10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Anna Woltz  [ Niederlande ]

Biographie

Portrait Woltz
Copyright Woltz / C. Merlijn Doomernik

Gast des ilb 2017.

Bibliographie

Alles kookt over

Leopold

Amsterdam, 2002

Black box

Leopold

Amsterdam, 2007

Kükensommer

[Ill. von Angela Glökler]

dtv

München, 2015

[Ü: Bettina Bach u. Eva Schweikart]

Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess

[Ill. Regina Kehn]

Carlsen

Hamburg, 2015

[Ü: Andrea Kluitmann]

Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte

Carlsen

Hamburg, 2016

[Ü: Andrea Kluitmann]

Alaska

Querido

Amsterdam, 2016

Hundert Stunden Nacht

Carlsen

Hamburg, 2017

[Ü: Andrea Kluitmann]

Anna Woltz, geboren 1981 in London, wuchs in Den Haag auf. Ihr erstes Kinderbuch »Alles kookt over« (2002; Ü: Alles kocht über) schrieb sie mit 17~Jahren. Anna Woltz studierte Geschichte an der Universität Leiden und schrieb in dieser Zeit u.~a. eine Kolumne für die Zeitung »Volkskrant«. Seither arbeitet sie als Autorin und Journalistin und veröffentlichte in den Niederlanden bereits über zwanzig Kinder- und Jugendbücher, die nah an der heutigen Realität sind und oft Probleme zwischen Eltern und Kindern thematisieren: »Meine Helden entdecken am Anfang, dass ihre Eltern etwas total Schlimmes gemacht haben, und werden sehr wütend. Ich liebe es, über wütende Kinder zu schreiben. Und am Ende merken sie, dass Eltern nur normale Menschen sind, die auch Fehler machen.«

In ihrem Kinderbuch »Evi, Nick en ik« (2001; dt. »Kükensommer«, 2015) erzählt Anna Woltz über Flora, die in ihren Sommerferien auf dem Dorf den Besuch vom Chef ihres Vaters und seiner Tochter Evi in Kauf nehmen muss. Flora mag sich erst nicht mit der streitsüchtigen Evi arrangieren, stellt aber allmählich fest, wie schön es sein kann, ein Geheimnis mit Freunden zu teilen. Auch »Mijn bijzonder rare week met Tess« (2013; dt. »Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess«) ist eine Feriengeschichte: Samuel bricht sich den Fuß und lernt beim Dorfarzt ein Mädchen kennen: Tess hat heimlich ihren Vater, den sie nur dem Namen nach kennt, in ihr Ferienhaus eingeladen, um herauszufinden, ob sie ihn überhaupt als Vater will. Einfühlsam und unprätentiös lässt Anna Woltz hier die großen Themen Verlust und Alleinsein anklingen. Auch »Gips« (2015; dt. »Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte«, 2016) beginnt mit einer kleinen Katastrophe: Fitz und ihre kleine Schwester Bente, deren Eltern sich gerade trennen, fahren zur Wohnung ihres Vaters, als Bente stürzt und ins Krankenhaus muss. Während sie auf den Arzt warten, treibt sich Fitz im Krankenhaus herum, klaut Gips, um sich selbst einen Verband anzulegen, und begegnet Adam, der im Rollstuhl sitzt und ebenfalls Erfahrungen mit einer zerstörten Familie gemacht hat. 2014 legte Anna Woltz mit »Honderd uur nacht« (2014; dt. »Hundert Stunden Nacht«, 2017) ein Jugendbuch vor. In dieser ungewöhnlichen Entwicklungsgeschichte flüchtet die 14-jährige Emilia aus Wut auf ihren Vater mit dessen Kreditkarte nach New York und kommt dort bei zwei ebenfalls auf sich gestellten Jugendlichen unter. Sie müssen zusammenrücken und einiges überstehen, denn Chaos herrscht nicht nur in Emilias Leben, sondern auch in New York, wo ein Hurrikan tobt und der Strom ausfällt.

Anna Woltz wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, u.~a. mit dem Nienke van Hichtum-prijs, dem Goldenen Griffel und dem LUCHS-Preis. Ihre Bücher wurden in neun Sprachen übersetzt. Die Autorin lebt in Utrecht.

[http://annawoltz.nl]

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