10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Alberto Ruy Sánchez  [ Mexiko ]

Biographie

Portrait Ruy Sánchez
Copyright Ruy Sánchez / C. Nina Subin

Gast des ilb 2003, 2017.

Bibliographie

Los jardines secretos de Mogador

Alfaguara

Mexiko, 2001

Los demonios de la lengua

Alfaguara

Mexiko, 2008

Elogio del insomnio

Alfaguara

Mexiko, 2011

Quinteto de Mogador

Alfaguara

Madrid, 2014

Luz del colibrí

Era

Mexiko, 2016

Alberto Ruy Sánchez wurde 1951 in Mexiko-Stadt geboren. Nach einem Studium der Kommunikationswissenschaften an der dortigen Universidad Iberoamericana lebte er von 1975 bis 1982 in Paris, wo er bei Roland Barthes, Gilles Deleuze und Jacques Rancière Film, Literatur und Philosophie studierte und 1980 promovierte. Seitdem arbeitet Ruy Sánchez als Autor, Dozent und Herausgeber. 1984 bis 1986 war er Chefredakteur der legendären, von Octavio Paz herausgegebenen Zeitschrift »Vuelta«. Seit 1988 ist er Chefredakteur und Gründungsherausgeber der renommierten Zeitschrift »Artes de México« und des dazugehörigen Verlags.

In seinem Werk nimmt Ruy-Sánchez Bezug auf verschiedene literarische Traditionen und handwerkliche Kunstformen wie Weben, Töpfern, Kalligrafie und das Geschichtenerzählen auf der ganzen Welt. Er veröffentlichte bisher 25~Werke, die u.~a. ins Französische, Vietnamesische, Serbische, Russische, Englische und Arabische übertragen wurden. Sein Romanerstling »Los nombres del aire« (Ü: Die Namen der Luft) erhielt 1987 mit dem Premio Xavier Villaurrutia den wichtigsten Literaturpreis Mexikos und gilt seither als Kultbuch, das jährlich Neuauflagen erlebt. Nach einer langen Forschungsarbeit zu weiblichem Begehren gibt Ruy-Sánchez darin Frauen eine Stimme, angesiedelt in einer kleinen, isolierten Stadt, in der sich jüdische, katholische, islamische und Yoruba-Traditionen seit jeher mischten: in Mogador, heute Essaouira genannt, an der marokkanischen Atlantikküste. Demselben Thema widmete sich der Autor in vier weiteren Publikationen, darunter »Los jardines secretos de Mogador« (2002; Ü: Die geheimen Gärten von Mogador) und »Nueve veces el asombro« (2005; Ü: Neunfaches Erstaunen) die zusammen den »Ciclo narrativo de Mogador« bilden.

Für die darin enthaltene Lyrik, aber auch für die Bände »Decir es desear« (2011; Ü: Sprechen ist wünschen) und »Luz del colibrí« (2016; Ü: Licht des Kolibris) erhielt er den renommierten Preis des Luganer Poesiefestivals Poestate. Das französische Literaturfestival Lettres d’Automne 2010 war zwanzig Tage lang aus Anlass des 20.~Jubiläums dem Werk von Ruy-Sánchez gewidmet. Zudem ernannte ihn Frankreich zum Officiel des Arts et des Lettres, Kentucky zum Ehrenkapitän des historischen Raddampfers La belle de Louisville und zum Ehrenbürger von Louisville. Für sein Lebenswerk wurde er sowohl in Mexiko als auch von ausländischen Universitäten, Museen und Buchhandelsorganisationen ausgezeichnet. Er war Tinker Visiting Professor in Stanford und leitete das Sommerprogramm im Fach Kreatives Schreiben Non-Fiction am kanadischen Banff Centre for the Arts.

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