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Niña Weijers  [ Niederlande ]

Biographie

Portrait Weijers
© Annaleen Louwes

Gast des ilb 2016.

Bibliographie

Die Konsequenzen

Suhrkamp

Berlin, 2016

[Ü: Helga van Beuningen]

Niña Weijers wurde 1987 im niederländischen Nijmegen geboren, wo sie auch aufwuchs, und studierte Literaturtheorie in Amsterdam und Dublin. Kurzgeschichten, Essays und Artikel von ihr wurden in verschiedenen Literaturzeitschriften wie »Das Magazin«, »De Revisor« und »De Gids« veröffentlicht. Sie arbeitet als Redakteurin für letztgenannte Publikation und schreibt zudem regelmäßig Beiträge für das wöchentlich erscheinende Magazin »De Groene Amsterdammer«.

Nachdem Weijers 2010 mit einer Kurzgeschichte bereits den Jurypreis des Literaturwettbewerbs Write Now! gewonnen hatte, erhielt sie für ihren Roman »De consequenties« (2014; dt. »Die Konsequenzen«, 2016) nicht nur Nominierungen für den Libris-Preis und den Gouden Boekenuil, die zwei bedeutendsten niederländischen und flämischen Auszeichnungen für Literatur, sondern auch den Opzij-Preis, den Lucy B. & C. W. van der Hoogt-Preis sowie den Anton-Wachter-Preis für den besten Debütroman. Dieser entstand zum größten Teil während eines Aufenthalts in Berlin, aber auch neben ihrer Arbeit in dem Amsterdamer Kulturzentrum SPUI25, wo Weijers zusammen mit der Philosophin Simone van Saarloos die Talkshow »Weijers en Van Saarloos« mit Gästen aus Kunst, Kultur, Wissenschaft und Journalismus ins Leben gerufen hat. »De consequenties« handelt von einer jungen Künstlerin, die einen Fotografen beauftragt, ihr einige Wochen unbemerkt zu folgen und so ihr Leben zu dokumentieren. Ihre Erfahrung, als extremes Frühchen bereits ständig überwacht worden zu sein, von der parallel erzählt wird, wirft die Frage nach den Konsequenzen unserer Erlebnisse auf, also wie uns diese prägen. Im Fall der jungen Frau kann ihre Kunst als ein unbewusster Versuch verstanden werden, das Vergangene zu reproduzieren, um Erlösung von nicht verarbeiteten Traumata zu finden, auch wenn sie das Experiment mit dem Fotografen im Buch schließlich in große Gefahr bringt. Eine Kritik im »NRC Handelsblad« bemerkte entsprechend, Leben und Kunst der Hauptfigur in diesem ehrgeizigen und voller faszinierender Ideen steckenden Buch würden sich gleichermaßen um die Themen Verlust, Existenz und Verschwinden drehen. Der niederländische Schriftsteller Cees Nooteboom teilte diese Beobachtung und fügte hinzu, dass die Kunst Weijers’, die er in einer Reihe mit etablierten Autorinnen wie Hella Haasse, Anna Enquist und Margriet de Moor sieht, darin bestehe, solche schwergewichtigen Themen leicht wirken zu lassen. Dem Roman gelinge zudem etwas, das nicht einfach sei: eine Person ständig in Gedanken um sich selbst kreisen zu lassen, ohne dass dies langweilig für den Leser werde.

Ende 2014 war Weijers im Rahmen einer Initiative der Niederländischen Stiftung für Literatur erste Writer-in-Residence der Jan van Eyck Academie in Maastricht. Die Autorin lebt in Amsterdam.

[http://www.ninaweijers.nl/]

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