10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Selva Almada  [ Argentinien ]

Biographie

Portrait Almada
© Mardulce

Gast des ilb 2016.

Bibliographie

Una chica de provincia

Gárgola

Buenos Aires, 2007

Ladrilleros

Mardulce

Buenos Aires, 2013

Chicas muertas

Literatura Random House

Buenos Aires, 2014

El desapego es una manera de querernos

Literatura Random House

Buenos Aires, 2015

Sengender Wind

Berenberg

Berlin, 2016

[Ü: Christian Hansen]

Selva Almada, 1973 in der zentralargentinischen Provinz Entre Ríos geboren, studierte in Parana, der Hauptstadt von Entre Ríos, Literatur und zog anschließend nach Buenos Aires. Seit 2006 wirkt sie als Co-Direktorin der Vortragsreihe »Carne Argentina« beim Radiosender La Tribu und veranstaltet Workshops für Kreatives Schreiben in Buenos Aires und anderen argentinischen Städten. In ihrer Heimat wurde sie vor allem mit Erzählungen und Gedichten bekannt.

Ihr erster Roman »El viento que arrasa« (dt. »Sengender Wind«, 2016) wurde in Argentinien von der Kritik als eines der besten Bücher des Jahres 2012 gefeiert. Die Hauptfiguren sind der protestantische Wanderprediger Pearson, der mit seiner 16-jährigen Tochter Lena durch unwirtliche, wüstenähnliche Regionen Argentiniens reist, der verbitterte Automechaniker Gringo Brauer und sein junger Lehrling Tapioca, denen Pearson und Lena durch Zufall begegnen. Für den fanatischen Glauben ihres Vaters hat Lena nichts als Verachtung übrig, umso heftiger buhlt Pearson mit seinen Predigten um die Gunst des naiven und beeinflussbaren Tapioca und stößt dabei auf heftigen Widerstand bei dessen Ziehvater Brauer. Zwei sehr unterschiedliche Männer, die mit ihrem Versagen als Väter nicht zurechtkommen, tragen ihren Zweikampf vor der Kulisse der argentinischen Provinz zwanzig Jahre nach der schweren Wirtschaftskrise aus. Mit ihrer souveränen Erzählweise, die leicht vom Poetischen zum Hyperrealistischen schwingt, steht Almada in der Tradition William Faulkners und großer lateinamerikanischer Romanciers. Kritiker charakterisieren sie als eine Autorin von ungewöhnlicher Stärke, die die ländliche Welt Argentiniens aufs Neue erfindet. Almadas 2013 erschienener zweiter Roman »Ladrilleros« (Ü: Backsteinmacher) ist voll von Sex und Gewalt: Zwei Männer vererben ihre alte Fehde an ihre Kinder und machen damit deren Leben zur Hölle. 2014 veröffentlichte sie den Dokumentarroman »Chicas muertas« (Ü: Tote Mädchen) über drei Mädchenmorde, die in der argentinischen Provinz in den 1980er Jahren geschahen. Der Text enthält mehrere Interviews, die Almada mit den Familien, Freunden und Nachbarn der Opfer sowie mit Richtern und Polizisten geführt hat. Almadas Arbeit an diesem Projekt wurde von der argentinischen Nationalen Stiftung für Kunst (FNA) mit einem Werkstipendium gefördert. Ihr jüngstes Buch »El desapego es una manera de querernos« (Ü: Trennung ist eine Art zu lieben) ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die ebenfalls in der argentinischen Provinz spielen.

Die spanische Zeitung »El País« bezeichnete Selva Almada als eine der vielversprechendsten Stimmen der lateinamerikanischen Literatur. Sie lebt in Buenos Aires.

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