10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Simon van der Geest  [ Niederlande ]

Biographie

Portrait Geest
© Chris van Houts

Gast des ilb 2016.

Bibliographie

Dissus

Querido

Amsterdam, 2010

Der Sommer, in dem ich berühmt werde
(ohne dass meine Eltern es merken)

[Ill: Constanze Guhr]

Oetinger

Hamburg, 2011

[Ü: Eva Schweikart]

Spijkerzwijgen

Querido

Amsterdam, 2015

Per ongelukt!

CPNB

Amsterdam, 2015

Krasshüpfer

[Ill: Karst-Janneke Rogaar]

Thienemann

Stuttgart, 2016

[Ü: Mirjam Pressler]

Simon van der Geest wurde 1978 in Gouda (Niederlande) geboren und absolvierte eine Ausbildung zum Theaterdozenten an der Hochschule der Künste Arnheim. Dabei spielte er in Theaterstücken mit, inszenierte diese auch und entdeckte nach eigener Aussage, wie viel Spaß es ihm mache, Stücke zu schreiben. Nach einem Dramatik-Schreibtraining in Utrecht gibt er heute nicht nur sein Wissen über Theater und das Schreiben für diese Kunstform in Kursen an Jugendliche sowie Kinder weiter und arbeitet als Schauspieler, u.~a. für die Polizei, sondern verfasst auch selbst Erzählungen, Gedichte und Theaterstücke, vorzugsweise für junge Leser.

Sein Debüt als Kinderbuchautor, »Geel gras« (2009; dt. »Der Sommer, in dem ich berühmt werde (ohne dass meine Eltern es merken)«, 2011), erzählt von Finja, die von ihren Erziehungsberechtigten bei der Abreise vom Campingplatz vergessen wird, woraufhin sie Freundschaft mit Jantwan schließt, dessen Eltern ihm im Gegenteil mit ihrer ständigen Fürsorge auf die Nerven gehen. Finja beschließt daher, sich nicht auf die Erwachsenen zu verlassen, sondern auf eigene Faust berühmt zu werden, damit ihre Eltern spätestens dann Notiz von ihr nehmen, was sich in dieser temporeichen Sommergeschichte um Freundschaft und Mut aber als gar nicht so einfach erweist. 2010 erschien der Lyrikband »Dissus«, eine Adaption von Homers »Odyssee« für junge Leser mit Illustrationen von Jan Jutte, die mit dem Goldenen Griffel als Preis für das beste Kinderbuch des Jahres ausgezeichnet wurde. Die Jury begründete ihre Wahl damit, dass es van der Geest gelungen sei, in einer virtuosen Sprache treffend Gefühle zu beschreiben. Auch sein drittes Kinderbuch »Spinder« (2013; dt. »Krasshüpfer«, 2016) erhielt im Jahr seines Erscheinens den Goldenen Griffel. Der junge Hidde berichtet darin in Tagebucheinträgen, wie er sich mit seinem Bruder Jeppe darum streitet, wer den Keller des Hauses zu seinem Reich machen darf. Während Jeppe dort sein Schlagzeug aufstellen will, würde Hidde~– aus dessen Leidenschaft für Insekten, mit denen er spricht, wenn er sonst keinen zum Reden hat, bereits eine große Sammlung verschiedener Tiere entstanden ist~– diese gerne im Keller unterbringen. Im Laufe des Buchs stellt sich allerdings heraus, dass die Auseinandersetzung der Geschwister ihren Grund eigentlich in dem sie als düsteres Geheimnis belastenden Tod ihres Bruders in ebendiesem Keller hat. Nach Ansicht der »Süddeutschen Zeitung« fügen sich die Vertraulichkeit, die durch das »Du« im Tagebuch und durch die authentische Kindersprache entstehe, und die dramatische Familiengeschichte zu einem »wirklich hervorragenden Jugendbuch« zusammen. Auch die »FAZ« lobte das »Gespür des Autors für die kindliche […] Gefühls- und Vorstellungswelt«.

2015 durfte van der Geest mit »Per ongelukt!« (Ü: Zufallstreffer!) den Geschenkband zur niederländischen Woche des Kinderbuchs schreiben.

[http://www.simonvandergeest.nl/]

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