10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Armin Senser  [ Schweiz, Deutschland ]

Biographie

Portrait Senser
Copyright Armin Senser

Gast des ilb 2017.

Bibliographie

Großes Erwachen

Hanser

München, 1999

Jahrhundert der Ruhe

Hanser

München, 2003

Kalte Kriege

Hanser

München, 2007

Shakespeare

Hanser

München, 2011

Liebesleben

Hanser

München, 2015

Priester und Ironiker. Über Literatur

Klever

Wien, 2015

Kolumbianischer Tango. Eine Reise

Hanser

München, 2015

Sensus. Chronik des Scheiterns

Edition Korrespondenzen

Wien, 2016

Der Schweizer Lyriker und Schriftsteller Armin Senser wurde 1964 in Biel geboren. Er studierte Philosophie, Germanistik und Linguistik an der Universität Bern. 1998 zog er nach Berlin.

Seine frühe Lyrik erschien in den Anthologien »Swiss Made. Junge Literatur aus der deutschsprachigen Schweiz« (2001) und »Natürlich die Schweizer!« (2002) sowie in dem Gedichtband »Großes Erwachen« (1999). Als Reminiszenz an literarische Vorbilder enthält sein Debüt u.~a. ein Gedenkgedicht an Joseph Brodsky, einen »Brief an W. H. Auden« und eine Erinnerung an Rilke. Ohne sich den Schemata von Reimen oder Rhythmen zu unterwerfen, sind die Gedichte in einer Art »lyrischem Essayismus« (FAZ) verfasst und gehen stets von einem Bild oder einer Empfindung aus: »Jedes Gedicht braucht einen Haltepunkt im Sinnlichen, einen Bezugspunkt zum Vertrauten.« Auch im darauffolgenden Band »Jahrhundert der Ruhe« (2003) gibt es Bezüge zu Ovid, Schiller oder Mandelstam. Senser folgt den feinsten Impulsen seiner Wahrnehmung, verankert diese Betrachtungen im Sinnlichen und weist darüber hinaus in die Metaphysik. In »Kalte Kriege« (2007) steht die Gegenwart im Blickpunkt. Ohne sich in Tagespolitik zu ergehen, sind Sensers Gedichte über den friedlosen Beginn des 21.~Jahrhunderts gleichzeitig politisch konkret und kreatürlich zeitlos. In seinem in gereimten Langzeilen geschriebenen Roman »Shakespeare« (2011) widmet sich Senser dem englischen Nationaldichter. Die fiktive Biografie, die sich gleichwohl bekannter biografischer Eckdaten bedient, erzählt in 62~Kapiteln von Kindheit und Schulzeit in Stratford, der Heirat mit Anne Hathaway, dem Aufbruch nach London und dem düsteren Alltag der Armut. Senser zeigt eine zwischen dem ausschweifenden Leben in London und einer beschaulichen Existenz im Kreis der Familie zerrissene Persönlichkeit, die am Ende um eine Gewissheit der Lebensbeichte ringt: »Was~/ ist wahr? Wenn uns die Worte fehlen, um unseren Gefühlen~/ gerecht zu werden. Wenn wir den Worten überlassen, was~/ keine braucht. Was ist dann wahr?« In den formstrengen, prosaischen Langzeilen von »Liebesleben« (2015) führt das lyrische Ich, abgesehen von einer Hommage an den Künstler Caravaggio sowie Bezügen zu Warhol und Vergil, auch einen Dialog mit Dante Alighieri. Im selben Jahr erschien Sensers Essayband »Priester und Ironiker. Über Literatur«. In seinem jüngsten Werk »Sensus« (2016) reflektiert er über das Scheitern als grundlegende menschliche Eigenschaft und beschreibt eine dem Scheitern folgende, langsame Rückkehr ins Leben.

Armin Senser ist auch als Übersetzer und Dramatiker tätig. Für sein literarisches Schaffen wurde er mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter mit dem Buchpreis des Kantons Bern, dem H.~C. Artmann-Stipendium der Stadt Salzburg und dem Poesiepreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft. Der Autor lebt in Berlin.

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