10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Arnoldo Gálvez Suárez  [ Guatemala ]

Biographie

Portrait Suárez
Copyright Suárez / C. Sandra Sebastián

Gast des ilb 2017.

Bibliographie

El tercer perfil

Letra Negra

Guatemala, 2005

Los jueces

Letra Negra

Guatemala, 2009

La palabra cementerio

Punto de Lectura

Mexiko, 2013

Die Rache der Mercedes Lima

Edition Büchergilde

Frankfurt a. M., 2017

Arnoldo Gálvez Suárez wurde 1982 in Guatemala-Stadt geboren. Er studierte Journalismus und Kommunikationswissenschaften, arbeitete zunächst als Journalist und veröffentlichte 2005 seinen ersten Band mit Kurzgeschichten »El tercer perfil« (Ü: Das dritte Profil). Die 26~Geschichten sind von unterschiedlicher Länge und handeln von ungewöhnlichen Ereignissen und Menschen oder zeichnen surreale Bilder von Gewalt und Angst. Im Gegensatz dazu ist sein Debütroman »Los jueces« (2009; Ü: Die Richter) die realistische Schilderung einer Gruppe von Nachbarn am Stadtrand, die gemeinschaftlich den Vergewaltiger einer jungen Frau stellen und über ihn Gericht halten. Der Roman wurde mit dem Mario Monteforte Toledo Prize ausgezeichnet und bedeutete für Gálvez Suárez den literarischen Durchbruch.

2013 veröffentlichte Gálvez Suárez einen zweiten Band mit Kurzprosa »La palabra cementerio« (Ü: Das Wort Friedhof). Die Erzählungen sind »präzise und filigran konstruiert und kombinieren narrative Mittel und stilistische Resonanzen so geschickt miteinander, dass sie eine zusätzliche Bedeutungsebene erhalten« (Eduardo Villalobos). Teilweise an der Grenze zwischen Realität und Fiktion angesiedelt, bekräftigen die Texte gleichsam die visionäre Kraft der Sprache, ihre Funktion als Spiegel verborgener Konflikte. »Puente adentro« (2015; dt. »Die Rache der Mercedes Lima«, 2017) ist Kriminalroman, geheimnisvolle Liebesgeschichte und Polit-Drama in einem. Die Handlung spielt in Guatemala-Stadt: In einer Nacht des Jahres 1989 sieht der junge Alberto seinen Vater zum letzten Mal~– in Erinnerung behält er das Bild eines geschlagenen Mannes. Kurz darauf wird der Vater, ein Geschichtsprofessor, auf offener Straße erschossen, der Mord bleibt in den Bürgerkriegswirren unaufgeklärt. Über zwanzig Jahre später erkennt der Sohn im Supermarkt eine ehemalige Studentin seines Vaters wieder, Mercedes Lima. Da er nie erfahren hat, ob sein Vater von der Junta ermordet wurde oder einem Eifersuchtsdrama zum Opfer fiel, in das auch Mercedes Lima verwickelt war, beginnt er ihr zu folgen und erhofft sich Aufklärung. »Die Rache der Mercedes Lima«, ausgezeichnet mit dem BAM Letras Prize for Fiction 2015, ist nicht nur eine tragische Vater-Sohn-Geschichte, sondern widmet sich auch den Themen Erinnerung und Verdrängung der Konflikte in der jüngsten Landesgeschichte Guatemalas.

Gálvez Suárez arbeitete auch als Fernsehproduzent und schrieb das Drehbuch zu einem Film über die guatemaltekische Jugend zur Zeit des Friedensabkommens. Seit 2011 koordiniert er das Kommunikationsteam von »interpeace«, einer unabhängigen internationalen Organisation für Friedensarbeit. Der Autor lebt in Guatemala.

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