10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Line Hoven  [ Deutschland ]

Biographie

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Gast des ilb 2016.

Bibliographie

Liebe schaut weg

Reprodukt

Berlin, 2007

Dudenbrooks

Geschichten aus dem Wörterbuch

[Text: Jochen Schmidt]

Jacoby & Stuart

Berlin, 2011

Schmythologie

Wer kein Griechisch kann, kann gar nichts

[Text: Jochen Schmidt]

C.H. Beck

München, 2013

Line Hoven wurde 1977 in Bonn geboren und wuchs in Ostwestfalen auf. Zunächst arbeitete sie als Bühnen- und Kostümbildassistentin am Staatstheater Kassel, bevor sie an der dortigen Kunsthochschule das Studium der Visuellen Kommunikation aufnahm. Nach zwei Jahren wechselte sie an die Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Dort studierte sie bei Anke Feuchtenberger und Georg Baber, bekannt unter dem Künstlername ATAK, Illustration. Diese beiden Lehrer, so Line Hoven, seien mit ausschlaggebend gewesen dafür, dass sie Comics machen wollte. In »brand eins« begründet sie ihre Faszination für diese Kunstform: »Am Theater hat mich immer gestört, dass man die Bilder, die man im Kopf hatte, nie umsetzen konnte, weil alles immer zu teuer war. Im Comic gibt es keine Grenzen, man kann aus allem ausbrechen und andere direkt an seinem eigenen Universum teilhaben lassen.«

Hoven fertigt ihre Bilder in der Schabkartontechnik an, wobei eine zuvor auf Karton aufgetragene Farbschicht abgekratzt wird und die freiliegenden Flächen das Bild ergeben. Die Schabkartontechnik wird heute nur noch selten praktiziert und gilt als äußerst zeitaufwendig. Nach Ansicht der »Süddeutschen Zeitung« macht den Reiz von Hovens Bildern aus, dass sie »sowohl etwas von mittelalterlichen Holzschnitten als auch von der Eleganz von Werbegrafiken aus den 1950er Jahren haben«. Mit »Liebe schaut weg«, Hovens Diplomarbeit, veröffentlichte die Autorin 2007 ihren ersten Langcomic, der bei der Kritik viel Beachtung fand und in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Darin erzählt sie über mehrere Generationen hinweg die Geschichte der Familien ihrer Eltern~– der des Vaters in Deutschland und der der Mutter in den USA. Durch das intime, sehr persönlich gehaltene Familienalbum schimmern dabei stets die großen Zeitläufte. Die »Zeit« befand: »Eine deutsch-amerikanische Liebes- und Familiengeschichte der Nachkriegszeit. In verträumtem Schwarz-Weiß mit kempowskischer List erzählt.« Ihre Vielseitigkeit stellte Hoven bei zwei Projekten in Zusammenarbeit mit dem Autor Jochen Schmidt unter Beweis. In der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« veröffentlichten die beiden »Dudenbrooks«, eine 26-teilige grafisch-literarische Arbeit zu den Buchstaben des Alphabets. Ebenfalls in der »FAZ« illustrierte Hoven die Texte Jochen Schmidts in der Serie »Schmythologie. Wer kein Griechisch kann, kann gar nichts«. Beide Zeitungsarbeiten erschienen später auch in Buchform.

Hovens Bilder waren bereits in mehreren Einzelausstellungen zu sehen. 2008 erhielt sie beim Erlanger Comic-Salon den ICOM-Preis in der Kategorie Bester Independent Comic. 2010 wurde sie mit dem e. o. plauen Förderpreis ausgezeichnet. Line Hoven lebt in Hamburg.

[http://www.linehoven.de/]

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