aus dem Spanischen (u.~a. Octavio Paz, Jorge Luis Borges, Vicente Huidobro) sowie aus dem Chinesischen (Bei Dao). 2000 zeichnete ihn die mexikanische Regierung als ersten US-amerikanischen Autor mit dem Order of the Aztec Eagle aus. Weinberger edierte Anthologien amerikanischer und chinesischer Lyrik und ist Herausgeber der Reihe »Calligrams«, die von der Chinese University of Hong Kong Press und New York Review Books publiziert wird, sowie literarischer Herausgeber der »Murty Classical Library of India«.

Mit »Works on Paper« (Ü: Arbeiten auf Papier) erschien 1986 sein erster Band mit Essays. Inzwischen liegen auf Englisch 16~Bände vor, darunter »Karmic Traces« (2000; eine Auswahl u.~a. aus diesem Band erschien 2003 auf Deutsch unter dem Titel »Kaskaden«), »An Elemental Thing« (2007; dt. »Das Wesentliche«, 2008) und zuletzt »The Ghosts of Birds« (2016; dt. »Vogelgeister«, 2017) sowie gesammelte politische Texte, die während der Jahre von George W. Bush entstanden sind. Sein Prosagedicht »What I Heard about Iraq« (2005; Ü: Was ich hörte vom Irak) avancierte zu einem vielbeachteten Internet-Phänomen und wurde, gefördert durch das ilb, in weltweiten Lesungen zur Aufführung gebracht. Regelmäßig schreibt Weinberger~– für die »New York Times« »einer der größten lebenden Essayisten der Welt«~– für internationale Publikationen wie die »London Review of Books« und »Lettre International«. Sein Werk wurde in über dreißig Sprachen übersetzt.

»Er hat ganz offenbar alles auf dem Planeten Erde gelesen, darüber gelesen oder mit eigenen Augen gesehen«, schrieb die »Multicultural Review« über Eliot Weinberger. Und tatsächlich scheint es für den Essayisten keine thematischen Grenzen zu geben~– seine Texte widmen sich dem Liebesleben von Nacktmullen, isländischen Sagen, neuseeländischen Vögeln, dem Wind und den Sternen und einem Menschen namens Chang. Auch formal nutzt er das in seinen Augen unbegrenzte Potenzial der Gattung in seiner ganzen Breite aus. So ähneln viele seine Texte eher Prosagedichten oder Erzählungen als traditionellen Essays, auch wenn sie keineswegs fiktiv sind. »Ich erfinde nie etwas«, sagt Weinberger und betont damit die Nachprüfbarkeit aller noch so phantastisch erscheinenden Details. Seinen Band »An Elemental Thing« bezeichnet er als »Serial Essay«, das heißt als Folge lose zusammenhängender Texte, die potenziell unendlich weitergeführt werden kann. Mit »Ghosts of Birds« erschien eine Fortsetzung. In all diesen poetischen Texten widmet sich Weinberger nichts Geringerem als mehreren tausend Jahren Natur- und Menschheitsgeschichte. »Die Essays von Eliot Weinberger verzaubern die Welt und verändern unser Denken«, schrieb »Die Zeit«, »sie sind Wunderwerke.«

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