10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Han Kang  [ Republik Korea ]

Biographie

Portrait Han Kang
© Baek Dahum

Gast des ilb 2016.

Bibliographie

Die Früchte meiner Frau

In: Koreanische Erzählungen

dtv

München, 2005

[Ü: Ki-Hyang Lee]

Convalescence

ASIA

Seoul, 2013

[Ü: Jeon Seung-hee]

Human Acts

Portobello Books

London, 2016

[Ü: Deborah Smith]

Die Vegetarierin

Aufbau

Berlin, 2016

[Ü: Ki-Hyang Lee]

Han Kang wurde 1970 in Gwangju, Südkorea, geboren und studierte Koreanische Literatur an der Yonsei Universität in Seoul.

Ihre literarische Karriere begann 1993 mit der Veröffentlichung von Gedichten in der koreanischen Zeitschrift »Literatur und Gesellschaft«. Ein Jahr später wurde sie für ihre Kurzgeschichte »Bulgeun dat« (Ü: Rotes Segel) erstmalig mit einem Literaturpreis ausgezeichnet. 1995 erschien ihr erster Erzählband »Yeosu-ui Sarang« (Ü: Liebe in Yeosu), auf den zahlreiche weitere folgten. Die Kurzgeschichte »Nae yŏja-ŭi yŏlmae« wurde 2005 unter dem Titel »Die Früchte meiner Frau« ins Deutsche übersetzt und erschien in der Anthologie »Koreanische Erzählungen«. Han erzählt die fantastische Geschichte einer Frau, die sich, als die Liebe in ihrer Ehe schwindet, in eine Pflanze verwandelt und sich so von der Hoffnungslosigkeit des Lebens zu befreien versucht. Der Roman »Chaesikju-uija« (2007; dt. »Die Vegetarierin«, 2016) handelt von einer jungen Frau, die gegen ihre Familie und Freunde rebelliert, indem sie Vegetarierin wird. In drei miteinander verbundenen Erzählungen schildert die Autorin den Kampf und die innerliche Zerrissenheit der Protagonistin aus verschiedenen Perspektiven und zeigt, wie sie unter den Strukturen einer patriarchalen Gesellschaft leidet. In ihrer wahnhaften Selbstzerstörung wird die Heldin schließlich zur Pflanze. Für ihren »bewegenden und suggestiven« Roman, der »durch die Tiefe seiner Fremdartigkeit überrascht«, erhielt Han 2016 als erste Südkoreanerin den Man Booker International Prize. Der Verlust der eigenen Wurzeln ist ein zentrales Thema in Hans Werken und kennzeichnend für die moderne südkoreanische Gesellschaft, deren Probleme die Autorin in ihren Figuren abbildet. Einsamkeit, Trauer und Hoffnungslosigkeit sind immer wiederkehrende Motive in Hans Texten, die sie mit ihrem poetischen, vom Symbolismus geprägten Stil zum Ausdruck bringt. Die Autorin schreibt voller »vulkanischer Intensität«, so das Urteil der Booker-Jury. Der Roman erschien auch in englischer Übersetzung, wurde 2009 erfolgreich verfilmt und lief im Wettbewerb des Sundance Film Festival. Zuletzt erschien »Human Acts« (Ü: Menschliche Taten) über das Massaker an Studenten von 1980 in der Stadt Gwangju. Es war Han ein tiefes Bedürfnis, über die Geschehnisse in ihrer Geburtsstadt zu schreiben und dabei der Frage nachzugehen, wie Menschen derart grausam sein können und wie solch extreme Gewalt verhindert werden kann.

In ihrer Heimat erhielt die Autorin mehrere Auszeichnungen, darunter 1999 den Korean Novel Award, den Literaturpreis für den besten koreanischen Roman, sowie den Yi-Sang Literary Award für die Erzählung »Monggo Banjeom« (2005; Ü: Mongolischer Fleck). Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin, Dozentin für Kreatives Schreiben am Seoul Institute of the Arts und Journalistin ist sie außerdem Musikerin. Han Kang lebt in der Nähe von Seoul.

[http://writerhankang.com/eng/]

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