10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
Sie sind hier: Startseite / Archiv / Teilnehmer / / 2017 / Christoph Peters

Christoph Peters  [ Deutschland ]

Biographie

Portrait Peters
Copyright Peters / C. Peter von Felbert

Gast des ilb 2017.

Bibliographie

Heinrich Grewents Arbeit und Liebe

Dreieck-Verlag

Mainz, 1996

Stadt Land Fluß

Frankfurter Verlagsanstalt

Frankfurt a. N., 1999

Das Tuch aus Nacht

btb

München, 2003

Ein Zimmer im Haus des Krieges

btb

München, 2006

Mitsukos Restaurant

Luchterhand

München, 2009

Wir in Kahlenbeck

Luchterhand

München, 2012

Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln

Luchterhand

München, 2014

Der Arm des Kraken

Luchterhand

München, 2015

Selfie mit Sheikh

Luchterhand

München, 2017

Christoph Peters wurde 1966 in Kalkar geboren und war von 1977 bis zum Abitur 1986 Schüler des katholischen Internatsgymnasiums Collegium Augustinianum Gaesdonck. Er studierte von 1988 bis 1994 in Karlsruhe Malerei u.~a. bei Horst Egon Kalinowski und Günter Neusel und war Meisterschüler von Meuser.

Sein literarisches Debüt legte Peters vor mit seiner Erzählung »Heinrich Grewents Arbeit und Liebe« (1996) über die verborgenen Abgründe eines scheinbar wohlgeordneten Kleinbürgerlebens, 1999 folgte sein erster Roman »Stadt Land Fluß«. In seinem literarischen Schaffen widmet sich Peters vor allem den Berührungspunkten und Reibungsflächen von westlicher Kultur und westlichen Denkweisen mit denen anderer Traditionen. Seine Faszination für Japan kommt beispielsweise in seinem Roman »Mitsukos Restaurant« (2009) zum Ausdruck: Zwei Freunde entdecken bei einem Waldspaziergang in einem Vereinsheim ein japanisches Spezialitätenrestaurant, probieren die Speisekarte des Lokals durch und lernen die Chefin Mitsuko kennen, in die sich der eine von ihnen verliebt, bis nach einem unglücklichen Zwischenfall im Restaurant aller Selbsttäuschung ein Ende gesetzt wird. Auch in »Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln« (2014) kommt es zu einer bizarren japanisch-deutschen Begegnung: Ein japanischer Ofenbaumeister gelangt nach Ostholstein, wo ihn ein deutscher Keramikkünstler im Hof des alten Pfarrhauses einen japanischen Anagama-Brennofen errichten lässt. Neben einer ungewöhnlichen Geschichte liefert das Buch auch eine fundierte Einweisung in die japanische Kultur und Denkweise. Ins Chinesische und Amerikanische wurde Peters’ Roman »Das Tuch aus Nacht« (2003) übersetzt: In Istanbul trifft ein Kunststudent auf einen Bildhauer, der mit seiner Freundin an den Bosporus gekommen ist, um die Beziehung zu retten. Virtuos konstruiert~– zwei Handlungsstränge laufen chronologisch gegenläufig ab~–, spielen sich vor der Kulisse der Stadt zwischen Orient und Okzident ein Mord, das Zerbrechen einer Beziehung und der Beginn einer neuen Liebe ab. »›Das Tuch aus Nacht‹ ist feinste Webware, nach der man im zeitgenössischen Literaturbasar lange suchen muss«, urteilte Hubert Winkels in der »ZEIT«. Nachdem Peters in den letzten Jahren erneut die Länder des Nahen und Mittleren Ostens bereist hatte, entstanden die Erzählungen seiner jüngsten Publikation »Selfie mit Sheikh« (2017). Sie spielen in Deutschland und im islamischen Orient und konfrontieren den westlichen Leser mit uralten Ängsten und oftmals naiven Vorstellungen.

Peters wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter dem aspekte-Literaturpreis 1999, dem Düsseldorfer Literaturpreis 2004 und dem Friedrich-Hölderlin-Preis 2016. Er hatte 2004 die Poetikdozentur an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und 2014 die Gastdozentur an der Universität Paderborn inne und war 2006 Museumsschreiber des Hetjens-Museums sowie 2014 des Museums Kurhaus Kleve. Der Autor lebt in Berlin.

[http://christoph-peters.net]

abgelegt unter: