10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Amit Chaudhuri  [ Indien ]

Biographie

Portrait Chaudhuri
Copyright Chaudhuri / C. Geoff Pugh

Gast des ilb 2017.

Bibliographie

A Strange and Sublime Address

Heinemann

London, 1991

Die Melodie der Freiheit

Drei Romane

Blessing

München, 2001

[Ü: Gisela Stege]

Mrs Sengupta will hoch hinaus

Blessing

München, 2011

[Ü: Barbara Heller]

Odysseus Abroad

Knopf

New York, 2015

Friend of My Youth

Faber & Faber

London, 2017

Penguin Random House India

Gurugram, 2017

amitchaudhuri.com

Der indische Schriftsteller und Musiker Amit Chaudhuri wurde 1962 in Kalkutta geboren und wuchs in Mumbai auf. Am University College London studierte er Anglistik und promovierte über D.~H. Lawrence in Oxford. Danach pendelte er zwischen Indien und Großbritannien, wo er in Oxford und Cambridge arbeitete und unter dem Einfluss der Werke und theoretischen Schriften von V.~S. Naipaul, D.~H. Lawrence und Jacques Derrida zu schreiben begann.

1991 erschien sein erster Roman »A Strange and Sublime Address« (Ü: Eine seltsame und erhabene Adresse). In seinem Debüt wie in den folgenden Romanen »Afternoon Raag« (1993; Ü: Raga des Nachmittags) und »Freedom Song« (1998; dt. »Die Melodie der Freiheit«, 2001) beschreibt er die Poesie des Alltags in seiner Heimat und den Mikrokosmos einer prototypischen, bürgerlichen indischen Familie in der Großstadt und macht dabei das Unvertraute im Vertrauten sichtbar. Im Vordergrund stehen weniger Ereignisse als vielmehr Beschreibungen von Beobachtungen und Empfindungen seiner Protagonisten und die Bedeutung der Objekte um sie herum. In »The Immortals« (2009; dt. »Mrs Sengupta will hoch hinaus«, 2011) erzählt Chaudhuri aus dem Leben einer gutbürgerlichen Kleinfamilie aus Bengalen. Neben dem Verhältnis zwischen Indien und Europa sowie der gesellschaftlichen Realität in Mumbai steht hier die Musik im Mittelpunkt: Die Protagonistin strebt eine Gesangskarriere an. Die klassische indische Musik spielt oft eine wichtige Rolle in Chaudhuris Texten, der als Musiker bereits zwei CDs veröffentlicht hat und nach den Gemeinsamkeiten von traditioneller nordindischer Musik sowie der Musik des Westens, Rock und Jazz, sucht. Bei zahlreichen internationalen Auftritten arbeitete er mit Musikern aus beiden Traditionen zusammen. Sein Roman »Odysseus Abroad« (2015) ist eng an die »Odyssee« und Joyce’ »Ulysses« angelehnt und spielt an einem Julitag 1985 in London. Sein jüngster Roman »Friend of My Youth« (Ü: Jugendfreund) spielt in Mumbai, erzählt von einem Autor namens Amit Chaudhuri auf der Suche nach seinem Schulfreund Ramu, einem ehemaligen Drogenabhängigen, und stellt so die Grenze zwischen Schreiben und Leben infrage.

Für seine literarischen Texte, die mit den Werken von Marcel Proust oder James Joyce verglichen wurden, erhielt er u.~a. den Commonwealth Writers’ Prize für das beste Erstlingswerk (1992), den Los Angeles Times Book Prize (2000), den Sahitya Akademi Award (2002) und The Infosys Prize im Bereich Humanität für außerordentliche literarische Verdienste (2013). Er schreibt als Kritiker für verschiedene englischsprachige Kulturzeitschriften und gilt als wichtiger Vermittler der indischen Moderne. 2002 war Chaudhuri Gastprofessor an der Columbia University, 2005 an der Freien Universität Berlin. Heute ist Chaudhuri, Fellow of the Royal Society of Literature, Professor für zeitgenössische Literatur an der University of East Anglia und lebt in Kalkutta.

[http://www.amitchaudhuri.com]

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