10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Jakob Wegelius  [ Schweden ]

Biographie

Portrait Wegelius
© Lena Sjöberg

Gast des ilb 2016.

Bibliographie

Esperanza

Patmos

Düsseldorf, 2002

[Ü: Gabriele Haefs]

Die Spione von Oreborg

Sauerländer

Düsseldorf, 2003

[Ü: Gabriele Haefs]

Sally Jones

Eine Weltreise in Bildern

Gerstenberg

Hildesheim, 2009

[Ü: Gabriele Haefs]

Teckningar från Antarktis

Ritförlaget

Fårbo, 2009

Mördarens apa

Bonnier Carlsen

Stockholm, 2014

Jakob Björn Wegelius wurde 1966 in Göteborg, Schweden, geboren. Einem Studium der Literatur und Philosophie in Stockholm folgte von 1992 bis 1996 eine akademische Ausbildung an der ebenfalls dort ansässigen Kunsthochschule Konstfack.

1994 veröffentlichte Wegelius sein erstes Kinderbuch »Spionerna i Oreborg« (dt. »Die Spione von Oreborg«, 2003), eine »verwegene und ziemlich komische Geschichte« (»Frankfurter Rundschau«), die den Vergleich mit den Abenteuern des Privatdetektivs Ture Sventon als einem Klassiker der schwedischen Kinderliteratur nicht zu scheuen braucht, über einen geheimnisvollen Fremden mit Blumen am Hut, der eine Stadt in Aufregung versetzt, da er aus lauter Einfalt an eine geheimnisvolle Seekarte gerät, nach der alle suchen, und fliehen muss. Mit den Illustrationen für sein Werk »Esperanza« (1999; dt. 2003) zeigte sich Wegelius dann als Multitalent, das neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller auch als Grafikdesigner sowie Illustrator von Büchern tätig ist. Der Roman handelt von einem Akrobaten, der seinen Freund, den Kapitän, eines Abends nicht antrifft und sich nun fragt, ob dieser seiner Maxime gefolgt ist, dass man etwas aus seinen Träumen machen solle, und mit einem Schiff~– vielleicht der Esperanza~– ohne seinen Freund Halidon in warme Gefilde gesegelt ist. Auf der Suche begegnet dem Akrobaten ein kleiner Hund mit krummen Beinen, der ihm überallhin folgt und am Ende, als sie den Kapitän finden, den Namen »Esperanza« erhält. Eine Rezension der »Zeit« kam zu dem Schluss, man spüre in der Novelle »dieselbe Mischung aus Lust am Abenteuer und Furcht vorm Albtraum« wie in »richtigen Abenteuerromanen«, auch wenn die Figuren nur Abenteuer suchten und sie nicht wirklich erlebten. Der Autor verbinde zudem das Freundschaftspathos der Romantik mit der Großstadteinsamkeit des Expressionismus und die beklemmende Isolation von Hauptmanns Gestalten und entwerfe eine Welt, in der das Glück nicht gerade häufig zum Zuge komme, am Ende aber Trost gespendet werde. »Esperanza« wurde 1999 für den schwedischen August-Preis nominiert und 2000 mit dem Kinderbuchpreis Expressens Heffaklumpen sowie 2002 in deutscher Übersetzung mit dem Luchs des Monats April ausgezeichnet. Mit »Legenden om Sally Jones« (2008; dt. »Sally Jones. Eine Weltreise in Bildern«, 2009) gelang es Wegelius, erneut einen Luchs des Monats (diesmal im Juli 2009) sowie 2008 auch den August-Preis in der Kategorie Kinder- und Jugendbuch zu ergattern. Die Geschichte des Gorillamädchens Sally, das um 1900 aus dem Kongo verschleppt wird und auf ihrem Weg durch die Welt die verrücktesten Abenteuer erlebt, beeindruckte die »Zeit« durch eine gelungene Mischung aus Text und ganzseitigen Illustrationen, die durch intermediale Verweise auch für Erwachsene interessant sei. Wegeliusʼ jüngstes Werk »Mördarens apa« (2014; Ü: Killer-Affen) erhielt erneut den August-Preis.

Der Autor lebt in Stockholm.

[http://www.jakobwegelius.com/]

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